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USA IV 23.02. - 06.03.2010

(Jacksonville, Daytona, Cape Canaveral, Cocoa Beach, Ft. Lauderdale, Miami, Everglades, Ft. Myers)

Anhinga in den Everglades Camping im Dschungel Little Talbot Island Papa Gump Shrimp Traller tiger im miami zoo

Florida ist auch nicht mehr das, was es mal war…jedenfalls erfahren wir also, dass es seit 55Jahren nicht so kalt war, wie in diesem Jahr. Muss das denn ausgerechnet jetzt sein? Gut, wir wollen uns nicht beschweren, denn immerhin scheint ab und zu die Sonne, nur eben nicht warm genug. Wir haben North Anton in der Kiste Carolina mit dem schönen Edisto Beach State Park verlassen, halten einen Zwischenstopp mit Internetupdate bei Brunswick/Georgia und fahren fröhlich über die Grenze Floridas. Zur Begrüßung ist erstmal kein Platz auf unserm gewünschten Camping und so fahren wir den armen automüden Anton noch eine knappe Stunde weiter in den Little Talbot Island State Park bei Jacksonville. Die Fahrt hat er ganz schnell vergessen, als er auf dem Platz eine Schaukel entdeckt, von der er nur unter lautem Protest (Monsieur artikuliert nicht so deutlich wie „nein“) wieder weg zubekommen ist. Feuer bleibt auch ein Lockmittel und mittlerweile erklärt er uns bei jedem gefundenen Stöckchen mit einem „eia“, wozu man dies gebrauchen könnte. Am zweiten Tag regnet Florida uns ordentlich ein. Zum Glück sind wir noch dazu gekommen, an den Strand zu gehen und Zuckersand-Wettkrabbeln zu machen und sogar ein Gürteltier auf seinem Spaziergang zu Strandfahrt, Sankt Augustine Beach treffen, bevor es richtig losgeht und auch erst nachts wieder aufhören will. Wir verlassen ein sonniges Jacksonville, machen Mittagspause am schönen Leuchtturm von St.Augustine, fahren mutig auf die „beachramp“ (da fährt man ernsthaft mit dem Auto am Strand entlang!) und besuchen zum Abschluss den leider unbewegten Speedway von Daytona Beach. Seit kurz vor Daytona knattern uns die Harleys nur so um die Ohren, demnächst ist hier Bikertreffen angesagt. Der nächste Abstecher geht an die sogenannte Space-Coast. Aus einem vermeintlichen Abstecher zum Kennedy-Space-Center der NASA in Cape Canaveral wird fast ein Tagesausflug. Da hat sich Amerika aber auch was Feines ausgedacht, um uns Raketen und Mondlandung näher zu bringen. Ehrlich gesagt, ist es immernoch ganz schön verrückt, sich vorzustellen, dass das wirklich alles so funktioniert. Das Wartungsgebäude ist beispielsweise so hoch, dass durch seine Kennedy Space Center, Cape  Canaveral Tore ohne Probleme die Freiheitsstatue „einfahren“ könnte. Wer Raketenstarterfahrungsberichte möchte, wende sich an Andreas, der hat das mal ausprobiert ;). Kurz hinter diesem geschichtsträchtigen Ort, der sich übrigens mitten in einem Naturschutzgelände befindet, das Alligatoren, Gürteltiere und diverse Vögel beherbergt, erreicht man Cocoa Beach. Der Ort ist für seinen Surfer-Strand bekannt und für „Ron Jons Surf Shop“. Hier gibt es ungelogen 24h non stop alles von der Badebuxe bis zum Bambuskitsch zum Thema Strand zu kaufen – der Laden ist wohl eine Institution. Wir haben gleich mal Antons Badewanne mit den Ron-Jon-Aufklebern dekoriert, die man nach dem Einkauf in der Tüte findet – ziemlich cool! Wir haben uns einen State Park für die Nacht ausgesucht und kommen erst im Halbdunkel an, um zu erfahren, dass der Platz voll ist. Die ernste Dame am Rangerposten erweicht auch nicht bei vorsichtiger Nachfrage nach einer Möglichkeit „wegen des Kindes…“. „No way, it’s full!