translate to...

English French Portuguese Spanish
A A A

bus-travel-diaries

Reisebericht Guatemala IV

Reisebericht Guatemala IV 17.12.-29.12.2010
(Chiquimula, Panajachel, Lago Atitlan
)

Grenze Guatemala Mexico Panajachel Anton und Liam entspannen auf Zora Panajachel Adventskalender Panajachel Kaesespaetzle Duell

Schon den bekannten verschnörkelten Stempel in den Pass zu bekommen, lässt unsere Herzen ein wenig höher schlagen. Wir verlassen El Florido nach recht kurzer Wartezeit und fahren durch die trockenen Berge im Süden Guatemalas auf Chiquimula zu. Die Stadt liegt nicht weit entfernt, erscheint uns aber eine sichere Schlafoption und in annehmbarer Entfernung zu unserem folgenden Ziel. Panajachel Fan-Gelage Zunächst stürzt Andreas im Kaufrausch in den Supermarkt, der uns bereits bekannten Shoppingmall. Dann fahren wir unsere Schlafmöglichkeit an und finden uns in einem Hotel mit großem Freizeitbad wieder. Wir fühlen uns fast wie die einzigen Gäste, breiten uns aus, nutzen begeistert den Spielplatz, stecken die Füße in einen kühlen Pool und sind übers Netz mal wieder mit der Außenwelt verbunden. Am nächsten Morgen wartet dann die große Etappe auf uns, die mit der Suche nach einer Gasabfüllstation beginnt. Dann sind wir auch schon Panajachel Fussball vor der Kirche bald wieder auf der dicht befahrenen und besiedelten CA-9, die sich einige Berge hinauf bis zur Landeshauptstadt zieht. Die ein oder andere Warnung und gelesene Sicherheitsmeldung verunsichert uns für einen Moment, dann sind wir mitten im Fluss und bewegen uns auf quasi bekanntem Gebiet. Einzig Guatemala-Stadt ist beklemmend, wenn wir bei 31°C Raumtemperatur lieber die Fenster geschlossen halten, zähneknirschend im Verkehr fließen und erst im letzten Vorort aufatmen und Frischluft einlassen. Es ist so schwer, sich das Ausmaß der Gewalttätigkeiten hier vorzustellen – selbst auf großen Straßen und in Supermärkten gäbe es Zwischenfälle. Mir fällt nur auf, dass überall Plakate mit der Aufschrift „Lehre Deinen Kinder Liebe, statt Gewalt!“ kleben. Die zweite Hälfte der Mammut-Tour liegt vor uns und damit der Teil in das zentrale Hochland. Wieder werden wir Zeugen des Schadensausmaß der vielen Unwetter in diesem Jahr und könnten heulen beim Gedanken an die Sisyphos-Arbeit, die hier getan wird. Was wird im nächsten Jahr sein, wie viele Menschen werden ihre Häuser verlieren? Wie kann ein Land wie Guatemala solche Schäden reparieren geschweigedenn prophylaktische Baumaßnahmen ergreifen? Fröhlich reagieren wir auf die vielen bunten Kinder, die uns vom Straßenrand aus zuwinken. Irgendwann kommt uns allerdings der Verdacht, dass es doch um mehr als nur Winken geht. Wir kommen nicht an den Ständen mit der fröhlichen Weihnachtsdekoration aus Stroh vorbei und decken uns ein wenig damit ein. Den im Abendlicht golden schimmernden Atitlansee erreichen wir über die landschaftlich schöne Straße, die uns damals kurz vor der Ankunft umkehren hieß und die auch heute noch arg in Mitleidenschaft gezogen ist. Nach schlimmen Unfällen ist die steile Zufahrt über Solola seit Monaten gesperrt und man versucht mit Sprengungen Herr über Erdrutsche und Steinschlag zu werden. Es fühlt sich sehr gut an, als wir in Panajachel einfahren und der Ort begrüßt uns mit einer fast ungewohnten Fröhlichkeit. Im kleinen Paradies Panajachel Markt und Mandarine angekommen, müssen wir allerdings mit einigen Neuerungen vorlieb nehmen. Duncan, der weiterhin mit seinem Bus hier steht, hatte uns bereits über den Besitzerwechsel per Skype informiert. Nicht