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bus-travel-diaries

USA V 07.03 - 20.03.2010

(Ft. Myers,  Fort de Soto, Homosassa, Appalachicola, St. Joseph Island, Panama City, Dauphin Island, New Orleans)

Fort de Soto State Park Antiques Appalachicola Ente Homosassa spring on the road

Nun sind wir bereits in New Orleans, haben Floridas „Pfannenstiel“ hinter uns gelassen, sweet home Alabama und Mississippi durchquert…doch alles der Reihe nach.
Strand Fort de Soto Von Fort Myers sind wir über Venice nach Sarasota, d.h. auf die vorgelagerte Insel Siesta Key gefahren. Ein nicht besonders reizvoller Campingplatz erwartete uns, dafür direkter Strandzugang und ein Spielplatz unmittelbar nebenan. Schade, dass der Wind so frisch ist, ansonsten könnte man es hier gut aushalten. Ein bisschen tun uns auch die leichtbetuchten Brautjungfern der Openair-Hochzeit leid, die hier dem Wind und Meerblick ausgesetzt sind. Romantisch ist es aber trotz alledem! Mal abgesehen von der kitschigen Stretchlimousine, die später vorfährt. Anton beschert uns und sich später eine große Überraschung indem er von allein anfängt zu rutschen (siehe Video in Antons Blog). Seitdem ist er süchtig danach. Wir unterhalten uns  mittlerweile schon mit Codewörtern oder auf Englisch, wenn es um das Thema Spielplatz geht und wir dem kleinen Mann gerade nicht den Gefallen tun können, dort hin zu gehen.
Gleich zwei Nächte verbringen wir im schönen Fort de Soto State Park bei St. Petersburg (ja, bei diesen Ortsnamen hier in Florida reist man schnell mal von Italien nach Russland). Wären wir zwei Minuten eher angekommen hätten wir sogar noch einen Stellplatz mit Wasserblick bekommen…dafür ist es bei uns windgeschützter. Wir genießen Ruhe, Zeit, Wassernähe, Strand, Muschelnsammeln, Spielplätze, Grillfeuer, durch die wildwüchsigen Büsche kruschtelnde Waschbären mit nächtlichen Leuchtaugen…davon hält uns nur gelegentlich der Versicherungsagent aus Deutschland ab, der seit Tagen unsere Manatee Seekuh Homosassa springs Autoversicherung verlängern soll und sich nicht meldet. Im „it’s the law –Land“ wollen wir eine Fahrt ohne Versicherung besser nicht riskieren. Oberhalb vom Städtetrio St.Petersburg, Tampa und Clearwater wird die Küste zunehmend sumpfig. Die Straße gen Norden führt auch eher weg vom Golf. Eine schöne Pause halten wir im „Homossa Springs“ Wildpark. Dort haben wir endlich Floridas Maskottchen kennenlernen dürfen – the manatee. Bis zu 1600kg schwer und 4,5m lang gleitet diese Seekuhverwandte durch die mangrovenumwachsenen Gewässer. Sehr eindrucksvoll, wie hätten diese Tiere nie so riesig groß erwartet. Sie stopfen den Salatkopf, den die Parkvolontäre gerade ins Wasser geworfen hatten, im Ganzen direkt in ihr rüsselartiges Maul, drehen eine Eskimorolle und lassen weiter ihren moosig scheinenden Kugelkörper elegant durch das Wasser schweben. Auch für Anton war der Parkbesuch sehr aufregend. Der Panther folgt ihm unerlässlich, wie er so vor dem Gehege entlang krabbelt und leckt sich am Ende schließlich sogar das Maul. Für Anton war es ein Spiel, der Panther musste wohl hungrig gewesen sein. Später spricht er wie selbstverständlich „Bea“ nach, als wir die amerikanischen Braunbären beobachten. Er kann jetzt schon Flamingos, Eulen („eie“) und Raben („abe“) erkennen und zeigen. Es ist immer wieder toll, beobachten zu dürfen, wie so ein kleiner Mensch lernt und vor allem wissbegierig ist. Anton sieht zum Teil Dinge lange vor uns und beobachtet die Welt wirklich mit sehr wachen Augen. Für uns wird der Tage kurz vor Sonnenuntergang auch noch ordentlich aufregend, denn nach einer etwas schwammigen Fahrt entdecken wir einen Platten im Reifen hinten außen rechts. Zum Glück schien nur das Ventil kaputt und mit einer Notaufpumpung erreichen wir den (schon wieder zum Glück) nahegelegenen Walmart und seine zugehörige „tire&lube“ Werkstatt. Erst sollte alles kein Problem sein, doch als die Überstunden machenden Jungs den Reifen wieder aufpumpen wollen, beult er aus und droht zu explodieren. Was für einen Sprung da alle gemacht haben. Wir sind froh, dass für uns alles so unkompliziert und glimpflich ausgegangen Anton auf der Bank Appalachicola ist und investieren getrost die Übernachtungskosten und einiges mehr in einen neuen Reifen. Walmart behält uns für die Nacht und Anton erkennt sogar im Dunkeln die zum Verkauf stehende