letztes update 14.06.201
Diese Webseiten sind für alle Gedacht die wie wir Heimweh nach der Ferne haben, Abenteuer und Reiseberichte lieben und natürlich für unsere Familien, Freunde und Bekannte die auf diesem Wege unsere Erlebnisse mit uns teilen wollen.
Wir befinden uns nun endgültig auf der Reise gen Osten mit dem Ziel New York. In letzter Zeit hat sich unser Anlasser zum dritten Mal dieser Reise zu Wort gemeldet und beim Starten gerne mal vier bis fünf Versuche gebraucht, um in Gang zu kommen. Wir warten ab. Die Interstate 90 ist nicht gerade attraktiv und so gibt es Tage, an denen wir einfach nur fahren und bei Walmart abends einkehren. Dann wieder finden sich Ausflugsziele nahe der Strecke und wir verlassen dankbar die großen Straßen. Einen ersten amüsanten Zwischenstopp halten wir in Mitchell, das landesweit für seinen „Corn-Palace“, eine Art Taj Mahal mitten im riesigen Tiefland, und die jahrelange Tradition, ihn ringsherum mit Bildern und Ornamenten komplett aus Mais bestehend (275.000 Stück!)zu gestalten, bekannt ist. Am Empfang begrüßen uns zwei alte Damen, die Töchter deutschsprachiger Einwanderer und erstaunt darüber sind, wie gut sie diese Sprache noch beherrschen. Später erreichen wir Sioux Falls und besuchen den Stadtpark mit seinen eher surreal erscheinenden Wasserfällen
Wir verlassen Monument Valley und fahren noch ein weiteres Stück durch das Navajo Reservat. Wir passieren das „Four Corners National Monument“, dem Ort, wo, Arizona, Utah, Colorado und New Mexico aufeinandertreffen und staunen wieder einmal, wie Amerika es schafft, in jeden Landstrich eine Attraktion zu zaubern. Links von uns erhebt sich der Ute Mountain und wir denken wieder fleißig an Oma, die sich auf Antons Frage gefasst machen kann, ob sie vielleicht Indianerin sei?! Unser erstes Ziel in Colorado ist der National Park Mesa Verde, der einzige seiner Art in diesem Lande, denn die Hauptattraktionen sind kulturhistorischer Natur. Zuvor darf der große Blaue im verschlafenen Cortez noch neues Öl trinken und sich schon mal auf die zu überwindenden Pässe der nächsten Tage freuen. Nach einer frostigen Nacht auf einem nahegelegenen Zeltplatz (die Pferde hatten Eis auf ihrem Trinkbottich!) erklimmen wir die sehr kurvige Parkstraße hinauf zur grünen Hochfläche (bis zu 600m über der Umgebung).
Leuchtend rot begrüßt uns der „Dixie National Forrest“ und gibt damit schon einen Vorgeschmack auf das Naturkunstwerk im Bryce Canyon. Wir befinden uns einige Gesteinsschichten oberhalb des Grand Canyons und staunen nicht schlecht, als sich das bekannte „Amphitheater“ von einer leichten Schneeschicht bedeckt zeigt. Nachts wird es ordentlich kalt, aber der Schnee lässt die verschiedenen Rot- und Gelbtöne der „Hoodoos“ (Zinnen) nur noch kräftiger leuchten. Anton beschäftigt sich nach einem bewundernden „Schickimicki!“ lieber mit den Schnee- und Matschresten, rutscht auf dem Po und stapft mit Gummistiefeln durch eine Pfütze mit Bryce-Ausblick...
(San Francisco, Santa Cruz, Monterrey, Laughlin, Williams, Grand Canyon National Park, Page, Vermillion Cliffs, Paria Canyon, The Wave, Zion National Park)
Eigentlich wollen auch wir San Francisco bald verlassen, doch Andreas braucht einen kompletten Tag Bettruhe, bevor er seine anklingende Grippe besiegt hat. Dann heißt es „1000 Dank!“ an Misha und Janosch, die uns weiterhin großzügig Asyl gegeben haben. Der Bus hat fast eine Woche Ruhepause in der 7th Ave genossen und die Nachbarn womöglich befürchtet, das Koloss bliebe ewig vor ihrer Tür abgestellt. Vor der Abreise erhaschen wir nochmal einen sonnigen Blick auf die Golden Gate und dann orientieren wir uns auch schon nach Süden auf die Küstenstraße 1. Nach einer kurzen Fahrt durch Silicon Valley erreichen wir die Küste bei Halfmoon Bay. Immer wieder bekommt man dann tolle Blicke auf die Steilküste und das tosende Meer. Einladende State Beaches geben sich hier die Hand. Natürlich fahren wir einen Abstecher durch den Ort Santa Cruz, dessen Namen jeder, der Andreas kennt, schon auf mindestens einem seiner T-shirts gelesen haben muss...
