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Reisebericht Costa Rica I

Reisebericht Costa Rica I 23.09.-15.10.2010
(
Bahia
Salinas, Tamarindo, San Jose, Cahuita, Puerto Viejo, Manzanillo)

Manzanillo Ausflug in den Regenwald Tamarindo Ausflug zum Strand Manzanillo Basilisk Playa Cocles baden mit Oma

Auf der costaricanischen Seite der Grenze drehen wir drei Ehrenrunden, bis wir endlich alle Formalitäten erledigt haben. Jetzt sind wir also in Costa Rica, das uns vor kurzer Zeit noch so entfernt erschien. Man nennt es auch den Garten Mittelamerikas und wirklich, kaum hinter der Grenze wirkt alles noch grüner, dichter und saftiger. Wir befinden uns im „Cowboy-Bundesstaat“ des Landes und treffen auch gleich auf die ersten Guanacasteco mit Hut und Pferd in La Cruz. Puerto Viejo zufrieden am Meer Mit Auffrischung unserer Vorräte machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Platz am Meer an den versprochen schönen „Bahias Salinas“. Wir finden ein sehr schönes Fleckchen, Playa Jobo, allerdings kämpfen wir uns auch dafür durch nasse Piste mit großen Schlaglöchern und der ständigen Frage, ob wir überhaupt richtig sind und wo bitte schön jetzt hier der Strand sei. Wir stehen allein direkt am Meer, Anton sitzt endlich im Sand und wir sammeln Feuerholz fürs Grillen am Abend. Leider ist bleibt der Himmel beständig grau und es tropft auch hin und wieder. Am nächsten Morgen besucht uns ein Trupp Klammeraffen keine 20m vom Bus entfernt in den Bäumen und das allein hat den beschwerlichen Weg hierher wieder entschädigt. Es will nicht aufhören zu regnen und langsam besorgt uns der Zustand der Piste und die Leere unseres Wassertanks. So verlassen wir das Paradies bedauerlicherweise wieder recht schnell und sind aber auch froh, wieder geteerte Straßen unter den Rädern zu fühlen. Wer weiß, wie mittlerweile die Stoßdämpfer aussehen?! In strömendem Regen erreichen wir Liberia, die Hauptstadt der Region und bezahlen dort mit heruntergefallener Kinnlade eine Tamarindo Reina ich will reiten horrende Supermarktrechnung für unseren Lebensmitteleinkauf. Wir wurden gewarnt, dass das Land nicht günstig sei, aber dennoch sind wir jedes Mal wieder überrascht. Von Liberia geht eine Abzweigung auf die Halbinsel Nicoya, die neben natürlich Ticos (wie man hier sagt) eine Menge Auswanderer und auch Touristen beherbergt. Hier gibt es mit die schönsten Strände des Landes, gute Wellen für Surfer, Berge, Meer, einsame und belebte Orte…und hier haben auch unsere kanadischen Nachbarn aus Calderitas/Mexico ihre neue Wahlheimat. Eigentlich wollen wir erst ans andere Ende der Insel und dann Craig und Carla informieren, dass wir kommen, aber dann heißt es mit den Regenausläufern von Mathew, könnten Zugangsstraßen unpassierbar werden und wir nehmen doch lieber direkten Kurs auf den amerikanisierten Surferort Tamarindo. Wir wollen jetzt keine weiteren Zwischenfälle riskieren, denn in weniger als zwei Wochen schon kommt die Familie zu Besuch und wir treffen uns auf der anderen Seite des Landes. Es findet sich kein wirklicher Campingplatz im Ort und am Ende gesellen wir uns zu einem kleinen Camper vor der Tür eines kleinen netten Hostels. Im „Pura Vida“ (das ist hier eine Tamarindo Legoturm gängige Verabschiedungsfloskel oder auch die Antwort auf die Frage der Befindlichkeit) nutzen wir den Zugang zu Toiletten und dem Internet und erfahren so am nächsten Morgen, dass Craig und Carla immer noch in