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Reisebericht Nikaragua II

Reisebericht Nikaragua II 01.12.-08.12.2010
(
San Juan del Sur, Parque National Volcan Masaya, Catarina, Leon, Las Penitas, Somoto
)

Antons Geburtstag Konfetti Leon Artesanias vor der Kathedrale Nicaragua Busfahren Penitas Lagune

Wir sind zurück im Land der Vulkane, der Seen und der extrem freundlichen Menschen. Nicaragua hat uns mit etwas chaotischer Bürokratie an der Grenze empfangen. Andreas hat aber schnell der Durchblick gewonnen und uns wie immer mit San Juan del Sur Markt Geschick durch die Papiermühle gelotst. Unser erstes Ziel heißt San Juan del Sur und wir sind sehr gespannt, wie amerikanisch und touristisch dieser Ort wohl sein mag. Trotz Surferparadies und regelmäßigem Anlegen von Kreuzfahrtschiffen hat es der Ort geschafft, seinen Fischerort-Charme zu behalten. Allein die Strandpromenade und die ersten Straßenzüge mit Meerblick sind mit Restaurants und Hotels dekoriert. Dahinter spielt sich dann das ganz normale Leben ab und wir fühlen uns hier direkt wohl. Der Schlafplatz ist nicht schön, aber gut bewacht, nah am Meer und mit Internetzugriff (heimlich:)) versorgt. Es geht ein angenehmer Wind, so dass auch die Nächte nicht zu heiß werden, von denen wir dann gleich zwei hier verbringen. Unser glückliches Kind steckt die Schaufel in den Sand und sammelt Steine und wir genießen das Leben und lassen uns alle ein bisschen treiben. Wir kommen mit vielen Menschen ins Gespräch - über Gott und die Welt - und treffen den Berliner Sven. Abends gibt es natürlich Fisch, nachdem wir uns am Vortag zur Feier des Tages San Juan del Sur Strand auch mal in ein Restaurant mit Meerblick gegönnt haben. Mittlerweile kommen täglich Omas weitgereiste Adventskalender zum Einsatz und Anton muss sich sehr zurückhalten, nicht mehr als ein Türchen zu öffnen. Wir schauen uns jeden Tag ein Minibuch an und halten eine Teeverköstigung ab. Schokolade wäre in diesen breiten ja alles andere als eine schöne Bescherung gewesen. Jetzt steigt die Aufregung, denn es werden immer weniger Nächte, bis unser großes Kind schon seinen zweiten Geburtstag feiert. Wir haben dafür den Nationalpark Vulkan Masaya ausgewählt. Nach einem letzten gemütlichen Vormittag am Meer, im Ort und auf dem Spielplatz erreichen wir die Kraterlandschaft gegen späten Nachmittag. Wir sammeln die ersten nachhaltigen Eindrücke im orangefärbenden Abendlicht und kraxeln die 184 Stufen zum Gipfelkreuz hinauf. Von dort hat man einen tollen Blick auf die umliegende Mondlandschaft, sowie in den Santiagokrater, der eifrig raucht und stinkt. Der Vulkan gilt als einer der weltgrößten Umweltverschmutzer und der Besucher wird gebeten sich nicht länger als 20Minuten in unmittelbarer Nähe der Gase aufzuhalten. Die Fahrzeuge Parque National Volcan Masaya Bus und Krater Santiago müssen in Fahrtrichtung geparkt werden und es kommt immer wieder vor, dass aufgrund von geologischen Ereignissen evakuiert werden muss. Wir dürfen an sicherer Stelle :) im vorderen Teil des Parks hinter dem Museum schlafen und nach einer großen Runde Spielplatz gehen wir zu den abendlichen Ritualen über. Als wir am nächsten Morgen schon im Bett singen, freut sich Anton wie ein kleiner Schneekönig. Er strahlt beim Anblick von Kerzen, Kuchen und Konfetti (wie gewünscht!) und darf so einige kleine