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bus-travel-diaries

USA I 05.01. - 12.01.2010

(Laurel, Baltimore)

Laurel, Patuxent National Research Baltimore, Inner Harbour Baltimore, Aquarium, Delfin Show Laurel, Waschsalon

Hi everybody, how are you?

Nicht, dass Ihr denkt, dass Ihr jetzt antworten müsstet. Das ist hier nur so eine Floskel. Man kann höflich, ‚fine, how are you‘ antworten, aber wie es einem geht, will eigentlich nicht wirklich jemand wissen. Ja, da sind wir jetzt im großen Amerika…Doch zuvor, wie alles begann:…vor allem turbulent. Andreas verliert zunächst sein Handy kurz vor der Abreise. Problem wird am letzten Tag erledigt. Geht doch! Morgens um halb Sieben fahren zwei Taxis vor – obwohl eines bereits abbestellt war. Wir werden direkt in eine Auseinandersetzung verwickelt und verstehen zum Glück die türkischen Schimpfwörter nicht. Kurz sah es nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd aus, aber wir erreichen doch noch unversehrt den Flughafen Tegel. Dort steht gleich angeschrieben, dass unser Flieger mit ca. 3,5h Verspätung abfliegen wird. Erst ärgern wir uns, dass wir so früh aufgestanden sind, am Ende sind wir froh, da die Schlange zum Schalter unaufhörlich länger wird. welcome to the states... Unser USA-Trip erhält nun seinen Auftakt beim Einlösen der Gutscheine des Flugunternehmens bei Burger King – endlich Fastfood ;). Anton findet Flughäfen grandios. Man hat so furchtbar viel Platz, lauter große und kleine Menschen, die freundlich zurück lächeln, wenn man die Nase rümpft und aus den großen Fenstern kann man allerhand beobachten. Pünktlich zum Abflug ist er dann eingeschlafen und blieb dann ein Viertel der Flugzeit im Sandmannland. Wir erhalten natürlich nicht die Plätze mit viel Beinfreiheit, die Familien bekommen (waren andere wohl schneller). Dafür haben wir das unauffälligste und zufriedenste Kleinkind. Anton ist ein großartiger Flugbegleiter! Auch die Landung verschläft er wieder pünktlich. Er schläft, und schläft, und schläft, und…das ist auch gut so, denn an der Einreise (Passkontrolle und Aufenthaltsgenehmigung) stehen wir geschlagene 1,5h an - immer mit einem Auge auf die Uhr, die das Verpassen des bereits umgebuchten Anschlussfluges voraussagt. Und so kommt es dann auch. Schade nur, dass wir uns noch den Stress gemacht haben, mit dem Laurel, Days Inn, Anton gaaanz relaxed gesamten Gepäck (und Gewicht!) zum Gate zu rennen, uns dort kein Mensch sagt, dass die großen Rucksäcke vielleicht doch eher woanders abgegeben werden müssten, der Officer mit einer (Entschuldigung!) Arschruhe unsere Dokumente durchblättert und man uns im Sicherheitscheck entspannt die Schuhe, Jacken und Co. ablegen lässt und kontrolliert. Aber Ende gut, alles gut! Continental sponsert eine Nacht im Hotel in New York und vor allem bekommen wir einen Flieger für den nächsten Morgen, der direkt nach Baltimore fliegt – nicht wie in Berlin umgebucht 3h nach Charlotte um dann 2h zurück nach Baltimore zu fliegen. Wir erreichen Baltimore bei Sonnenschein (und so sollte es die nächsten Tage auch bleiben) – was für ein Geschenk! Zum Glück können wir direkt in den Mietwagen (einen Allrad-Jeep Commander V8) umsteigen und sind damit mobil genug, um in den nächsten Tagen die wichtigen Besorgungen zu machen und vor allem, um ein bisschen Land und Menschen kennen zu lernen. Wir wohnen in Laurel im beschaulichen „Days Inn and Suites“ an einer Art größeren Landstraße irgendwo zwischen Washington und Baltimore. Wie haben beschlossen, die nächsten Tage hier zu bleiben. Damit haben wir eine Baltmiore, Inner Harbour gute Basis für Ausflüge und  Anton hat eine „gewohnte“ Umgebung. Er liebt es auf den Betten herum zu turnen, packt mit Freuden seinen kleinen Koffer aus und ein und bewegt sich hier schon ganz selbstverständlich. Jeden Morgen geht es mit dem Fahrstuhl nach unten zum Frühstücksraum – man könnte diese eine Etage auch laufen, aber das Treppenhaus ist so umständlich zu erreichen, dass es wirklich wenig Sinn macht. Obwohl dies wiederum nach so einem amerikanischen Frühstück angebracht wäre... Wir haben zur Wahl: Toast, Muffins, Rührei, Haferflockenmix, Cornflakes, Waffeln und allerlei Getränke. All das serviert auf Einweggeschirr. Der Kaffee ist nicht wirklich gut und Himbeerlimonade auch nicht jedermanns Geschmack. Wir bringen seit ein paar Tagen unseren eigenen Butter-Käse-Wurst-Vorrat mit. Hier läuft zum Frühstück permanent die Glotze mit einem Nachrichten- oder Wettersender. Am Anfang haben wir ständig gedacht, es gäbe schlimme Nachrichten, schließlich kennt man diese Bilder und Einstellungen immer nur aus Katastrophenmeldungen. Die Bilder sind aber eben einfach so. Oder da sitzt zum Beispiel ein stark übergewichtiger Hotelgast genau vor dem Bildschirm und isst Waffeln mit Ahornsirup zum Frühstück, während Baltimore, Inner Harbour, Hardrock Cafe Werbung für Abnehmen und gesunde Ernährung läuft. Welcome to America... Wir gewöhnen uns auch nur langsam an die Ernährungsumstellung und bedauern, dass man hier nur eine Mikrowelle im Zimmer benutzen kann – wenigstens das.  