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Brasilien 2010 I 31.01. - 09.02.2010

(Porto Alegre, Albtroz, Tramandai, Feliz, Salvador do Sul)

Krankenbett Big Baumgratz Brasil waxh auf Rafinha der Tag beginnt Blick ins Hinterland

Anton blueht Oi gente, tudo bom?! Alles gut, alles blau? werden wir hier gerne immer wieder gefragt. Blau ist in jedem Fall der Himmel und wir sind beinahe froh über jedes Wölkchen, dass ein bisschen Schatten verspricht. Es ist „überheiß“ (wie Plinio sagen würde) und selbst für die Brasilianer sind die aktuellen Temperaturen ungewöhnlich und vor allem anstrengend. Mittlerweile regnet es auch nicht mehr täglich und man beginnt sich danach zu sehnen. Es ist wie immer, das, was einen umgibt, lässt anderes erhoffen. Ihr würdet sicher einiges geben, um bei der Kälte in good old Germany ein bisschen Hitze abzubekommen. Ein kleines Nacktbad im Schnee à la Ronja Räubertochter könnte unser Tagtraum hier sein… Wir gehen einmal täglich an den Strand und Anton genießt den Sand, das Wasser und die Matscherei -  wenn beides aufeinandertrifft. Er hat mittlerweile auch schon entspanntere Anton und Marta duften Gesichtszüge, wenn man ihn mit ins tosende Wellenbad nimmt (Anm.d.Red.: selbstverständlich im flachen Wasser) und probiert freudig den Geschmack dieses überraschenden Nass. Jedes Mal bringen wir eine Ladung Sand mit nach Hause, die nach dem alltäglichen Bad in der Kanalisation verschwindet. Apropos Kanalisation…, es hat doch wieder etwas gedauert, bis man automatisiert das benutzte Toilettenpapier nicht hinter sich, sondern in den Eimer neben sich wirft. Das Rohrsystem ist hier doch viel schmaler und das verursacht man auf die Dauer eine ordentliche Verstopfung. Apropos Verstopfung…, die hätte sich Andreas in den letzten Strandtagen dringend gewünscht! Nicht nur, dass er erschöpft mit Kopfschmerzen in der Hängematte Erholung suchte. Vor allem das gute Essen, das Fleisch und auch die eiskalten Biere sind in seiner Phantasie nur so um ihn herumgetänzelt. H ich kann stehen eldenhaft hat er sich von trocken Brot, Banane, warmer kohlensäurearmer Cola und Wasser ernährt. Um nach fast drei Tagen doch sicherzugehen, dass es nichts Ernsthaftes ist, begaben wir uns zum „posto de saude“, einer Art 24h Gesundheitszentrum/Notfallstelle. Da Andreas Herz-Kreislaufwerte „leider“ soweit im Rahmen sind, wird er auf eine Wartezeit von ca. 3h vertröstet. Die verbringt er tapfer alleine und nutzt allerlei Möglichkeit zu Kulturstudien. Am Ende bekommt das Ganze innerhalb von fünf Minuten den Namen „Virus“ und auf dem Rezept stehen ein Elektrolyte-Präparat (wahlweise Tuttifrutti-oder Guarana-Geschmack) sowie ein Heilmittel für die Darmflora. Der Arztbesuch ist hier für jedermann kostenlos – daher auch die lange Wartezeit – wie aber machen das Blick ins Hinterland die zum Teil sehr einfachen Leute, wenn dann die Medikamente so teuer sind? Vielleicht trinken die den altbewährten Guiabablätter-Tee, den Laci Andreas immer wieder anbietet, den er aber beim besten Willen nicht herunterbekommt. Ende gut, alles gut, am vorletzten Tag sieht alles schon wieder viel besser aus – zum Glück, denn dann konnten wir doch noch einen Besuch in einer Churrasceria vornehmen. Nur an Rodrigos Geburtstag, den wir jetzt schon das dritte Mal live mit ihm feiern konnten, muss er noch enthaltsam bleiben. Wir sitzen wieder im Kreise der Familie und werden einem noch neuen Teil vorgestellt. Da entstehen gute Gespräche aber auch ein wenig Frustration, wenn sich der Sprachfluss im Portugiesischen nicht so richtig einstellen will.
