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Reisebericht Costa Rica II

Reisebericht Costa Rica II 16.10.-01.11.2010
(Rio Sarapiqui, Vulkan Arenal, La Fortuna, Vulkan Tenorio, Santa Elena, Monteverde, Sarchi, Quebrada de Quetzlal, Cerro de la Muerte, Dominical, Golfito
)

Arenal Vulkan und die Crew Quebrade de Quetzal der Nebel kommt früh Sarapiqui rote Passionsblume Vulkan Tenorio Catarata

Wieder führt unser Weg an unzähligen Bananen- und Ananasplantagen vorbei, bevor wir gen Norden abbiegen und uns der Region um den großen Sarapiquifluss nähern. Leider stehen wir bei einem ersten Versuch unangemeldet vor verschlossenen Türen von Peters Finca „Pedro y el Lobo“ in La Virgen und suchen Ersatzquartier in sehr einfachen Cabinas bei „Rositas“. Am nächsten Morgen sammelt uns Peter höchstpersönlich ein und wie sollte es anders sein, wir verlängern unseren Aufenthalt um zwei Nächte. Ute und Karl-Heinz unternehmen eine sehr schöne Paddeltour, wobei sie gemütlich von kleinen Flüssen Stück für Stück in Sarapiqui Halsbandarassari den großen Sarapiqui gleiten. Wir machen es uns indes in Haus und Garten gemütlich, lesen, spielen, beobachten Vögel und Anton stapft fröhlich in Gummistiefeln durch jede auffindbare Pfütze.Justus hat  noch immer mit den Nachwehen seiner Unterwasserabenteuer der starken Unterströmungen zu tun – an dieser Stelle soll noch einmal lobend erwähnt werden, dass ich ohne ihn wohl noch heute aussichtslos gegen die Strömungen meinen Weg an den Strand zurück erkämpfen würde!
Wir haben hier wieder einen Ort der Ruhe gefunden, in dem man wunderbar stundenlang nur die Tier-und Pflanzenwelt beobachten, auf der Terrasse sitzen und spielen, stricken, lesen und nebenbei noch Kleinigkeiten am Bus reparieren kann. Am nächsten Tag wandern wir zu einem Wasserfall, der allerdings so verregnet ist, dass wir nicht lange verweilen können. Nach einem insgesamt also eher ruhigen Tag kehren wir im Nachbardorf zum rustikalen Abendessen ein. Gut wenn man jemanden trifft, der Ahnung hat, denn Peter kann uns noch einige schöne Plätze empfehlen. Unser Weg führt uns zunächst nach La Fortuna zum sagenumwogenen aktiven Vulkan Arenal. Nach Auffüllen der Vorräte und der Geldbeutel fahren wir direkt in den Nationalpark und machen uns auf durch den Wald und auf die Lavafelder, um mit etwas Glück einen wolkenfreien Blick auf den Kegel zu bekommen. Und wirklich, genau als wir am skurilsten Punkt der Wanderung stehen, auf den schwarzgrauen Überresten aus dem Jahre 1992, wird die Spitze des Berges frei und man kann Nuevo Arenal Vulkansee sogar an verschiedenen Stellen Rauchschwaden aus dem Berghang treten sehen. Auf dem Rückweg nehmen wir den wenig frequentierten Pfad durch den Dschungelwald und entdecken neben tollen Pflanzen und Kleintierchen einen enorm großen Ceiba-Baum. Auch Anton weiß mittlerweile, dass Opa Karl-Heinz am liebsten Orchideen findet und bewundert :). Dann gilt es unser eigentliches Reiseziel anzusteuern, den Nationalpark Vulkan Tenorio in Guatuso. Wir verpassen mehrfach die Abfahrt und bekommen nicht gerade sinnvolle Hinweise aus den Reihen der Bevölkerung, so dass es am Ende dunkel wird, eh wir unser Ziel erreicht haben. Peter hatte uns den Park und die Unterkünfte empfohlen, wir kennen aber weder einen Namen noch war uns der Zustand der Straße so bewusst. Kurz gesagt, wir haben uns die Ankunft wirklich verdienen müssen: die Piste besteht meist aus großen Flusssteinen, immer wieder ist Slalom um größere Löcher angesagt und der Bus muss unglaubliche Steigungen überwinden. Die Wanderung am nächsten Tag hat uns aber alle vollkommen entschädigt. Der Weg führt auf verschiedenen Höhen durch den Wald entlang dem Rio Celeste, der aufgrund des Mineralgehalts zeitweise türkisblau erscheint. Während Anton Mittagsschlaf hält, nimmt Karl-Heinz mutig ein Bad in der heißen Quelle – in einem aus Flusssteinen gelegten Becken fließt auf dem eigentlich sehr kühlen Gebirgswasser eine heiße Wasserschicht mit ordentlichem