“ Hätte nur noch gefehlt, dass sie sagt, „That’s the law“, wir haben festgestellt, dass das Gesetz hier über allem steht  - auf jeden Fall über der Freundlichkeit. So kommen wir endlich zu unserer ersten RV-Resort-Erfahrung. Wir müssen feststellen, dass wir in den Stateparks immer sehr verwöhnt waren, was Stellfläche, Umgebung und auch Preise betrifft. Jetzt stehen wir, ein bisschen wie im Supermarkt aufgereiht und ich habe alleine Brei gegessen vom Nachbarn trennen uns nur Kabel und Abwasserschläuche. Unser Bus wirkt neben diesen rollenden Wohnzimmern (schaut Euch das ruhig mal an unter Campingworld.com)  ein bisschen wie ein Klapprad unter Harleys und gleichzeitig sind wir froh, soviel kleiner, flexibler und „wilder“ zu sein. Der Einblick einer Nachbarin in unseren Bus wurde kommentiert mit „oh, it’s different!“ – oh ja, das ist es! Wir essen, im Gegensatz zu allen anderen, bei Wind und Wetter immer draußen und genießen es – bis auf die Kälte! Nach einem Bade- und Waschvormittag (Anton saß in seiner Ron-Jon-Surf-Wanne ;))fahren wir nach Fort Lauderdale. Wie angekündigt gießt es in Strömen und wir besuchen eine der größten Shoppingmall überhaupt. Hinterher sind wir alle völlig geplättet – kein Wunder – und erstmal wieder Shopping-geheilt. Dafür hat Andreas jetzt endlich einen Gaskocher mit dem er draußen und vor allem mit ordentlich Power kochen kann. Anton hat mal wieder ein Säckchen voll mit Magnetsteinen bekommen – mit denen kann man sich auch auf der Fahrt gut beschäftigen und die kleben mittlerweile überall im und am Auto. Der Camping hier haut uns preislich komplett aus den Latschen – 50US$ ohne Strom und alles und das Duschwasser ist auch kalt. Für das Geld hatten wir in Laurel ein richtiges Zimmer mit richtigen Betten, Wanne und so…grmphhh! Nach einem Frühstück mit Strandblick in L Art Deco District, Ocean Drive, Miami auderdale Beach machen wir uns auf nach Miami – was schwirren einem da nicht für Filme, Serien und Kinderhelden durch den Kopf… Apropos Kinderhelden: nicht weit von uns liegt Orlando, Paradies der Vergnügungsparks von Walt Disney bis Gatorland. Wir haben beschlossen uns mit Anton anderweitig zu vergnügen. In Miami stehen wir auf einem schönen Platz mitten in einem Park, der direkt am Zoo liegt. Unser erster größerer Ausflug geht natürlich nach Miami Beach, wo wir ausgedehnt durch den Art Deco District mit seinen eisfarbenen Hotels der 1920er und 1930er Jahre und am Strand entlang spazieren. Anton erkennt die Spielplätze jetzt schon auf große Entfernung und hat sich nach einem langen Mittagsschlaf 15 Minuten Powerschaukeln verdient. Und wieder muss er gehen, wo es am schönsten ist, armer kleiner Mann. Schon bei der Anfahrt auf die vorgelagerte Inselkette (Barrier Islands) ist uns der Mund offen stehen geblieben beim Anblick so mancher Villa mit Steg und Yacht. Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher auf Star Island (hier wohnen Leute wie Gloria Estefan), der nette Portier lässt uns eine Runde drehen. So richtig viel, außer einer Menge Prunk und einer Allee riesiger Palmen sehen wir nicht. Wir hatten Miami Beach uns eine Sicht auf die Stadt erhofft. Die bekommen wir dann vom Highway aus. Verrücktes Bild: erst das Wasser, dann die riesigen Häuser, riesige Werbetafeln, riesige Highways, die sich wie Krakenbeine umeinander winden…jetzt fehlt nur noch die Polizei-Jagd aus den Filmen. Auf unserem grünen gemütlichen Platz bandelt Anton mit Nachbars Katzen an und wir werden kurzer Hand nach North Carolina eingeladen und Anton am liebsten zum Enkel gemacht. Apropos Enkel, wir hatten noch gar nicht erwähnt, dass wir auf jedem Campingplatz das