nur, dass die Hunde, die kleine Katze Fabiola und die liebe Mitarbeiterin Petra nicht mehr hier sind, der neue (alte) Besitzer möchte von uns den doppelten Preis. Mit etwas Verhandlung, dem Einfluss der uns kennenden Mitarbeiter und dem Fakt, dass wir gleich zehn Nächte zahlen, kommen wir dann unseren Vorstellungen wieder näher. Es fehlt zwar die Hälfte der freundlichen Belegschaft, dafür ist alles sehr gut in Schuss und zu unserer Überraschung gibt es jetzt auch am Platz eine warme Dusche. Wenig später landet Christian mit seinem Gleitschirm auf der Wiese und der kleine Liam und seine Mama Steffi gesellen sich auch hinzu. So ist alles ein bisschen wie früher und wir fühlen uns gleich herzlich willkommen. Als die Sonne untergegangen ist, sollen wir gleich erfahren, dass der Dezember in diesem breiten lausig kalt werden kann. Während sich in der Nachmittagssonne die Haut fast trocken anfühlt, brauchen wir abends und besonders morgens den Zwiebellook, um die sonnenfreie Zeit zu überbrücken. Nachts sind es keine 7°C mehr und wir schlafen weiter unter der warmen gefüllten Decke. Ich genieße es, Tee zu trinken und konsumiere mehr, als im gesamten vergangenen Jahr zusammen. Wir verleben eine sehr gemütliche Zeit und Anton tut es sichtlich gut, mal wieder „festen Boden“ unter den Füßen zu haben. Beinahe Panajachel Schaeden durch Agatha täglich laufen wir hinüber ins Dorf, um etwas einzukaufen, auf den Markt zu gehen, vor der Kirche Fußball zu spielen (Antons großer Wunsch, nachdem er dort andere Kinder beobachtet hatte), eine Weile am Spielplatz zu bleiben und Kindergesellschaft zu genießen, Souvenire zu shoppen, Klein-Liam und Familie zu (be-) suchen, eine Kleiderspende abzugeben… . Nur mit viel Gepäck setzen wir uns auch mal in ein Tuktuk, ansonsten wandern wir tapfer den Berg rauf und runter, hin und zurück. Schnell haben wir unseren alten bekannten Duncan in die Arme schließen können und seinen großen Hund Turk begrüßt, die noch immer im Hotel bei uns nebenan wohnen. Anton wartet nun täglich auf Turks Spielzeit, in der er Bälle, Frisbees und ähnliches über hunderte von Metern fängt und zurück bringt. Mit einer großen Portion Glück hat Duncan einen Internet-Stick für uns übrig, den wir aufladen und gut gebrauchen können. So stehen wir mirnichtsdirnichts unterm großelterlichen Weihnachtsbaum, singen und erzählen mit der Familie und erfahren fast als erste (sorry, nochmal Judith, für die Störung im Krankenhaus!) von der Geburt des kleinen Tom. Ja, Weihnachten rückt unaufhörlich näher und Anton singt fröhlich Weihnachtslieder, die er nach einigen „Nochmal!“ so gut wie auswendig kennt. Zum Schluss erstehen wir noch einen kleinen Weihnachtsbaum (aus Stoff) und am Heiligen Abend ist unser überdachter Picknicktisch wunderschön festlich dekoriert. Wir sind mit Duncan zum gemeinsamen Abendessen verabredet Panajachel Rouladen Produktion und seit dem Vortag sind Rotkohl und Rouladen in Vorbereitung. Eigentlich hätten wir sogar der Kirche einen Besuch abstatten wollen – allein um zu erfahren, welche Traditionen es hier gibt. Die Mitternachtsmesse wurde für Familien auf 22Uhr verlegt, was uns dann aber doch etwas zu spät ist. Also begehen wir unsere eigene Bescherung und erzählen Anton an anderer Stelle, wer Maria und Joseph sind. Nach einem gesunden Mittagsschlaf braucht unser Kind erst ein Weilchen, um den vom Tuch verdeckten Geschenkeberg zu identifizieren. Seit Oktober reisen einige Überraschungspakete mit uns, die nun heute endlich ausgepackt werden wollen. Wir haben ein paar