Dann ist er plötzlich da, unser letzter Besucher – wir holen Daniel und sein unförmiges Übergepäck (unser neuer Kühler) am Flughafen von Las Vegas ab. Den halben Tag haben wir schon ein bisschen Sightseeing aus dem Auto gemacht, sind den Strip bei Tag abgefahren und haben schon die ein oder andere „Wedding-Chapel“ aus dem Fenster heraus bestaunt. Bereits kurz nach seiner Ankunft wird Daniel ins kalte Wasser geworfen und muss mit uns den Strip bei Nacht – die man hier vor lauter Lichtern fast nicht bemerkt - abfahren. Dann fallen wir alle erschöpft in die vorgebuchten Hotelbetten, die wir genialerweise schon früher beziehen und bereits ausgiebig die Badewanne und ähnliche Luxusgegenstände genießen konnten....
Welcome to the states! Mit einer großen Portion Sehnsucht nach Lateinamerika im Bauch, sind wir nach langem Hin und Her nun auf der „anderen Seite“. Vor uns breitet San Diego in der Dunkelheit seinen Lichterglanz aus und wir suchen uns unseren ersten Walmart-Schlafplatz. Es tut ganz gut, ab und an Spanisch zu hören und den deutlich mexikanischen Einschlag der Menschen hier zu spüren. Die äußere Erscheinung ist ansonsten durch und durch amerikanisch. Alles ist groß, die Straßen 8-spurig und mehr, die Supermärkte erschlagen mit ihrem Warenangebot (wer braucht 5 verschiedene Milchsorten?), und Ortsgrenzen sind nur schwer auszumachen, weil alles ineinander übergeht...
Wir erreichen das Meer und damit San Blas am Nachmittag und finden unser Nachtlager am Ende der vielen Strandrestaurants, da, wo es nur noch einfaches Essen und vor allem freien Blick auf Sand und Meer gibt. Zunächst müssen wir ans Wasser gehen und Licht und Farben genießen, bevor wir uns auf einen Spaziergang durch den Ort machen. Wir kaufen bei einer Empfehlung einen Berg Krabben und entscheiden uns, zur Feier des Tages in einem der Restaurants am Meer einzukehren. Leider ist es Sonntag und zum anderen haben wir die Zeitverschiebung übergangen, so dass es schwierig ist, überhaupt noch etwas zu bekommen. Andreas muss leider auf Hummer verzichten, freut sich aber umso mehr, auf die große Portion Krabben am Folgetag. Seit Tagen haben wir Witze darüber gemacht, dass Johanna von nun an im Zelt schwitzen wird… ehrlich gesagt sind wir alle sehr erstaunt über die Kälte, die sich hier bei Abwesenheit der Sonne niederlässt.
Mit einer Übernachtung bei Cuernavaca erreichen wir binnen 1,5 Tagen die Hauptstadt und fädeln uns geschickt durch das Schnellstraßensystem. Unser Ziel heißt San Juan de Teotihuacan und nachdem wir das Großstadtchaos gemeistert haben, verfahren wir uns über die Dörfer und müssen unendlich viele Topes mitnehmen. Einer dieser Huppel kostet uns das Ventil eines Vorderreifens und Andreas kann bei Ankunft auf dem Campingplatz zunächst einmal fachmännisch den Reifen wechseln und reparieren lassen. Wir sind gut im kleinen Örtchen direkt neben dem Kirchturm aufgehoben, Anton liebt den verrückten Hund „Solovino“ und wir sind nur einen Katzensprung von der berühmten „Stadt der Götter“ entfernt...
Uff, wir rollen! Wir haben nochmal Glück gehabt und der Bus ist mit Anrollen wieder in Schwung gekommen, nachdem der Anlasser uns mal wieder im Stich lassen wollte. Da uns dies einige Zeit gekostet hat und wir noch einige Berge zu erklimmen haben, erreichen wir unseren Zielort Comitan erst in der angebrochenen Dunkelheit. Es ist aber ein gutes Gefühl, den Weg bereits zu kennen und zu wissen, wo wir die anstehende Nacht verbringen – Walmart lässt grüßen. Wir sind völlig überfrachtet von den Eindrücken, die uns der Shopping mitsamt den Massen, die hier unterwegs sind, entgegenbringt...