Durchschnittsalter enorm herunterreißen – und das nicht nur weil Anton dabei ist! Die meisten, die wir bisher gesprochen haben, verbringen den Winter in Florida und leben den Rest des Jahres in einem der nördlicheren Staaten oder reisen gar völlig durch die Nation. Wir nutzen die Lage und machen einen richtigen Familienausflug. Wir gehen in den Zoo – einen der besten 10 Zoos der USA. Wir werden zwischendurch nass und vom Winde verweht, aber nichts hält uns ab und der Park wird auch entgegen der Ankündigungen nicht geschlossen. Erst zur Schließzeit durchschreiten wir den Ausgang und haben den Tag ganz in Ruhe genossen – auch wenn es mal wieder viel zu sehen gab. Was wir nicht sehen werden, ist der südlichste Zipfel der USA, wir sparen uns die Tagesreise nach Key West. Es gibt wohl schon ein Jahr im Voraus keine Campingplätze mehr krokodilbesteigung miami zoo und mit Anton ist Schnorcheln noch kein Spaß – mal abgesehen vom Wetter. Wir fahren lieber in die Everglades, die den gesamten Süden Floridas einnehmen. Eine Mischung aus Feuchtland, Cypressen- und Kiefernwald, die Alligatoren, Manatees (so eine Art Seekuh) und hunderte von Vogelsorten birgt. Die Begegnungen mit den Alligatoren sind sehr beeindruckend und die teilweise sehr großen Vögel anmutig zu sehen, wenn sie die Flügel in der Sonne ausbreiten oder wie eingefroren auf der Jagd im Wasser stehen. Anton entpuppt sich als eine besondere Parkspezies, wie er so quietschend und lallend auf den Bänken turnt. Wildlife-watching mit einem lebendigen Kleinkind ist nicht immer optimal. Die Alligatoren liegen aber einfach da, als hätten sie mit all dem nichts zu tun. Wir Krokodilbestaunung verbringen den Tag in purer Natur und die Nacht in Flamingo, unserem südlichsten Punkt der USA-Reise. Hier hat vor Jahren Hurricane Andrew seine Spuren hinterlassen und die touristische Infrastruktur ordentlich eingestampft. Einzig Campen ist hier noch möglich, zusammen mit einer Horde hungriger Moskitos. Auch den nächsten Tag verbringen wir zu Teilen in den Everglades und die Nacht dann in der Big Cypress National Preserve dem nördlich angerenzenden Naturschutzgebiet. Auf dem Weg (Tamiamitrail) fährt man ständig parallel zu einem Kanal, der in den Abendstunden herrlich gesäumt ist von all den großen und kleinen Vögeln. Hier und da passiert man ein halbwegs verbarrikadiertes Indianerdorf der Miccosukee, ansonsten 80 Kilometer fast nur grün. Kurz vor Naples an der Westküste Floridas kann man an einer Tankstelle dann schon Fotos mit Alligatoren im Arm machen – wir sind zurück in der Zivilisation. Jetzt sind wir in Fort Myers und haben Sonnenuntergang an unserem Campingplatz Everglades Anton, nachdem er mehrere Morgen hintereinander als erstes „mea“ gesagt hat, endlich wieder an einen richtigen Strand gebracht. Allerdings tragen auch hier alle Pullover und Jacken und die Tourismusbranche macht sicher gerade nicht den größten Umsatz. Wenn man mal von dem Campingplatz absieht, den wir fluchtartig wieder verlassen haben – der billigste Platz in der dritten Reihe der Sardinenbüchse kostet geringfügige 80US$. Ja, jetzt fahren wir also schon wieder in nördlicher Richtung, am Golf von Mexiko entlang. Zur Abwechslung mal wieder etwas Strand, bevor es über das Landesinnere an Tallahassee vorbei gen Westen geht. Für Euch heißt es jetzt, „take care“ und „see you later, alligator“! Eure Reisefamilie

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Austernfischer, Everglades Welcome to Miami Daytona Race Track, Daytona Vogel der Everglades



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