Mexiko sind, obwohl sie längst zurück sein wollten. Wir sollen uns aber eingeladen fühlen, ihr Haus zu beleben und würden von ihrem Freund Shawn (Anton: „Oh, das Schaf…“) die Schlüssel bekommen. Keine zwei Minuten später hält ein Auto vor der Tür und Shawn winkt mit den Schlüsseln. So werden wir unverhofft für einige Tage Besitzer eines großen Grundstücks mit einem Haus, dass zu 80% aus Veranda besteht und den Luxus eines Gästesimmers für uns bereithält, einem großen grünen Garten, einem (zunächst grünen) Pool und nicht zu vergessen einem großen Labrador und zwei verrückten Mischlingswelpen, die uns schnell als neue Bewohner akzeptieren. Sogar den Pick-up dürfen wir benutzen – und können ihn auch gut gebrauchen für die Fahrten in den Ort, um bei Pizza-Hut Internet zu klauen, für die Einkäufe, für eine holprige Strandfahrt und auch für einen ärztlichen Notfall. Wir genießen die Zeit sehr und es kam uns gerade sehr gelegen, mal wieder einen Ort der Ruhe und des Ankommens zu finden. Anton hat seine große Liebe zu Lego-Duplo-Bausteinen entdeckt, ich kann Wochen im Reisetagebuch aufholen und Bany bringt den Bus auf Vordermann, wenn er uns nicht gerade die leckersten Ofengerichte zaubert. Ja, wir nutzen den Luxus einer richtigen Küche und zaubern Lasagne, Tamarindo mit Anton Pizza machen Pizza uns sogar Kuchen auf den großen Veranda-Tisch, wobei Anton schon ein fleißiger Helfer und Nascher ist. Der Gärtner Merlin amüsiert uns immer mal wieder mit seiner Arbeitsmoral und wir schließen schon Wetten ab, was er als nächstes anfängt und dann unvollendet lässt. Sein Sohn Rainer geht mit ähnlichem Enthusiasmus in die Schule. Das Schwimmbad wird wenige Tage nach unserer Ankunft doch wieder blau und Anton verwandelt sich in einen kleinen Badefrosch. Wir sind froh, dass wir ein großes Dach über uns haben und trotzdem draußen sein können, obwohl es eigentlich so gut wie täglich regnet. Den Hunden macht das gar nichts. Sie toben am liebsten durch den Schlamm und schlittern anschließend – zur Freude der Putzfrau – über die Veranda. So putzt sie die zwei Mal pro Woche eigentlich wegen der Hunde und macht eher so eine Art Sysiphos-Arbeit. Einzig das fehlende Internet ist zu bedauern, denn so könnten wir in Ruhe Kontakte pflegen und Emails schreiben, Skype nutzen und auch an der Homepage arbeiten. Wir lernen noch die deutschen „Nachbarn“ kennen und Bany nutzt die Gunst der Stunde, denn Horst ist Mechaniker mit gutem Ruf. Die vierköpfige Familie ist vor fünf Jahren ausgewandert und lebt hier sehr schön und in einem beeindruckend südländischen Lebensrhythmus. Eines unverhofften Abends benötigen wir eine Arztempfehlung, denn ich schneide mir beim Gläserspülen in den Handrücken, der mit fünf Stichen wieder geflickt werden muss. Wird alles wieder, nur fällt es mir schwer meine rechte Hand zu schonen und den Tamarindo Luxus des Schwimmbads nicht zu nutzen. Als wir Craig und Carla mailen, dass wir bald fahren müssten, kommt nach langer Funkstille die Nachricht, sie kämen am selben Abend noch an. Wir verlängern unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag und die Wiedersehensfreude ist groß. Es gibt so viel zu erzählen. Wir verabreden uns für einen erneuten Besuch in wenigen Wochen, denn die Ankunft der Familie naht und schließlich liegt noch die Durchquerung des gesamten Landes vor uns. Also machen wir uns auf den Weg, bahnen uns den Weg durch die Nicoya-Halbinsel, treffen wieder auf die Panamericana und halten Kurs auf die Landeshauptstadt San Jose. Kilometertechnisch gesehen ist die Strecke gar nicht so lang, dennoch brauchen wir Stunden, um die Berge zu überqueren. Es gibt immer wieder Stau, weil die Straßen durch Erdrutsche u.