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Reisebericht USA X

Reisebericht USA X 12.04 - 25.04.2011

(Bryce Canyon N.P., Kodachrome S.P., Capitol Reef N.P., Goblin Valley S.P., Arches N.P., Moab, Canyonlands N.P., Monument Valley)

Monument Valley John Fords Point Ausblick

Bryce Canyon NP Bryce Point

Goblin Valley State Park Ostereier faerben

Arches NP Balance Rock im Abendlicht


 

 

Leuchtend rot begrüßt uns der „Dixie National Forrest“ und gibt damit schon einen Vorgeschmack auf das Naturkunstwerk im Bryce Canyon. Wir befinden uns einige Gesteinsschichten oberhalb des Bryce Canyon NP Sonnenaufgang Bryce Point Grand Canyons und staunen nicht schlecht, als sich das bekannte „Amphitheater“ von einer leichten Schneeschicht bedeckt zeigt. Nachts wird es ordentlich kalt, aber der Schnee lässt die verschiedenen Rot- und Gelbtöne der „Hoodoos“ (Zinnen) nur noch kräftiger leuchten. Anton beschäftigt sich nach einem bewundernden „Schickimicki!“ lieber mit den Schnee- und Matschresten, rutscht auf dem Po und stapft mit Gummistiefeln durch eine Pfütze mit Bryce-Ausblick. Am frühen Morgen versuchen wir unser Glück und fahren an einen der Aussichtspunkte um die aufgehende Sonne bzw. ihr Licht im Canyon – der eigentlich keiner ist – einzufangen. Es ist jämmerlich kalt und Anton wirkt in seiner dicken Decke eingerollt ein bisschen wie ein frisch verschnürtes Innuitkind. Später betreten wir den einzig zugelassenen Wanderweg, der hinunter in die märchenhafte Hoodoo-Landschaft führt, den „Queens Garden Trail“. Wir wurden vor Matsch gewarnt und sind froh, dass wir Wechselschuhe für unseren tapferen Bryce Canyon NP Anton im Schnee kleinen Wandersmann dabei haben, dessen Sohlen locker um 3cm dicker scheinen – vom Gewicht ganz zu schweigen. Da sind die Picknickpausen und die lustigen Felsfiguren (ganze Schlösser) ein guter Trost. Den Mittagsschlaf nutzen wir zur Erkundung sämtlicher Aussichtspunkte der Parkstraße und widmen uns dabei mal wieder einem unserer schräg-komischen Hörbücher. Im nahegelegenen Kodachrome State Park ergattern wir einen Platz im wunderschönen Campingbereich. Um uns herum bunte Felsen und Hoodoos und  schöne warme Duschen umsonst dazu. Dann führt uns die Reise zum Capitol Reef Nationalpark über einen Pass von fast 3000m, der im Winter auch schon mal geschlossen wird. Wir kommen ohne  Schnee und Ketten davon, bewundern die herrlich weite Aussicht über Utah. Kurz vor Schließzeit erreichen wir das Besucherzentrum, sehen einen einführenden Film im „Kino“ und lassen uns für die  Wanderungen der nächsten Tage beratschlagen. Mit Glück finden wir noch einen freien Platz auf dem parkeigenen Campingplatz nahe den Obstplantagen. Anton entdeckt heute seine Vorliebe für kleine Bratwürstchen. Gut eingepackt marschieren wir noch den kurzen Pfad mit Aussicht auf die großen Felswände und Formationen, wie „Castle“ und „Chimney Rock“ und hoffen auf einen farbenfrohen Sonnenuntergang. Der Himmel will jedoch heute nicht so recht leuchten. Am Campingplatz lernen wir unseren Nachbarn Less k Capitol Reef NP Wanderung an der Hickman Bridge ennen, der uns auf Sternenschau durch sein Teleskop einlädt. Er hat neben seiner Passion am Nachthimmel noch einige kreative Ideen aus Blech und alten Getränkedosen vorzuweisen. Andreas bekommt auf der Stelle eine kleine Auswahl der Kunstwerke geschenkt und obendrauf noch eine fachliche Einführung. Am Folgetag unternehmen wir gleich zwei Ausflüge. Wir wandern durch „Capitol Gorge“, einen recht schmalen  Canyon, von dem aus man einige der für die Umgebung namensgebenden mit Regenwasser gefüllten „Waterfold Pockets“ erlaufen kann. Am Nachmittag erklimmen wir den Wanderweg zur „Hickman Bridge“, einer natürlichen Brücke, die sich meterweit über uns spannt. Unterwegs begegnen wir zwei Bergschafen (Bighorn), die man eher selten zu sehen bekommt. Andreas wünscht sich mittlerweile etwas Abwechslung bei all den vielen Felsen und Nationalparks. Wenn es nach ihm ginge, befänd sich wohl Las Vegas irgendwo auf diesem