Rutsche und möchte uns zum Spielen überreden. Unser nächstes Ziel ist Appalachicola, von wo aus es noch einen Katzensprung bis zu wunderschönen Halbinsel St.Joseph ist. Im historischen Fischerörtchen pausieren wir, schlendern, machen einige Bilder und Anton beobachtet und imitiert eifrig die größeren Kinder auf dem Spielplatz. St.Joseph hat einen wunderschönen State Park in dem man direkt hinter den Dünen campen kann. Die Strände sind hier an der Nordspitze unbebaut, ruhig und schneeweiß. Wir reservieren sicherheitshalber gleich noch eine zweite Nacht und hoffen, das angekündigte Unwetter sucht sich doch noch einen anderen Austragungsort. „Mea“ ruft Anton, springt im Sand herum, sucht Muscheln und Stöckchen und es ist wunderschön unserem ausgelassenen Kind im Sonnenuntergang zuzuschauen. Wir lernen die herzlichen Menschen Steven und Cathy kennen und bedauern, dass wir sie und dieses idyllische Plätzchen doch wieder verlassen, weil der Regen alles traurig aussehen lässt und nicht aufhören will. Die Idylle liegt wirklich schnell hinter uns, als wir Panama City erreichen und hier volle breite Straßen, eine enorm ausgebaute Infrastruktur und vor allem Horden von Springbreakern begegnen. Das Durchschnittsalter der Menschen, denen wir begegnen, beginnt sich nun zunehmend zu verringern – es steht „Spring Break“ vor der Tür, Frühlingsferien, viele junge Menschen und viel Alkohol, sogar auf offener Straße.
Wir befinden uns wirklich mitten in all dem, als man uns an der Walmart-Kasse beide nach den Ausweisen fragt – ein Kasten Bier steht auf dem Fließband. Die Kassiererin entschuldigt sich herzlich, dass sie sich so enorm verschätzt habe und betont, wie jung wir aussehen würden. Später wird dann noch im Waschsalon der Wäscheberg dieser jungen Menschen bewältigt und so erreichen wir das Ziel, besser die Ziele, erst im Dunkeln. Es gibt drei State Parks mit Camping dicht hintereinander und alle sind restlos voll. Walmart-sei-Dank, wir müssen nur die Straße überqueren und übernachten mal wieder auf deinem Feuerwehrmann im  Abendrot Peninsula St Joseph State Park Parkplatz! Wer hätte nach dem so ruhigen vorangehenden Küstenabschnitt, wo so gut wie jedes Haus zum Verkauf stand und kaum Menschen anzutreffen waren, gedacht, dass hier so viel Trubel herrscht. Wir entkommen dem Tumult und machen uns auf gen sweet home Alabama. Am wunderschönen einsamen Strand von Perdido Key machen wir Rast und bedauern, dass man hier nicht nächtigen kann. Der Wind nimmt leider stark zu und der feine Sand deckt in Sekundenschnelle alle Fußspuren zu. Wir müssen weiter zur Mobile-Bay-Fähre. Mit der gelangt man nach Dauphin Island, wo wir einen Tag bleiben. Die Wellen sind schon enorm und der Bus schwankt auf der Fähre auf die Insel zu – schon komisch zu wissen, dass anschließend und auch am Folgetag die Fähre aufgrund des Wellenganges kaum bis gar nicht gefahren ist. Wir sind jedenfalls gut gelandet (möchte auch sein für den Preis J) und werden gleich von Delfinen begrüßt. Diese lassen sich für die Kamera leider nicht nochmal blicken. Dauphin Island lädt uns ein, zu spazieren, am Strand zu sitzen, mit einem Teil der lieben Familie zu skypen, alles ruhig anzugehen…Doug und Jean laden uns ein zu einem netten Abend mit köstlichem Essen. Wir treffen die beiden letzte Etage in New Orleans Reisefreunde am nächsten Abend in einem anderen State Park schon wieder und amüsieren uns, wie der Zufall die Menschen erneut zueinander bringt. Jetzt ist es nur noch eine 3-Stunden-Fahrt bis nach New Orleans. Auch wenn die Katastrophe schon eine Weile her ist, schwebt sie einem doch immer wieder durch den Kopf. Schon eine ganze Weile reisen wir an Hurricane-gefährdeten bzw. betroffenen Küstenabschnitten entlang, passieren diverse „evacuation route“-Schilder, erzählen uns andere Reisende, wie sich die Dünen verändert haben. Jetzt fühlt es sich das erste Mal nahe an, wenn man die lange Brücke über die Bucht überquert und rechterhand läuft ein Brückengerippe mit, linkerhand wird eine deutlich höhere neu gebaut. Man kann auch schon vom Highway aus verfallene verschlossene Häuser ausmachen und vereinzelte State Parks sind immer noch als verschlossen angeschrieben. Die Vorstellung ist auch Wahnsinn, dass Teile dieser großen Stadt quasi unterhalb der Flusshöhe liegen und damit alles unter Wasser stand. In der Innenstadt merkt man kaum noch etwas. Die Stadt lebt, leuchtet und klingt. Besonders jetzt, da noch der Karneval (mardi gras) in der Luft liegt und wiederum für den anstehenden St.Patricksday alles geschmückt wird, incl. Statuen und Balkonen. In den Geschäften und teils auf der Straße finden sich schillernde Plastikketten en masse und der ein oder andere Tourist läuft bunt geschmückt durch die Gassen. Überhaupt ist uns aufgefallen, wie selbstverständlich man sich hier Souvenirs (T-shirts etc.) kauft und diese vor allem direkt trägt.