ä. nur einseitig befahrbar sind und wir fangen schon an, den Platz zu nutzen und mit unserem geduldigen Kind im Bus Fußball zu spielen. Als ManzanilloTukan ich dann frustriert einen Kaffee aufsetze, geht die Fahrt dann endlich wieder richtig los. Nach halb sechs wird es im Handumdrehen stockdunkel und so fährt Andreas heldenhaft durch die Nacht und unübersichtliche Straßen. Wir erreichen den überteuerten einzig offiziellen Trailerpark Costa Ricas und sind froh, am Rande der im Tal liegenden Metropole eine sichere Bleibe zu haben. Bevor es am nächsten Tag weiter an die Karibikküste geht füllen wir im Großmarkt unsere Vorräte auf. Es heißt hier in Hauptstadt sei alles enorm günstiger. Es dauert eine ganze Weile, bis wir uns aus den Krakenarmen San Joses heraus gefitzt haben und auf der von LKWs stark befahrenen Landstraße befinden. Die Reise führt durch sattgrüne Bergstraßen im Nebelwald hinunter in das von Bananen dominierte karibische Tiefland. Wenn man nicht gerade reifengroßen Schlaglöchern ausweichen muss, fährt ein LKW mit defekten Bremslichtern vor einem und mich gruselt es schon bei dem Gedanken, dass meine Familie in wenigen Tagen diese Strecke im Dunkeln nach einem langen Flug fahren muss. Wir sind sehr beeindruckt von den vielen (Bananen-)Containern um die Hafenstadt Puerto Limon herum und gleichzeitig froh, dass wir die beschauliche Straße gen Süden weiterfahren und die raue Seemannsatmosphäre wieder hinter uns lassen dürfen. Wir suchen erfolglos nach einer Bleibe Manzanillo regen im Regenwald unterwegs und so erreichen wir den Zielort Puerto Viejo de Talamanca bei Dunkelheit und gesunkenem Stimmungsbarometer. Dafür finden wir nach etwas Suchen den für uns optimalen Schlafplatz für die nächsten drei Tage, „Rocking J’s“ mosaikverziertes Surferhostel. Wir bekommen einen Platz im grünen Garten, wo uns eines Morgens überraschend eine riesige Stute besucht. So können wir uns aussuchen, ob wir für uns sein und Ruhe haben wollen, oder uns unter die jungen Menschen mischen, die das Leben, die Welle und Teils auch den Duft er kleinen Tüte genießen. Wir genießen Strandnähe, Fußballwiese und vor allem den Internetzugang. Anton entdeckt Billard und Kicker und lernt, dass wandern laufen bedeutet, als wir am Strand zum Ort laufen. Am vierten Tag wechseln wir in das von Oma/Mama Ute reservierte Hotel, wo wir zum Mittagsschlaf dann doch endlich den Bungalow beziehen dürfen. Wir weihen solange das schöne Schwimmbad ein und machen es uns später im Zimmer und auf der Terrasse gemütlich. Anton bringt schon seit Tagen vor Manzanillo Ausflug mit dem Rad Aufregung alles durcheinander und erzählt uns mittlerweile, dass heute Oma Ute Geburtstag hat :). Heute sollen die ankommen und in zwei Tagen feiern wir zwei Geburtstage hintereinander. Als wir uns spät abends schon fast Sorgen machen, fährt endlich der Mietwagen vor und drei völlig geräderte urlaubsreife Merkels sind froh, endlich die Beine austrecken und ankommen zu dürfen. Aus eigentlich drei vorgebuchten Nächten werden im Verlauf sieben und so langsam sind alle Seelen heile eingetroffen. Zunächst gibt es einfach nur viel zu erzählen, Oma kostet jede Spielsekunde mit ihrem „verlorenen“ Enkel aus und die Sonne meint es besonders gut mit uns. Zu Andreas‘ Geburtstag leihen wir uns Fahrräder und wollen in Richtung Naturreservat „Manzanillo-Gandoca“. Nach einem Drittel der Strecke reißt Justus‘ Kette und da Antons Mittagsschlafzeit naht, suchen wir uns den nächsten Strand. Punta Uva hat zwar ein nettes Ufer, aber am Wochenende ist hier ordentlich was los. So sucht sich jeder seinen Platz, um Sonne, Ruhe oder Literatur zu tanken. Ute rollert tapfer das kaputte Fahrrad nach Manzanillo vor und wir treffen uns, um bei „Maxis Soda“ heimische Kost, sprich: Reis, Bohnen und wahlweise Fleisch, Fisch oder Huhn zu genießen. Am folgenden Tag feiern wir Karl-Heinz‘ Geburtstag mit dem Besuch eines Botanischen Gartens. Auf der ehemaligen Kakao-Plantage gibt es neben all den Bäumen und Pflanzen, die angenehm „wild“ gewachsen sind, auch einige Tiere zu beobachten. Uns begegnen zum Beispiel Puerto Viejo Galli Wasp rote Pfeilgiftfrösche, ein grün-schwarzer Frosch, große Tausendfüßler, eine seltene Echse, Helikopterlibellen und zur Krönung noch ein Faultier. Im Garten probieren wir so einige Früchte direkt vom Baum, riechen schwarzen Pfeffer und Muskatnuss und bekommen nach dem Forschungsgang einen Saft und handgemachte Schokolade spendiert. Den Nachmittag verbringen wir im nahegelegenen Nationalpark „Cahuita“. Anton schläft am angewärmten dunkelsandigen Strand, Andreas baut ein Schloss aus Sand, Justus und ich toben in den Wellen herum und Ute und Karl-Heinz gehen los, um auf den Waldpfaden Kontakt mit Affen, Waschbären und Co. aufzunehmen. Schade, dass wir aufgrund der Parköffnungszeiten den schönen Strand und den angrenzenden Dschungel mitsamt seinen Bewohnern nur bedingt kennenlernen konnten. Während wir einen ruhigen Tag mit Baden, Spielen und Strand verbringen, gehen unsere drei Besucher auf eine Bootstour in das Dorf einer Bribri-Gemeinde. Sie werden in das Leben des Indigena-Dorfes eingeführt und kehren reich an Eindrücken zurück. Unser gemeinsamer Ausflug in das naheliegende „Naturreservat Manzanillo-Gandoca“ beginnt mit gegen fünf Uhr Aufstehen. Da es aber anhaltend regnet, fängt vorerst außer uns kein früher Vogel auch nur irgendeinen Wurm. Unser „guia“ Omar führt uns aber mit viel Humor Manzanillo Omar und die Crew durch den nassen Wald und unerwartet entdecken wir doch so manches Tier. Auch bezüglich Pflanzen und Bäumen lernen wir so einiges dazu, z.B. während wir in einer Art Einflugschneise für die wunderschönen Morpho-Schmetterlinge stehen. Das Reservat hält wunderschöne Buchten bereit und es ist schon etwas frustrierend, dass der Regen alles grau tüncht. Dann hört es auf zu tropfen und es zeigen sich die ersten Tukane – wir sind entschädigt. Auf einer kleinen Inselspitze haben wir eine wunderschöne Aussicht und im Ort Manzanillo gönnen wir uns dann im „Maxis“ ein costaricanisches Frühstück mit Reis, Bohnen und Co. Bei einem gemeinsamen Kaffee müssen wir amüsiert feststellen, dass Omar zwei Monate im Jahr mit seiner kleinen Familie in der Heimat seiner Frau – Berlin Kreuzberg – verbringt. Dann ist es soweit, nach zweifacher Verlängerung nehmen wir Abschied von der Karibikküste und machen uns gemeinsam auf, das Landesinnere zu erkunden. Doch davon berichten wir ein anderes Mal. Pura vida!

  Playa Cocles Helikonie Puerto Viejo gruener Baumsteiger Tamarindo Paddelboot Puerto Viejo Faultier

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