Landstrich. Ich wiederum finde es Ostereierpost malen einfach nur erstaunlich, dass jeder Ort, den wir erkunden, seine eigene Spezialität und Besonderheit zu bieten hat. Auf Empfehlung legen wir auf der Weiterfahrt einen  Stopp im Goblin Valley State Park ein. Die im kleinen Tal befindlichen Felsfiguren erinnern tatsächlich an kleine Kobolde und ihre Pilzhäuschen und wir alle haben eine Menge Spaß beim Durchwandern, Erklimmen, Verstecken und Fotografieren. Im schönen Abendlicht gesellt sich der runde Mond dazu und die bunten Felsmassive im Hintergrund bilden eine gute Kulisse. Wieder treffen wir auf unheimlich freundliche Einheimische, die uns zum Bild der Amerikaner in Deutschland befragen. Wir stellen fest, dass es uns nicht gerade leicht fällt, dies zusammen zu fassen und betonen, dass uns die positiven Dinge meist erst vor Ort begegnet sind. Nach Anregung aus Ratingen leiten wir schon mal die fröhliche Osterzeit ein und Anton färbt mit Blick auf die Kobolde seine ersten Eier bunt. Die schmecken auf Wanderungen besonders gut :). Der Campingplatz ist über Wochen schon voll, was uns nicht stört, denn wir gesellen uns für eine freie Nacht zu anderen Campern auf einem naheliegenden Wanderparkplatz. Schon auf der Fahrt zum State Park sind uns viele Jeeps und ATV’s begegnet. Als wir uns dann der Region um Moab nähern, werden es immer mehr und es ist nicht mehr zu übersehen, dass alljährliches Jeep-Treffen ist. Da gerade auch Frühlingsferien sind, stellt sich die Campingplatzsuche als äußerst kompliziert heraus. Wir finden ein Plätzchen am einfachen Flusscamping, hängen unsere gelbe Registrierung an und machen uns sogleich wieder auf in den Arches National Park, um das schöne Wetter auszunutzen, das sich schon bald verabschieden soll. Während Anton schläft , bewundern wir verschiedene Aussichtspunkte und Felsformationen wie z.B. „Balanced Rock“. Dann machen wir uns auf die als „etwas schwierig“ beschriebene Wanderung zum „Delicate Arch“, den man von vielen Bildern kennt. Wir benötigen zwar die doppelte Zeit, aber unser kleiner Wandersmann läuft Goblin Valley State Park klettern verstecken rennen staunen ungelogen die Hälfte der Strecke (meist ansteigender Felsen) allein. Dann taucht als Belohnung vor uns der schönste aller Bögen über einer trichterartig ausgewaschenen Felsfläche auf, im Hintergrund strahlen die schneebedeckten Manti La Sal Berge und wir genießen in einer Art „Fenster“ unser Picknick mit Ausblick. Brav wartet am Ziel jeder, bis er das Fotomotiv einen Moment für sich bekommt und genießt derweil den Blick und die Weite. Während Andreas halsbrecherisch versucht, den „typischen Blick“ von der gegenüberliegenden Seite zu erhaschen, treten wir langsam den Rückweg an und sind froh, „unsern Papa“ mit pochendem Herzen aber unversehrt wieder aufzugabeln. Als die Sonne mit ihren letzten Strahlen alles in zauberhafte Töne verwandelt, genießen wir unser Abendessen mitten im Park und Anton buddelt im roten Sand, bis man wirklich nichts mehr sehen kann. Wie angekündigt ist der nächste Tag ein Regentag, den wir mit Einkaufen und Umzug auf einen „richtigen“ Campingplatz beginnen. Wir sind es kaum mehr gewöhnt, die Auswahl eines Supermarktes zu haben, nach all den Westernörtchen mit ihren „Tante-Emma-Läden“. Am Zeltplatz genießen wir vor allem Strom Internet, heißes Bade- bzw. Duschwasser und Zeit – z.B. für erneutes Eierfärben. Dann strahlt der Himmel wieder und wir nehmen die Arches-Erkundung wieder auf. Wir besuchen „Devils Garden“ auf dessen Wanderweg man sieben Bögen bewundern kann. Der „Landscape Arch“ ist mit seinen 89Metern Spannweite der größte der Welt. Hier und auch an anderen Stellen der Wanderung wird einem auch wieder die Zerbrechlichkeit und der Zahn der Zeit bewusst, der stetig an den Strukturen nagt und sie zuweilen auch zum Einsturz bringt. Auf dem Weg zum „Double O Arch“ erhält man vom schmale Capitol Reef Bighorn an der Hickman Bridge n Felsgrat aus fast schwindelerregende Ausblicke in die Umgebung und selbst in der Ferne