Anton bleibt der Mund offen vor der Jazzband auf dem „Jackson square“. Uns geschieht das beim Anblick der Menschenschlange vor dem „café du monde“ – einem Muss für einen Café au lait und warme Beignets, heißt es. Wir ignorieren das Muss ersteinmal und begeben uns auf Entdeckungsspaziergang durch das „French Quarter“, New Orleans historischem Kern. Wir drehen unsere Runden entlang der alten Fassaden mit den typischen Balkonen, vorbei an Strasenbahn in New Orleans Künstlerläden, Kneipen, dem alten Ursulinenkonvent, der Preservationhall (dem Mekka des traditionellen Jazz), dem frenchmarket…so, wie uns die Füsse gerade tragen. Anton bestaunt Pferdekutschen, Trompeten, Metallkunstwerke, Mississippidampfer, die weltälteste Straßenbahn und Straßenkünstler. Unsere Mittagspause verbringen wir bei alten Bekannten – „Bubbagump“ die Zweite, weil es so einen Spaß macht und auch  noch schmeckt. Wer hätte ahnen können, dass man fast eine Stunde ansteht, um die berühmt berüchtigten Beignets zu bekommen, dazu einen Kaffee, der eigentlich auch nicht besser schmeckt, als unser Frühstücksgetränk – und unserer hat sogar Schaum! Ja, diese „café du monde“-Geschichte wird mir wohl noch langfristig angelastet werden. Die fritierten Teigstückchen in einer dicken Wolke aus Puderzucker dürfen wir dann leider lauwarm auf dem Zeltplatz genießen, denn der Shuttle-Service steht schon bereit. Der Campingplatz bietet diese Möglichkeit und die Fahrt wird sogar zu einer Art Stadtführung. So zeigt uns der Fahrer vorher und nachher einige wichtige und magische Orte dieser Stadt und fügt Geschichten diverser Prominenz dazu. New Orleans ist ein Ort an dem man eine ganze Zeit verweilen könnte. Es gibt noch so viel zu sehen an Kunst, Kultur und Geschichte. Wir haben leider noch eine lange Reise bis Mexiko vor uns, also entscheiden wir uns, es bei diesem ersten Eindruck zu belassen und entlang der alten Plantagen am Mississippi gen Nordwesten weiter zu ziehen. Wir kommen allerdings  nicht besonders weit und drehen unsere Runden vorbei an riesigen Raffinerien, Truckstops und Ersatzteilläden. Jawohl, es stimmt mal wieder etwas nicht am großen blauen und wir suchen stundenlang erfolglos nach dem 24V-Konverter. Kurzumrissen: unsere zwei zusätzlichen Batterien speisen mit insgesamt 24V unseren Kühlschrank und den Stromwandler für die 220V sch...sch...wie Anton sagt Steckdosen, seit wir in den Bergen nach dem Schaden den Stromkreis der 12V-Versorgung (Radio, Licht, Wasserpumpe, GPS) direkt an eine der Batterien angeschlossen haben, wird die zweite nicht mehr richtig geladen, das System zieht aber trotzdem Strom aus ihr und mit Pech haben wir irgendwann insgesamt keine 24V mehr. Dieser Konverter soll eigentlich ganz simpel alles lösen (der alte ist futsch) nur in den USA funktionieren kaum Fahrzeuge mit 24V (außer Bagger u.ä.), daher ist das Ersatzteil unauffindbar oder unnötig teuer, weil es mehr kann, als wir brauchen. Verrückt, dass man in Deutschland einfach zu Conrad gehen und das Ding für 16Euro an der Kasse mitnehmen kann! Mal sehen, für welche Lösung wir uns entscheiden. Der Campingplatz hat uns trotz ständiger Eisenbahn- und Fluggeräusche für eine Nacht und unendliche Internetrecherche und Telefoniererei wieder. Jetzt fahren wir erst einmal und wollen die müde Stimmung in der Tabasco-Fabrik (ja der scharfe Saft kommt aus Louisiana!) wieder in Schwung bringen. In den nächsten Tagen erwarten uns in Houston/Texas Judith und Sören, auf die wir uns sehr freuen! Lasst die Sonne rein, y’a all have a good one (wie man hier so schön sagt) und bis ganz bald Euer Huck, Tom und Co.

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Anton streichelt ein Pferd in New Orleans typischer Spielplatz Shepard state park wackel Flamingos Appalachicola Weichnachtsdeko in New Orleans



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