Schon den bekannten verschnörkelten Stempel in den Pass zu bekommen, lässt unsere Herzen ein wenig höher schlagen. Wir verlassen El Florido nach recht kurzer Wartezeit und fahren durch die trockenen Berge im Süden Guatemalas auf Chiquimula zu. Die Stadt liegt nicht weit entfernt, erscheint uns aber eine sichere Schlafoption und in annehmbarer Entfernung zu unserem folgenden Ziel. Zunächst stürzt Andreas im Kaufrausch in den Supermarkt, der uns bereits bekannten Shoppingmall. Dann fahren wir unsere Schlafmöglichkeit an und finden uns in einem Hotel mit großem Freizeitbad wieder. Wir fühlen uns fast wie die einzigen Gäste, breiten uns aus, nutzen begeistert den Spielplatz, stecken die Füße in einen kühlen Pool und sind übers Netz mal wieder mit der Außenwelt verbunden...
Auf dem Weg gen Süden hatten wir einen großen Bogen um Honduras gemacht. Damals gab es immer wieder schlimme Meldungen bezüglich Unwettern und Dengue-Erkrankungen. Die damalige Durch- und vor allem Einreise hat uns noch lange in den Knochen gesteckt - nie wieder hat man uns so korrupt behandelt und abgezockt! Dieses Mal beginnt alles ganz entspannt und professionell und wir sind froh, diesen zeitlichen Vorsprung zu haben. Vor uns liegt eine recht lange Fahrt. Zunächst geht es entlang der Panamericana und zu unserer Verwunderung werden wir an keinem einzigen Polizeiposten auch nur angehalten....
Wir sind zurück im Land der Vulkane, der Seen und der extrem freundlichen Menschen. Nicaragua hat uns mit etwas chaotischer Bürokratie an der Grenze empfangen. Andreas hat aber schnell der Durchblick gewonnen und uns wie immer mit Geschick durch die Papiermühle gelotst. Unser erstes Ziel heißt San Juan del Sur und wir sind sehr gespannt, wie amerikanisch und touristisch dieser Ort wohl sein mag. Trotz Surferparadies und regelmäßigem Anlegen von Kreuzfahrtschiffen hat es der Ort geschafft, seinen Fischerort-Charme zu behalten...
Pura Vida! Costa Rica hat uns wieder und unser kleiner Tiger ist bis auf einen kleinen Husten wieder richtig gesund. Ab jetzt geht es wirklich nur noch gen Norden, aber entgegen den Erwartungen fühlt es sich sogar gut an. Mit einer Träne im Knopfloch lassen wir den wunderschönen Nationalpark "Corcovado" ganz im Süden des Landes links liegen. Unsere erste Station wird Playa Uvita, gleich am Nationalpark "Ballenas". Auf dem Weg dorthin passieren wir noch so einige Folgeschäden des Sturmes Thomas, der ganze Straßenteile weggerissen hat. Es war gut, da wir das letzte Mal schnell weitergefahren sind, denn schlussendlich hat das Land sogar einige Tage Staatstrauer angeordnet aufgrund der massiven Erdrutsche und Unfälle....
Nach einem Ausflug in die steuerfreie Einkaufszone Golfitos setzen wir uns in Bewegung in Richtung Canoas, der Grenze zu Panama. Eigentlich wollte Andreas in einen Kaufrausch verfallen, aber am Ende sind unverhofft ein Sandspiel für Anton und Sandalen für mich dabei herum gekommen. Der Grenzübertritt nach Panama ist bis auf eine ziemlich lange Wartezeit völlig unkompliziert und mittlerweile erledigt Andreas den Papierkram mit lässiger Selbstverständlichkeit. Dann eröffnet sich vor uns eine vierspurige Autobahn und Panama empfängt uns mit Straßen, die längst vergessene Geschwindigkeiten zulassen. Da werden Strecken wieder relativ und wir schaffen es pünktlich im Hellen David zu erreichen.
Wieder führt unser Weg an unzähligen Bananen- und Ananasplantagen vorbei, bevor wir gen Norden abbiegen und uns der Region um den großen Sarapiquifluss nähern. Leider stehen wir bei einem ersten Versuch unangemeldet vor verschlossenen Türen von Peters Finca „Pedro y el Lobo“ in La Virgen und suchen Ersatzquartier in sehr einfachen Cabinas bei „Rositas“. Am nächsten Morgen sammelt uns Peter höchstpersönlich ein und wie sollte es anders sein, wir verlängern unseren Aufenthalt um zwei Nächte. Ute und Karl-Heinz unternehmen eine sehr schöne Paddeltour, wobei sie gemütlich von kleinen Flüssen Stück für Stück in den großen Sarapiqui gleiten. Wir machen es uns indes in Haus und Garten gemütlich, lesen, spielen, beobachten Vögel und Anton stapft fröhlich in Gummistiefeln durch jede auffindbare Pfütze...
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