lassen sich immer wieder die typischen Bögen ausmachen. Als wir dann nach guten 5h Wanderung gemütlich gen Parkplatz schlendern, kommt uns eine völlig aufgelöste Frau (Maria) entgegen und gesteht uns einen kleinen Unfall am Parkplatz, wo sie mit ihrem Mann(Jim) und den drei Kindern schon seit über 4h warten würde. Beim Ausparken hat Jim wohl etwas früh eingelenkt und ist rechts hinten an unserer Stoßstange hängen geblieben. Unser Schaden ist gering und vor allem am Lack, das von Freunden geliehene Wohnmobil der Tripis hat schon mehr davon getragen. Es hatte sich quasi verkeilt und Jim wollte nicht noch mehr Schaden anrichten und lieber darauf warten, dass wir einen halben Meter nach vorne setzen. So musste über die lange Wartezeit auch noch der Einbahnstraßenverkehr umgelenkt werden und zwei Ranger hatten Arches NP Bany vor dem Partition Arch ordentlich zu tun. Mit uns verabschieden sich dann auch die letzten Schaulustigen und wir können schnell die Daten und Versicherungsangelegenheiten klären. Nach einem Abendessen im sonnenorangen ruhig gewordenen Park ergattern wir mit viel Glück noch einen Schlafplatz am Fluss, gerade als wir schon aufgeben wollen. Die Versicherungsangelegenheiten gestalten sich dann doch komplizierter, als gedacht. Also treffen wir uns alle erneut und handeln eine Summe aus, die wir in bar und Scheck bekommen. Die Scheckeinlösung bleibt allerdings noch spannend. Neben allem Unfallstress stellt sich nun noch heraus, dass Maria für einige Zeit in Hamburg gelebt hat und das beide Köche sind. Wir finden, dass diese Begegnung vielleicht doch kein Zufall ist, wenngleich unter unschönen Bedingungen. Dann machen sich alle auf die Weiterreise, wobei unser Ziel der nahe gelegene Canyonlands National Park ist. Die Zufahrt ist weitaus langwieriger als zu den anderen Parks, was zu weniger überlaufenen Parkstraßen und Wanderwegen führt. Wir besuchen zunächst den nördlichen Teil – Island in the Sky – der durch den y-artige Zusammenfluss von Green und Colorado River begrenzt ist. Vom Hochplateau aus hat man mitunter einen tollen weiten Blick auf die verschiedenen Canyons, die sich hier über Jahrmillionen durch die Sandsteinschichten gegraben haben. Nu Arches NP Wanderung im Devils Garden r wenige Teile des Parks sind befahrbar und mit dem Blick in die Ferne ist einem das Ausmaß nur bedingt bewusst. Ab und an kann man auf der „Rim“-Piste Allradfahrzeuge ausmachen, denen allein es möglich ist, näher an das Naturschauspiel heran zu gelangen. Auf einem außerhalb gelegenen öffentlichen Zeltplatz lernen wir die Schweizer Familie Ingrid, René, Levin(5) und Lenia(fast 2) kennen, die das Land seit ca. 10 Monaten erkunden und ihr Wohnmobil mit dem gleichen Schiff nach Hause schicken wie wir. Damit ist ein Wiedersehen quasi fest verabredet und Levin wird noch einmal in den Genuss kommen können, Anton in sein Hochbett einzuladen und alle Schätze vorzuführen :). Immer wieder werden wir nun unverhofft angesprochen, wie denn der Unfall im Arches Park ausgegangen sei und scheinen über Bundesstaatengrenzen hinweg berühmt geworden zu sein. Ein letztes Mal durchfahren wir nun Moab auf dem Weg zum südlichen Canyonlands-Teil „Needles“, der seinen Namen aufgrund von bizarr aufragenden Felszinnen erhalten hat. Wieder ist der parkeigene Campingplatz voll und wir begnügen uns m it dem wenig teuren „Outpost“ vor dem Parkeingang. Der lange Weg von der Hauptstraße führt über ordentliche Höhen, vorbei an Felsenzeichnungen (Newspaperrock) und F Canyonlands NP Needles tapfere Wanderer elsmassiven, die in ihrer Form bereits einen Vorgeschmack auf Monument Valley geben. Wenn irgendwoher Westernmusik eingespielt würde, fiele es uns womöglich gar nicht auf :). Für den Nachmittag bleibt uns noch ein wenig Erkundung des Parks auf Rädern kombiniert mit kurzen Spaziergängen, wie z.B. zu einem Meteoritenkrater und kleinen Wasserlöchern. Zum Abendessen fahren wir in Richtung Chesler-Park-Wanderweg und treffen schon die ersten verrückten Jeepfahrer, die Utahs anspruchsvollste