Überraschungen auspacken. Nach einem regelrechten Konfettiregen im Bus, gibt es ein Geburtstagsfrühstück im Freien und wir staunen, dass sogar die Ameisen die bunten Schnipsel für sich verwenden können. Nach einer gehörigen Spielzeit fahren wir am späten Vormittag wieder zum Vulkanparkplatz. Auch unter Parque National Volcan Masaya Sonnenbus dem blauen Himmel hat man den Eindruck vor den Toren der Hölle zu stehen. Im Tageslicht wird einem die Tiefe nochmal bewusster. Wir wandern zum San Fernando Krater hinauf, der ganz grün und bewaldet ist. Von hier oben überblickt man nochmal die ganze Landschaft und hat Sicht bis nach Managua und zum kegelförmigen Vulkan Momotombo. Den halben Nachmittag verbleiben wir noch, spielen, picknicken und besuchen das Museum. Dann verlassen wir dieses Reisehighlight und Anton erwacht in altbekannter Umgebung - auf dem Parkplatz des Aussichtspunktes in Catarina. Wie in seinen Erinnerungen spielen wir jetzt vor allem Fußball. Wir wurden schon begrüßt und wieder erkannt und das allein macht diesen Platz noch sympathischer, als er schon ist. Wie auch schon andernorts werden gerade die Einschulungen und bestandenen Schulabschlüsse gefeiert und so sitzen wir am Abend nach einem letzten Blick auf die Lagune mit vielen Großfamilien in der örtlichen Pizzeria. Da wir eh schon auffallen, können wir auch getrost unsere Geburtstagskerzen aufstellen und die Augen unseres "Chelitos"(Blondlings), wie man hier sagt, erneut zum Leuchten bringen. Zum krönenden Abschluss leuchten auch noch Papa Andreas' Augen, als er - wie passend - einen Vulkan für Antons Geburtstag Kerzen seinen Sohnemann anzündet. "Nochmal! heißt es und uns bleibt nichts, als Anton zu versprechen, dass wir im nächsten Jahr wieder einen ganz schönen Geburtstag feiern werden. Von Catarina geht die Fahrt an Managua vorbei, immer mit dem Blick auf die Cordillera los Maribios, einer Kette von zum Teil stark aktiven Vulkanen, bis in die Universitätsstadt Leon. Die kolonialen Mauern der Stadt haben einiges an Revolution miterlebt und im historischen Kern befinden sich einige sehr schöne Kirchen und die längste Kathedrale Zentralamerikas. Wir suchen uns aufgrund der Hitze ein mit Parkplatz bestücktes Hotel für die Nacht und erkunden bis zum Sonnenuntergang ein wenig das Stadtzentrum. Es herrscht noch munteres Markttreiben und Musik liegt in der Luft. Die Kathedrale wird von Leon Leguane auf dem Markt fuer die Sopa de Iguana großen Löwen bewacht (wie der Name "Leon" schon sagt), eine Familie begeht festlichst den Geburtstag ihrer 15jährigen Tochter (Quinzeanos) - man meint einer Hochzeit beizuwohnen - und Anton bestaunt die amüsante Weihnachtsdekoration der Stadt. Weihnachtmänner auf Schlitten reiten entlang der kolonialen Mauern und treffen auf beleuchtete Krippenensembles. Während uns die einen freundlich begrüßen, werden wir hier erstmals seit längerem wieder kritisch beäugt. Schade! In der seit 1979 sozialistisch regierten Stadt bereitet sich gerade alles auf "La Purissima" vor, dem landesweiten Fest zur Empfängnis Marias. Im Hotel beispielsweise wird ein Pickup mit Bergen von kleinen Geschenken (Bällen, Dosen etc.) bepackt, die dann am 7.Dezember traditionell Leon Anton und der Löwe verschenkt werden. Es ist zweiter Advent und wir melden uns mal wieder per Internet bei der Familie. Auch an diesem Vormittag