Das Gesetz verbietet Küchen in Hotels. Wir haben vom Portier erfahren, dass auch die Fenster alle aufgrund der Gesetzeslage verschlossen sind. Für frische Luft muss man ernsthaft die Klimaanlage anschmeißen. Die ersten organisatorischen Dinge sind geklärt – Anton hat einen neuen Sportflitzer (Jogger) und einige Probegläser Babyessen (gibt’s nicht so viele), Andreas ein GPS-Navi, wir alle neue Turnschuhe und ein paar Klamotten und vor allem seit gestern den Bus, der soweit fast unbeschadet das Hafengelände verlassen hat –leider haben die Trottel die Standheizung angelassen so das Tank und Batterien leer waren, unser Statussymbol, den Stern, haben sie auch geklaut und Baltimore, Aquarium, Delfin Show zu guter Letzt hat wohl jemand versucht, durch ein kleines Seitenfenster rein zu kommen und es so beschädigt, dass nun jeder, der eine Zange hat, in null-komma-nix das Fenster öffnen könnte. Zum Abholen aus dem Hafen braucht man hier in den USA mittlerweile einen sogenannten Escort-Service, der mit einem Zertifikat berechtigt sein muss, auf dem Hafengelände manövrieren zu dürfen. Unser Fahrer in Kapuzenpulli und weiten Hosen hat seinen Job etwas maulfaul und energiesparend, aber dafür problemlos erledigt. Jetzt steht der Bus also hier bei uns unterm Fenster, als wär das immer schon so gewesen. Am Sonntag soll er dann, für die Zeit, die wir in Brasilien verbringen, im geschichtsträchtigen Gettysburg bei Barbaras Nichte untergestellt werden. Einen Kurztrip nach Mexico haben wir auch schon gemacht: Wir sind mit unserer ersten Schmutzwäscheladung in einen sogenannten Laundromat gegangen, der sich als riesiger Waschsalon entpuppte. Dort haben sonntags allerlei Hispanic-Familien ihre Wäscheberge (bei mexikanischem Fernsehen) bezwungen. Nebenan im“ Laurel, Patuxent National Research SuperpanamSupermarkt“ lief Latino-Musik und die Regale waren voll mit Importgütern aus Mexiko. Das war unerwartet für uns eine besondere Begegnung. Nach den ersten Tagen Shopping-Mall-, Fastfood- und Supermarkt-Abenteuer haben wir mit großer Begeisterung ein Natur- und Wildreservat (Patuxent Research Refuge) ausfindig gemacht, das zwar pünktlich schließt, uns aber einen großen Augenblick Durchatmen und Freiheit geschenkt hat. So sind wir also bereits hin und wieder mit touristischen Augen unterwegs, haben neben Vöglen, auch Eichhörnchen und Rehe gesehen. Einen halben Tag haben wir in Baltimores grandiosem Aquarium verbracht, wo man verschiedenste Fische, Quallen und andere Meerestiere beobachten kann, einer amerikanischen Delfin-Show beisitzen und etwas über Umweltschutz erfahren kann und einen Rundgang durch australische Welten macht. Wirklich ein ganz toll gemachtes Baltimor, AquariumMuseum – Anton hatte große Freude (und Augen!). Der Inner Harbour – Baltimores touristisches Herzstück - ist schon eine eindrucksvolle Kulisse. Unser Spaziergang hat uns dann durch „little italy“ geführt und einzig die Kälte hat uns davon abgehalten, die Stadt noch weiter per pedes zu entdecken. Morgen wird Andreas das letzte Mal den Jeep über die Highways ‚jagen‘ und ab dann sind wir mit dem großen Blauen unterwegs. Es ist noch nicht sicher, ob wir das weiße Haus mit dem blauen Haus besuchen. Vielleicht nehmen wir den Zug – haben wir nach Baltimore auch schon getestet. Ihr werdet es in Kürze erfahren und wieder von uns und unseren amerikanischen Abenteuern hören. Nur noch am Rande, um unsere Heimatverbundenheit zu verdeutlichen: unsere Uhr läuft noch auf deutscher Zeit und nach dem chinesischen Essen stand im Glückskeks ‚you are deeply attached to your family and home‘ – kann das Zufall sein?

See you soon! Have a great time! ;)

© www.bus-travel-diaries.de

Laurel, Chinese Buffet Lunch Laurel, Patuxent National Research Jeep Commander, unser Mietwagen für eine Woche Baltimore, Inner Harbour



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