Piste erprobt haben. Von diesem Schauspiel sind wir auch am Folgetag gebannt, als wir mit geschnürtem Gepäck am Beginn des Wanderweges zu den „Needles“ stehen. Die Fahrzeuge rollen nicht nur über Schotter, sonder auch steile Felsen hinauf, rückwärts weil Kurven zu eng sind etc.. Eine Menge „großer Kinder“ erleben hier gerade ihr Abenteuer und andere Wagemutige kommen bereits mit kleinen Defekten zurück. Wir haben uns in den letzten Wochen so sehr ans Wandern gewöhnt und wahrscheinlich eine Art Höhentraining genossen, so dass wir uns ohne Probleme auf einen neuen Rekord von 10km steigern können. Wir wandern auf und ab, halten Pausen mit tolle Canyonlands NP Needles Wanderung n Ausblicken und finden es höchst lohnenswert, die „Needles“ aus dieser Nähe sehen zu können. Da der Campingplatz weiterhin voll ist, beschließen wir, den Park noch am gleichen Tag zu verlassen und finden in der Nähe von Blanding einen schönen Waldplatz, wo es Stockbrot, Steaks und ein ordentliches Feuer zur Krönung des Tages gibt. Wir befinden uns unweit alter (und neuer) Siedlungen der Ute-Indianer und kommen so auch noch unverhofft auf Spuren von (Oma) Utes Namensentstehung. Jetzt ist es nur noch einen Katzensprung zum Monument Valley Navajo Tribal Park, der vielen Filmen als Kulisse gedient hat – John-Wayne-Western, „Thelma&Louise“ etc.. Wir beziehen den einfachen Campingplatz mit Blick auf das mystische Tal, und vermissen die im Reiseführer beschriebenen Duschen. Erst später erfahren wir, dass der ursprüngliche Campingplatz einem Hotelkomplex gewichen ist. Egal, wir bleiben! Was kann es für einen schöneren Ort geben, um sich zum Geburtstag an den wesentlichen Dingen des Lebens zu erfreuen und der Osterhase findet seinen Weg doch überall hin. Zwei anrührende Männers besingen mir den s Monument Valley Geburtstags Fruehstueck onnigen Geburtstagsfrühstückstisch und nur kurz bedauere ich das fehlende Telefon- sowie Internetz – so oft werden wir nicht wieder in der Wildnis feiern. Ab heute bestellt Anton seine morgendliche Milch immer in einer neuen (übrig gebliebenen Lebensmittel-)Farbe und jeder Tag ist von vornherein bunt und fröhlich. Dann tritt die Wettervorhersage ein und ein ordentlicher Wind zieht auf. Mehr als kurze Spaziergänge sind damit kaum erträglich und ich fürchte schon, der Osterhase fliege im hohen Bogen über uns hinweg. Dann raunt Andreas „ein Mann muss tun, was er tun muss!“, zieht sich warm an und sucht windschattige Plätzchen für unsere kleinen Osterüberraschungen. Ein noch etwas verschlafener kleiner Hase macht sich später auf die Suche und hat die meiste Freude am Finden kleiner bunter Schokoeier. Immer wieder gelingt es uns, ihm kleine Menge wieder zu entwenden und das Freudenspiel um einen Moment zu verlängern. Dann verbringen wir den Rest des Tages im Bus mit Spielen und Naschen. Ich nutze jede freie Minute (ich brauche heute nicht spülen!), um mein neues Buch an nur einem Tag durch zu lesen. „Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist kein sehr fröhliches, dafür aber umso fesselnderes Geburtstags-Buch. Anton hat sich derweil in seine kleine Ostereitasche verliebt, deren glitzernder Monument Valley Blick  am Abend vom Campground Inhalt abwechselnd zu Zugfahrgästen, Eiersuppe oder Einkäufen verwandelt wird. Am windfreien sonnigen Ostermontag machen wir uns auf Entdeckungsfahrt durch das staubige Tal, um mit eindrucksvollen Felsen und faszinierenden Ausblicken beschenkt zu werden. Dann begeben wir uns ein Stück zurück in die Zivilisation und beziehen Stellung auf dem Campingplatz der „Gouldings Lodge“. Dort widmen wir uns ausschließlich der Pflege: Haut, Haar, Wäsche und Kontakte. Wie wir dann nach Colorado aufbrechen und dort weiße Wunder erleben, erzählen wir ein anderes Mal…

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Arches NP Delicate Arch Canyonlands NP Upheavel Dome Meteoritenkrater Monument Valley Ostereier suchen Dixie National Forest Tunnelbogen

 

 

 

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