durchwandern wir wieder die lebendigen Gassen, essen auf dem Markt und landen kurzzeitig mitten in einer Taufgesellschaft. Der kurzfristige Plan, einen Ausflug ans Meer zu machen, entpuppt sich als geniale Idee. Wir finden einen Schlafplatz am Felsenstrand von Penitas im Restaurant-Hotel "Playa Roca", dass von witzigen Amerikanern geführt wird, die uns mütterlich willkommen heißen. Doch noch einmal am Meer zu sitzen, ist für uns alle ein großer Genuss und der Platz ist wirklich total schön und angenehm. Wir verbringen einen entspannten Tag und gleich noch eine Nacht hier. Anton sammelt alle Muscheln, die er findet, Andreas bearbeitet die Penitas Playa Roca Feierabend Internetseite und ich genieße es auf Gioconda Bellis Spuren zu sein und schreibe, wenn Luft ist die letzten Tagebucheinträge nach. Nun müssen wir uns entscheiden, an welcher Stelle wir nach Honduras einreisen wollen und wir entscheiden uns für den uns bekannten Grenzübergang El Espino. Bevor wir weiterfahren, versuchen wir die Fabrik einer der besten Rummarken (Flor de Cana) zu besuchen und müssen leider damit leben, dass die Besichtigung eine aufwendige Voranmeldung benötigt. Somit treten wir vom Örtchen Chichigalpa aus die Reise gen Honduras an. Die Straße führt diesmal mitten durch die beeindruckende Vulkanlandschaft und schon unterwegs dürfen wir einige Altare und geschmückte Wagen für das Fest der Purissima bewundern. Unsere l Penitas Friederike & Anton im Sonnenuntergang etzte nicaraguanische Nacht verbringen wir bei der Feuerwehr in Somoto, die uns sofort wiedererkennen und herzlich willkommen heißen. Anton verblüfft uns mal wieder mit seinen Erinnerungen an Details, die wir hier gesehen haben. Heute sind es nicht die Trommeln, sondern Feuerwerk, das über den ganzen Ort schallt. In Somoto sind an der Plaza drei Altare aufgebaut, die mit allerlei Geschenksäcken bestückt sind. Wir erreichen die Kirche, die mit ihrem Turm immer ein bisschen an "Zurück in die Zukunft" erinnert, kurz bevor genau 18 Uhr die Verteilung der Gaben beginnt. Es hat sich bereits eine lange Schlange entlang der Plaza gebildet, die durch Eisengatter entlang der Pilgerplätze führt. Alles schwatzt und kichert und hat Taschen dabei, die gefüllt werden wollen. Auf Antons Wunsch besuchen wir die Kirche in der mit Gitarre gesungen wird. Anton fragt laut am Ende eines Liedes, wie beim häusliche Somoto Begegnungen bei der Feuerwehr CD-hören "was kommt noch?" und dann erst stellen wir fest, dass hier gerade jemand verabschiedet wird. Draußen leuchten halbgefährliche Feuerwerkskörper am Himmel und Groß und Klein singt für Marie. Wir mischen uns noch ein wenig unter die Leute bevor wir zurückkehren in unsere Feuerwache. Am nächsten Tag haben wir zunächst eine Grenzüberquerung und dann eine lange Fahrt vor uns. Wir erleben die fast schnellste Grenzprozedur der ganzen Reise. Andreas muss kommt nicht umhin, sich über die damalige Einreise und die Korruption und Unfähigkeit der Beamten in El Amatillo (von El Salvador nach Honduras) zu beschweren und sich für die hiesige Professionalität ausdrücklich zu bedanken. Bienvenidos a Honduras! Doch dazu erfahrt Ihr in Kürze mehr.

Parque National Volcan Masaya Wanderweg San Fernando Leon Guitarhero Parque National Volcan Masaya Blick San Juan del Sur Schneemannnase

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