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Brasilien 2010 I 20.01. - 30.01.2010

(Porto Alegre, Albtroz, Tramandai)

  Anton mit Papa in der Haengematte Anton Sunny boy   Im Standhaus mit Elisete und Natalia   Rafael isst Picole

Bem-vindo ao brasil!
Da sind wir wieder. Wieder mit Euch, die Ihr diese Zeilen lest und wieder mit denen, die uns vor geraumer Zeit hier im Süden des Landes, in Porto Alegre, adoptiert hatten. Nach insgesamt fast 24h Reise wurden wir am Flughafen von sommerlicher Hitze und zwei Entsandten der Familie Baumgratz erwartet. Wir hatten im Flughafen von Sao Paulo bereits gute landestypische Kost und extrem kinderfreundliche Schalter und Kontrollen genossen. Überall wurde man direkt an den „Prioritäts-Posten“ durch gewunken. Da könnten sich die USA mal ein Scheibchen abschneiden! Andreas und Anton in Haengematte Alles ist wie immer, das heißt, fast, denn am Tag unserer Ausreise aus Deutschland hatte Natàlia das Licht der Welt erblickt. Nicht, dass Elisete im Wochenbett liegen würde, wie man bei uns so schön sagt. Nein, alle sind da und erwarten uns schon. An Bett und Liegen ist kaum zu denken. Da ist noch Rafael, der uns als neugeboren in Erinnerung war und der mittlerweile mit seinen wilden Tieren, Monstern und Piraten durch das Haus springt und darauf wartet, dass Anton mit ihm spielt. Der ist begeistert von den Hunden und springt Plinio, der auf seinem Stammplatz vor der Tür sitzt, um die Füße. Dann zeigt er, der Hausherr, Andreas stolz alles, was sich seit dem letzten Besuch vor drei Jahren in Haus und Hof verändert hat. Laci lässt Anton und Friederike beim Sonnenbad nicht locker damit, uns immer wieder ans Essen zu erinnern und zu verwöhnen. Vor Mitternacht ist an Schlafen nicht zu denken. Bevor die Taschen wieder neu gepackt werden, gibt es einen Tag Ruhepause. Ein kurzer Ausflug mit Laci und Elisa in den „Shopping“ erinnert uns an so manche Tage des Wartens vor fünf Jahren. Da stehen wir mitten in diesem Konsum-Tempel - sicher wieder auffällig, weil nicht herausgeputzt – und haben noch die Eindrücke der Favela vor den Augen, durch die wir kürzlich gefahren sind. Andreas wird kurzerhand von Rodrigo und seinem Bruder Diego zum Fußballstadion mitgenommen. „Gremio“ hat ein Heimspiel und wird hier ganz hoch geschrieben. Die Jungs haben großen Spaß und Andreas, selbstverständlich im Trikot, lernt unter anderem die „Lawine“ kennen – alle laufen von oben nach unten ans Spielfeld, was hier im Stadion unbegrenzt möglich ist. Im Anschluss gibt es ein erstes „Eis-Bier“ und auch dieses Mal wird Andreas wieder amüsiert gefragt, ob man in Deutschland wirklich warmes Bier trinkt. Rodrigo, der ja beruflich schon in Deutschland war, musste zugeben, dass im Unterschied zu hier, das deutsche Bier auch noch gut schmeckt, wenn es nicht mehr eiskalt ist ;). Albatroz, wir kommen! Jetzt fahren wir „ins Seebad“, wie Plinio damals gesagt hatte. Die nächsten 18Tage verbringen wir im Ferienhaus der Familie am Atlantik. Brasilien erster Strandtag Alle sind sie da. Die Brüder und Schwestern mit ihren Familien, die auch in den Ferien hier sind, kommen alle vorbei, um die neue Erdenbewohnerin und die „Daitsche“ zu begrüßen. Anton sieht „schön deutsch“ aus, sagt man, und alle Gesichter erhellen sich bei seinem Anblick. Andreas frönt jeden zweiten Morgen bei Sonnenaufgang seiner neuen Leidenschaft – er geht mit Rodrigo am Strand angeln. Diese Stunden sind reich Rodrigo, Elisete, Rafael und Natalia an neuen Erfahrungen, wenn auch nicht gerade an Fisch. Apropos Erfahrungen: Anfangs war es für uns etwas gewöhnungsbedürftig, dass wirklich jedes Objekt, dass sich am Tage vor dem Haus befindet (das, wohlbemerkt hoch umzäunt ist) nachts im Haus eingeschlossen sein muss. Eines Morgens fünf Uhr hört man ein großes „Platsch“ und irgendjemand ist doch ernsthaft in den Garten gesprungen, hat das kleine Schwimmbecken der Kinder gelehrt und ist damit abgehauen. Seitdem wird abends der Alarm auf der Terrasse angeschaltet, nur die Hunde müssen drinnen bleiben, sonst geht der Lärm bei jeder Bewegung los. Jetzt überlegen wir spaßenshalber jeden Abend, was man nicht mehr gebrauchen könnte und dann draußen stehen lässt. Brasilien das erste Churrasco Wir gewöhnen uns so langsam an die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit und - nach mittlerweile fast täglichem Regen - auch an die Moskitos. Auch an das viele, regelmäßige Essen gewöhnt man sich (leider) schnell. Andreas hat sein erstes langersehntes Churrasco (ihr erinnert Euch vielleicht - großes Fleisch am Spieß über Feuer gebraten) schon zelebriert, das nächste ist schon für morgen angesetzt. Anton war jetzt schon mehrfach am Strand und hat Sand und Wasser genossen. Das Meer flößt ihm noch einigen Respekt ein, ist bei den Wellen auch nicht verkehrt. Es gibt ja aber auch eine Menge mit Sand, Eimer, Schaufel und Wasser zu tun. Mama und Papa laufen regelmäßig Wasser holen, das gibt Farbe auf dem Buckel;). Jeden Mittag halten die Jungs ein Schläfchen. Der große in der Hängematte, der kleine im Bett oder Kinderwagen. Es ist noch immer recht untypisch, das Mann im  Plinio, Laci und Marta beim Churrasco Haushalt mit anpackt – Andreas fällt immer wieder aus dem Rahmen. So „arumieren“ die Frauen schwatzend Haus und Hof und halten die Kinder im Blick. Es gibt mal wieder viel zu lernen im interkulturellen Austausch. Wir hatten ja schon viele Erfahrungen sammeln können. Jetzt kommen noch all die Kinderthemen und andere Gedanken dazu, die für uns mittlerweile von Bedeutung geworden sind. Eine der ersten Fragen war zum Beispiel, ob Anton auch schon gerne Zeichentrickfilme sehen würde. Anton geht auch „enorm früh“ zu Bett. Wir sind froh, dass er einen Rhythmus (wieder-)gefunden hat und gegen acht zur Ruhe kommt.  Zur Ruhe kommen ist eigentlich insgesamt ein guter Ausdruck, für das, was uns allen hier gerade so widerfährt. Wir genießen es und halten Euch auf dem Laufenden. Até mais tarde.

  Anton im Sand auf grosser fahrt     Anton Plitsch Platsch Rodrigo und Rafael



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