Pura Vida! Costa Rica hat uns wieder und unser kleiner Tiger ist bis auf einen kleinen Husten wieder richtig gesund. Ab jetzt geht es wirklich nur noch gen Norden, aber entgegen den Erwartungen fühlt es sich sogar gut an. Mit einer Träne im Knopfloch lassen wir den wunderschönen Nationalpark "Corcovado" ganz
im Süden des Landes links liegen. Unsere erste Station wird Playa Uvita, gleich am Nationalpark "Ballenas". Auf dem Weg dorthin passieren wir noch so einige Folgeschäden des Sturmes Thomas, der ganze Straßenteile weggerissen hat. Es war gut, da wir das letzte Mal schnell weitergefahren sind, denn schlussendlich hat das Land sogar einige Tage Staatstrauer angeordnet aufgrund der massiven Erdrutsche und Unfälle.... Wir stehen vor den Toren des witzigen Hostels "Flutterby" und sind froh über viel Raum in der Küche und unter dem Vordach, denn es fängt leider recht bald an zu regnen. Gerade hatten wir es uns am nur zwei Gehminuten entfernten einsamen und naturbelassenen Strand gemütlich gemacht. Die dicken Tropfen sind am nächsten Morgen glücklicherweise von dannen gezogen so dass wir einen wunderschönen Strandvormittag verbringen. Wir malen ganze Gemälde in den Sand, buddeln und stecken die Füße in das von Ebbe verschluckte, weit entfernte Meer. Danach heißt es wieder Aufbruch gen Norden. Völlig überrascht befahren wir eine Straße, die imme
r als unbefestigt und schlecht galt und rollen so gut wie lange nicht. Seit erst acht Monaten sind der Surferort Dominical und das nur ca. 50km entfernte Natur- (und leider auch Touristen-) Paradies Manuel Antonio durch eine bestens ausgebaute Straße verbunden. Rechts und links säumen Ölpalmen die Straßenränder und wenn man so in die Plantagen hineinschaut und die Berge im Hintergrund erscheinen, meint man die Kulissen der Geschichte "Wo die wilden Kerle wohnen" gefunden zu haben. Die Ölgewinnung wurde hier begonnen, als eine Plage die Bananenplantagen befallen hatte. Als man merkte, dass auch der Anbau der Palmen lukrativ wurde, hat man diese einfach beibehalten und ausgebaut. Es dauert allerdings eine ganze Weile, bis so ein Pflänzchen ein früchtetragender Baum wird. Wir scheinen von der Regentrude verfolgt, denn kaum erreichen wir Quepos und das naheliegende Dorf mit dem gleichnamigen Nationalpark Manuel Antonio, gießt es aus Kannen. Es ist gerade mal früher Nachmittag und zu allem Unglück will sich auch kein Quartier für uns im Bus finden lassen. Bei der Hitze irgendwo im Regen zu stehen und abzuwarten, erscheint uns auf jeden Fall nicht die Alternative. Schade, denn trotz der Touristenströme, sind die Wälder und die Strände des Parks wirklich einen Besuch wert. Auf der Suche nach einem Schlafplatz erreichen wir nördlich der amerikanisierten Stadt Jaco die Bucht von H
erradura. Wie ein Geschwür breitet sich dort das riesige Resort "Los Suenos" (Mariott) aus. Ganze Ortschaften von Wohnhäusern, ein Golfplatz, Yachthafen und eine große Hotelanlage ziehen sich hier bis in die Hügel des Hinterlandes. Weil wir gehört haben, dass andere Reisende hier bereits genächtigt haben, versuchen wir unser Glück und staunen bei der Durchfahrt über all den unerwarteten Prunk, Jogging-Park-Pläne und allerhand Golfcards. Das Hotel will uns nicht und im Marina werden wir widererwarten des Wachmannes vom "Gringo"-Chef Bill weggeschickt. Während ich Parolen wie "Kill Bill