Unsere Strandtage in Albatroz sind, wenn auch heiß, dafür gemütlich und fröhlich in Windeseile vergangen. Sand, Meer, Sonne, Baden, Eis, Mittagsschlaf, immer wieder Essen, Spielen, den Hunden hinterher krabbeln, Erzählen, Angeln, BigBrotherBrasil… so vergehen 14 Tage ganz schnell. Anton wacht morgens quietschvergnügt auf und Doginho kuesst Anton sucht als erstes nach „nja“ (Rafinha), seinem großen Freund und Spielkameraden, und „aja“ (Baby Natàlia). Später turnt er dann mit ihm auf dem Bett herum und dann fallen sie sich ab und zu in die Arme. Anton beobachtet Rafael ganz genau und mittlerweile schiebt er z.B. schon dessen Autos mit „brbrbrbr“ über den Spielteppich. Seit kurzem hat er eine Säule vor dem Haus zu einer Art vertikalen Ballettstange auserkoren. Er zieht sich daran hoch, spannt bis in den letzten Zeh alles an und hebt die Arme zum freien Stand. Er bringt es schon auf beachtliche 10 Sekunden! Anton ist hier gut Bergamotten,   Orangen, Zuckerrohr auf dem Weg zur Kolonie angekommen. Er kennt schon die gesamte Familie und lässt sich auch immer wiedermal von jemandem mitnehmen. So entdeckt er mit Marta (Elisetes Cousine) das Pflücken und Riechen von Blättern und Blüten. Das macht er nun auch alleine ganz herzallerliebst. Jetzt heißt es nur „Obacht“, wenn er im Eiltempo auf die Blumenrabatten des Shoppings zu krabbelt und bereits eine komplette Pflanze droht herauszuziehen… Ja, ein letzter Besuch im Einkaufsparadies bleibt nicht aus. Wir suchen noch nach Havaianas (Brasiliens typischsten Flipflops) und Anton bekommt noch ein kleines Planschbecken zur Erinnerung an die schönen Tage an Albatroz. Zwei Tage vor dem Abflug von Porto Alegre machen windige Aussichten vom morro   Borussia wir noch einen Tagesausflug ins Landesinnere, auf zu den Wurzeln von Plinio und Laci. Wir wollten wissen, was das für Orte sind, an denen sie aufgewachsen sind und die noch heute Kolonie genannt werden. Es ist ein fruchtbares, aktuell vor allem ein heißes, Gebiet, dass Bergamotten, Orangen, Zuckerrohr, Manjok, Bananen, Mais u.ä. wachsen lässt. Wir lernen in kürzester Zeit 16 Familienmitglieder kennen, die bei Lacis 10 und Plinios 7 Geschwistern nur ein Teil der Verwandtschaft darstellen. Wir müssen regelmäßig beteuern, dass wir „wirklich von da drüben“ kommen, denn dass man aus „Alemanha“ kommt, ist hier ja keine Besonderheit. Wie selbstverständlich wird hier Deutsch, d.h. Hunsrückdeutsch, gesprochen – zu Gast in Feliz wie ungewöhnlich, dass wir mit unserer Aussprache und Grammatik zum Teil nicht richtig verstanden werden. Überall werden wir herzlichst begrüßt, bewirtet (trotz unangekündigten Besuchs) und Anton springt in aller Herzen. Es ist schon eine spannende Geschichte, wenn man sich vorstellen will, dass die Großeltern dieser Mittsechziger nach Brasilien ausgewandert sind und sich dieses Fleckchen Erde erst noch urbar gemacht haben. Heute hat kaum einer von ihnen die Chance, überhaupt einmal nach Deutschland zu reisen und kennenzulernen, was alle hier versuchen, sich auf ihre Art zu bewahren.
Wir bewahren uns mal wieder eine Menge guter Erinnerungen und Erfahrungen aus diesen schönen Tagen im Hause „BigBaumgratzBrasil“ mit Laci, Familienfoto Albatroz Plinio, Elisete, Rodrigo, Rafael, Natàlia, den Hunden Tita und Doginho, Elisa, Laura und Dodo, Lacis Zwillingsschwester Lucia, Marta, den Zwillingen Rumolo und Ramao …und noch vielen lieben Menschen mehr. Ein Abschied mit Tränen, wir wissen auch nicht sicher, wann wir uns wiedersehen…
Jetzt müssen wir ordentlich Hitze in die Taschen packen, denn in Baltimore ist der Rekord-Schnee gefallen…mal sehen, was uns dort erwartet, wann und wie wir dort ankommen und ob es in den nächsten Tagen ein Fortkommen geben wird…
Ciao Brasil, nos vamos com muita saudade!

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Lacis Heimat, Salvador do Sul nacheifern Plino am Haus seines Bruders, Feliz Marta spielt mit Anton und Rafael



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