Schwefelgeruch. Desweiteren treffen wir auf eine Art tiefblauen See und am Wendepunkt des Weges auf den Zusammenfluss zwischen klarem und blauem Wasser – ein fast irreales Schauspiel. Für einen kurzen Moment erhaschen wir auf dem Aussichtsturm einen Tenorio Flußzusammenlauf Blick auf den Tenorio, bevor wir den Rückweg antreten zum freundlichen Familienbetrieb am Parkeingang. Anton singt Omas „wir wandern“-Lied und setzt fröhlich einen Fuß vor den anderen. Entspannt klingt dieser Tag aus und zufrieden verlassen wir am nächsten Morgen diesen besonderen Ort. Vor uns liegt der Tag mit den meisten Pisten-Kilometern überhaupt. Die ersten 21km kennen wir, wenn auch nur im Dunkeln, schon. In San Rafael de Guatuso gibt es eine Art Abkürzung direkt an den Arenalsee, die laut Einheimischen gut befahrbar sei. Die Strecke ist sehr wechselhaft und zeitweilig sind wir froh, heile durchzukommen. Es geht hoch und wieder runter, hoch… bis man endlich den ersten entschädigenden Blick auf den See bekommt und das Örtchen Nuevo Arenal in der Nähe wähnt. Geschafft! In der ortsansässigen deutschen Bäckerei bedient uns Tom mit „Traveler-Preisen“ (er war selbst viel unterwegs) und auf unserem Tisch landen Hefeweizen, Brezen, Apfelstrudel und zum mitnehmen Vollkornbrot und gute Rittersportschokolade. Bevor wir weiterfahren, legen wir noch einen Badestopp am See ein und genießen den Blick auf den Vulkan aus dem angenehm kühlen Nass. Unser Etappenziel heißt heute Santa Elena in der gleichnamigen Nebelwaldregion Santa Elena/Monteverde. Nach mehrfacher Erkundigung werfen wir die Unsicherheiten über Bord und fahren auch noch die ausstehenden Santa Elena unser Wohnzimmer 39km Piste ab Tilaran bis zum Ziel. Mittendrin fängt uns starker Regenfall und ein ordentliches Gewitter ein und stellenweise lässt sich die Tiefe der Schlaglöcher nicht mehr ausmachen und wir haben unsere erste Wasserdurchfahrt (harmlos :)). Andreas war vor 6Jahren schon einmal in der Gegend und hat eine sehr nette Unterkunft in Erinnerung, die wir mit Mühe im Regen ausfindig machen und vollkommen verändert finden. Aus „technischen“ Gründen – alle sind zu erschöpft – belassen wir es für eine Nacht bei dieser beengten, feuchten, wenn auch freundlich bewirteten Bleibe, ziehen aber direkt am nächsten Morgen um. Die Finca „Tierra Viva“ ist die deutlich bessere Alternative und hält für jeden Geschmack etwas bereit. Dem gemütlichen Gemeinschaftsraum im Holzhaus fehlt lediglich ein Ofen/Kamin, denn hier in den Bergen wird es abends schon mal richtig frisch. Anton hat seine helle Freude an den zu melkenden Kühen, den frischen Kälbchen, den Pferden, Enten und dem Schwein. Das ist mehr als Entertainment und auch wir „Großen“ entdecken gerne mit:).  Um dem ersten Regenguss zu entgehen, flüchten wir uns zunächst in Santa Elenas Serpentarium, einer Sammlung aus heimischen Reptilien  und Amphibien. Wir bestaunen die harmlos aussehenden Giftschlagen und lernen das Schildkröten schneller sind, als ihr Ruf. Dann kommt zum Glück die Sonne wieder hervor und wir nutzen die Chance für eine fast Santa Elena uaf meiner kleinen Farm dreistündige Wanderung durch das Nebelwaldreservat von Santa Elena. Die Region befindet sich genau an der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik, was die besondere Vegetation und den Nebel begünstigt. Ein geheimnisvoller Wald empfängt uns und unterwegs erhalten wir sogar Besuch von einem Trupp Klammeraffen. Der nächste Tag beginnt mit einem sehr zeitigen Frühstück und somit gehören wir zu den besonders frühen Vögeln. Während Ute und Karl-Heinz die Umgebung erkunden und einen wunderschönen Orchideengarten ausmachen, wird der Rest der Truppe Kundschaft bei Selvatour. Gemeinsam besuchen wir den rastlos brummelnden Kolibrigarten, bevor Justus und ich Helm und Gurt für eine Reise durch die Baumkronen. Meine beiden „Jungs“ amüsieren sich im Schmetterlingshaus, während ich mit meinem (großen) kleinen Bruder per Canopy durch die Lüfte fliege. Anfangs