und seine Schnöselbande" formuliere, war Andreas schon gefasst darauf, dass wir wohl nicht die passende Klientel seien. Am Ende wollen wir das ja auch gar nicht. Sicher und mit Internet versorgt nächtigen wir vor dem bewachten Einkaufszentrum. Überall weihnachtet es schon sehr und Anton stürzt mit großen Augen auf all die vielen Plastikweihnachtsbäume und wir kommen nicht darum, auch für unsere Busdekoration ein paar leuchtend rote kleine Kugeln zu kaufen :). Kaum zu glauben, aber auch bei über 25°C weihnachtet es sehr und der Bus ist bereits liebevoll dekoriert. Wir kramen unsere Erinnerungen an Weihnachtlieder hervor und Anton kennt bereits "Advent, Advent" auswendig - mit einigen Neuschöpfungen wohlgemerkt. Nachdem der vergangene Tag so frustrierend war, erleben wir
heute so manche Überraschung. Wir besuchen den Nationalpark Carara, wo wir durch ein Vogelparadies und viel Schlamm wandern. Unseren Weg kreuzt ein schwarz-grüner Frosch und Anton entdeckt ein Aguti. Die für die Region so typischen hellroten Aras finden wir auf Empfehlung ganz einfach in Strandnähe des Dörfchens Tarcoles. Vier bunte lauthals krächzende Exemplare bevölkern hier einen Mandelbaum - es ist aber gar nicht so einfach sie fotografisch angemessen festzuhalten. Den krönenden Abschluss, dieses Ausfluges bilden die unter der gut befahrenen Brücke des Rio Tarcoles herumliegenden dicken Flusskrokodile. Aus der Höhe wagt man sich ihre Größe kaum vorzustellen, aber es sind wirklich weder Kaimane noch Alligatoren, sondern die landesgrößten Krokodile. Jetzt ist es gar nicht mehr weit zur Halbinsel Nicoya und unseren Freunden Craig und Carla in Tamarindo. Aus dem spontanen Plan in Puntarenas die Fähre zu nehmen und dann den Südzipfel der Insel zu bereisen, wird leider nichts, als sich herausstellt, wann das nächste Schiff geht und dass wir dann bei
Dunkelheit auf unbekanntem Territorium landen. Also nehmen wir die Fährte auf und schaffen es gerade noch bei Einbruch der Dunkelheit und bevor ein starkes Gewitter über uns herniedergeht einen Schlafplatz an einem netten Tico-Restaurant zu finden. Am nächsten Morgen ist es nur noch ein Katzensprung, bis uns hinter heimatlichen Mauern liebe Freunde und drei aufgeregte Hunde begrüßen. Wir genießen fünf Tage den Luxus richtiger Betten, einer gut ausgestatteten Küche, heißwaschender Waschmaschinen, spontanen Dusch- und Schwimmspaß, viel Bewegungsfreiraum auf der großen Veranda … und natürlich die lustige Gesellschaft von Craig und Carla. Da war das große internationale Boccia-Turnier quer durch den Garten, die lustigen Abendrunden, die gemeinsamen Kochmanöver, der Strandausflug,… we had a great time, thank you sooo much! An unserem vorletzten Tag im Lande mussten wir noch lernen, dass montags alle Nationalparks geschlossen sind und frustriert wieder die Rückfahrt antreten aus dem "Rincon de la Vieja". Die staubige Piste hat dazu geführt, dass wir den Bus wieder komplett reinigen - auch nicht schlecht. Dann heißt es schon wieder Abschied nehmen, von Freunden, die wir länger nicht sehen werden, und einem Land, das für uns viele tolle Momente bereitgehalten hat. Einzig unser Geldbeutel wird jetzt ein wenig aufatmen:). Pura Vida, Costa Rica, que te cuidas!
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Kommentare
Lg Dani
Ansonsten ein sehr schöner Bericht.
Gruß aus Costa Rica
Benno