sind die Aufregung und der Adrenalinkick ziemlich hoch. Als es dann anfängt entspannt zu werden und wir, statt uns krampfhaft nur festzuhalten und zu hoffen, dass alles gut geht, auch die Landschaft bestaunen können, stehen wir schon auf der letzten Plattform. Das nun folgende Seil ist das letzte mit einem Kilometer und muss zu zweit bereist werden – perfekt für den uns schon erwartenden Andreas mit der Kamera und ein passender Anblick für diesen lustigen gemeinsamen Ausflug. Canopy ist wirklich nicht Santa Elena Justus & Friederike Canopy geeignet, um Naturfreunde glücklich zu machen. Man saust so schnell an allem vorbei und bei teilweise unmöglich johlenden Touris hält sich wohl auch kein Lebewesen in der Nähe der Strecke mehr auf. Den Spaß war es aber allemal wert. Ich halte mich am abschließenden Tarzanseil aus 8m Höhe vornehm in den Reihen der Zuschauer zurück, aber Justus wagt den Sprung. Statt einer weiteren gedachten Wanderung verbringen wir den Rest des Tages gemütlich auf der Finca und verlassen das Gelände erst, um uns im Schweizer Lokal mit Rösti und Co. verwöhnen zu lassen und mit Anton auf den Kuckuck aus der Uhr zu warten. Unsere letzte gemeinsame Etappe führt uns über die Panamericana, durch die Berge nahe der Hauptstadt ins Örtchen Sarchi. Der Ort ist durch seine buntbemalten Ochsenkarren berühmt geworden  und vor den großen Souvenirgeschäften, die mal mehr als „made in china“ beherbergen, werden hin und wieder Touristenbusse ausgeleert. Ein paar Souvenirs dürfen schon sein, aber wir nächtigen beschaulicher außerhalb mitten im Kaffeeanbaugebiet mit Blick auf den naheliegenden Vulkan Poas. Der Schwabe Rainer und seine Tica-Frau Giselle empfangen uns herzlich – ihr gemeinsamer Sohn heißt, wie soll es anders sein: Anton :). Unseren letzten gemeinsamen Tag starten wir mit dem Besuch des Vulkans, der ca. 1,5h Anfahrt vorbei an Blumen- und Erdbeerplantagen erfordert. Wir haben wirklich Glück, denn keine 10 Minuten nachdem wir die „zweispurige Autobahn“ (betonierter Wanderweg) gemeistert haben und am Aussichtspunkt angekommen sind, ziehen Wolken in den Krater und man sieht nichts als weiß. Wir haben den türkisfarbenen See und die bizarre Kraterlandschaft noch geradeso Vulkan Poas Krater und Familie erspähen dürfen. Der Rundweg führt entlang eines weiteren blauen Kratersees und durch Krüppelwald zurück gen Parkplatz. Auf halber Strecke holt uns der Regen ein und unter Donnergrollen verlassen wir den aktiven Berg. Am letzten Abend soll es ein Abschiedsgrillen geben und der arme Andreas verbringt später den halben Abend mit dem Schirm am Feuer, da der Regen eher mehr als weniger wird. Also ein schaurig schöner Grillabend, der alsbald an den runden Tisch in den Bungalow verlegt werden muss. Wir dürfen genialerweise die merkelschen Taschen bis zum Rand mit Sachen von uns bepacken und somit gehen schon einige Souvenirs und Platzräuber auf die Heimreise. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit Poasblick fahren wir also zum Flughafen, in den dummerweise nur Passagiere dürfen. So verbringen wir die letzte gemeinsame Zeit in einem Bistro an der gegenüberliegenden Tankstelle mit entsprechendem Flair, bis Anton wach ist und die liebe Familie sich im strömenden Regen verabschiedet. Eine etwas unwirkliche Situation, wie wir da so an der Tankstelle stehen und sich drei liebe Reisegefährten langsam entfernen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die reiche und gesellige Zeit mit Euch und natürlich für all die Mitbringsel und Einladungen! Wir ziehen uns auf den uns schon bekannten Trailerpark vor San Jose(Belem) zurück und nutzen das Internet und die Waschmaschine, um innerhalb von zwei Tagen wieder alles auf Vordermann zu bringen. Der umgebende Straßen- und Flugzeuglärm ist nicht gerade gemütlich, aber es gibt einen Spielplatz und einige Tiere für Quebrada de Quetzal, Quetzal Anton, so dass wir die Zeit lückenlos füllen können. Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, als wir mit den zukünftigen Kitas telefonieren und Rückflüge organisieren und damit unserer eigenen Heimreise innerlich deutlich näher rücken. Andreas hat lange mit sich gerungen und sich am Ende gegen den Besuch einer deutschen (teuren!) Metzgerei in der Stadt entschieden und vorerst auf Schwartenmagen und Leberkäs verzichtet. So geht die Fahrt weiter und wir beziehen unsere nächste Station unweit der höchsten Stelle der Panamericana auf 2608m Höhe am herzlichen Familienbetrieb Serano „Mirador de Quetzales“(km70). Wer hätte gedacht, dass wir auf einmal lange Unterhosen und dicke Pullover anziehen und Tee schlürfen würden :). Das hölzerne Haupthaus mit Ofen und (zu Antons Freude) Billard lädt zum Verweilen ein und wir verbringen auf der Suche nach dem als Gottheit der Maya verehrten Quetzal gleich zwei Nächte hier. Jorge und sein Sohn Jason geben alles, um uns den äußerst schwer zu erspähenden Vogel zu zeigen, der je nach Fruchtstand in unterschiedlicher Höhe verweilt um eine kleine Art Avocado zu verspeisen. Zum Glück finden wir nebenbei allerhand andere Haus- und Hoftiere und Bäche zum Blätterwerfen, denn Anton (und wir!) müssen ganz schön geduldig sein. Fast drei Stunden verbringen wir im Wald…ohne Erfolg. Dann kommt der Anruf von Bekannten und nach einigen Schlammgängen und wieder viel Geduld wird unser Warten belohnt und wir bekommen mindestens drei verschiedene Tiere zu sehen. Wunderschöne Tiere, die nicht zu Unrecht verehrt wurden und dem ewig anmutenden Fotoschooting tapfer standhalten. Andreas bezeichnet dieses Erlebnis gleich als eines seiner Reisehighlights! Wir verabschieden uns und lassen schweren Herzens die kleinen Babyhunde zurück, um den letzten Abschnitt bis zum Cerro de la Muerte hinauf zu schnaufen. Hier auf 3300m Höhe hat die Panamericana ihren Quebrada de Quetzal, Anton und die Welpen höchsten Punkt und man sieht bei gutem Wetter bis nach Panama und auf beide Ozeane herunter. Die Straße führt hinunter ins Tal von San Isidro de El General das für guten Kaffee und die schönsten Frauen des Landes berühmt ist. Wir haben weder noch bewundert und treten sofort die Weiterreise an die Küste nach Dominical an. Auf halber Strecke fängt es an zu regnen und in unserem Bus ist nach den Temperaturschwankungen mittlerweile alles nass vom Kondenswasser. Auf der Serpentinenstraße ans Meer sind noch deutliche Spuren von Erdrutschen zu sehen und unten auf der Küstenstraße haben wir immer mehr das Gefühl ins Unwetter zu fahren. Aus den Hängen links von uns ergießen sich Sturzbäche und eine Brücke wirkt alles andere als sicher. So wird aus unserem ersehnten Strandbesuch in Uvita und Umgebung nichts und wir müssen die Ausschau auf Wale und Delphine im Meer auf die Rückreise verschieben. Für den Abend und die Nacht dürfen wir im Eingangsbereich eines netten Hotels bleiben. Obwohl der Himmel am nächsten Morgen wesentlich freundlicher scheint, setzen wir die Reise fort und nähern uns Stück für Stück der Grenze zu Panama. Wir suchen Quartier im Hafenstädtchen Golfito – einstiger Bananenverladehafen – und werden auch hier wieder ordentlich eingeregnet. Immerhin gibt es vor Ort eine sehr flotte Internetverbindung, sodass wir mit der Familie skypen und die Reisehomepage aktualisieren können. Also trotzen wir dem Wetter und bleiben, werden aber morgen nach einer Stipvisite in der Steuerfrei-Zone nach Panama aufbrechen. Was Tiger und Bär dort erleben, erfahrt Ihr dann in einigen Wochen. Hasta la vista!

© www.bus-travel-diaries.de

Sarapiqui Regenbogen Tukan Vulkan Tenorio Baumriese Ceiba und Zwerg Santa Elena Morpho Schmetterling Vulkan Tenorio baden im Themalbad

Foto Gallerie


Kommentare 

 
0 #1 Traveller 2011-04-06 18:04
Toller Bericht. Ihr habt ja schön was erlebt, was aber bei einem Naturparadies wie Costa Rica nun wirklich nicht schwer ist. Wer 3 Wochen nur am Strand liegen will sollte besser nach Mallorca fliegen.

Pura Vida

Traveller
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