Kleinigkeiten dazugelegt und ich gebe zu, es war nicht leicht, Andreas von all den vielen kleinen Ideen abzuhalten, die er noch so hatte. Will er doch seinem Goldkind einen besonders schönen Weihnachtsabend bescheren! In Etappen werden Papiere aufgerissen, Weihnachtsmänner verputzt, wieder Papiere aufgerissen, ein wenig gespielt… . Es ist wirklich ein Genuss, echte Elisenlebkuchen auf dem Tisch zu haben und dabei zufrieden zu beobachten, dass die Knete scheinbar ein echter Volltreffer in puncto Überraschungen war. Tagelang finden wir noch lustige Details im Weihnachtswimmelbuch und es fehlt wirklich nur der Schnee, um alles noch authentischer zu machen. Das Weihnachtsessen Panajachel Bescherung schmeckt köstlich und zum Dessert – Duncans feine Kuchen genießen wir noch tagelang – öffnen wir das letzte große Paket und dürfen zu Antons Erstaunen die Kerzen einer echt erzgebirgischen Pyramide anzünden. Der starke Seewind übernimmt dann den Anschwung und so flitzen bis in den Januar hinein die Hirten und Könige unter einer Palme hindurch zur Krippe und der kleinen Familie. Anton kennt die Figuren mittlerweile bestens und ist nur dann überrascht, wenn in den Kirchen Ochs und Esel noch liebevoll durch Truthähne, Ziegen, Giraffen und ähnliches ergänzt werden. Gerne hätten wir Anton auch noch den mitternächtlichen Sternenhimmel gezeigt, der von Feuerwerk und viel Krawumm erleuchtet wird. Es muss allerdings betont werden, dass wir uns in glücklicher Lage, nahe eines überteuren Resorts befinden, dass keine Kosten und Mühen für seine Gäste gescheut hat und ganz entgegen der breiten Bevölkerung hohes buntes Lichterfeuer an den Himmel zaubert. Auch Andreas ist im Weihnachtsfeuerfieber und dreht die Uhren für unser Kind etwas nach vorne. Mit Sternenfunkenglanz in den Augen fällt ein müder Weihnachtswichtel ins Bett und wird auch vom Bollwerk der umgebenden Dörfer nicht wieder wach. Wir rollen unsere Kugelbäuche dann zu unseren Nachbarn, die ein Wiedersehen in doppelter Hinsicht feiern. Franziska und Simon haben wir vor über einem halben Jahr kurz vor der Ankunft unseres ersten Besuchs an der schönen Laguna Bacalar kennengelernt. Diese Panajachel Weihnachten mit Duncan und Turk wiederum treffen hier auf Romana und Stephan aus Österreich und wir alle genießen es so jung und fröhlich am Feuer zu sitzen. Nachdem wir so lange wirklich selten andere Reisende getroffen haben, gibt es so vieles auszutauschen und zu teilen. Es könnte nur ein klein wenig gemütlichere Außentemperatur sein. Weil es so schön war, verabreden wir uns einige Tage später auf ein gemeinsames Essen und Anton lernt nach einer Art Kochduell Spätzle kennen und lieben. Wie gut, wenn man auf Leute trifft, die solch unentbehrlichen Geräte, wie Spätzlehobel dabei haben :). So vergehen die Tage, es finden sich gemütliche Rituale und genüssliche Angewohnheiten und es fällt uns schwer, Abschied zu nehmen. Wir verbringen einen sehr netten spontanen Abend mit Christian, Steffi und Liam und bedauern, dass es nicht noch einmal wirklich zu einem neuen Treffen gekommen ist. Wer weiß, vielleicht in wenigen Jahren in Deutschland? Mittlerweile ist eine lustige 6-köpfige französische Familie aus San Jose/Costa Rica in einem deutschen Feuerwehrwagen eingetroffen und Anton fragt noch tagelang nach den Kindern und wo sie jetzt seien. Doch es kommt der Tag, wo man weiterziehen muss… Andreas hat vor Tagen die undichte Stelle im Kühler gesucht (uns waren Tropfen aufgefallen) und dabei einen weiteren Panajachel Steffi Christian und Liam Schaden entdeckt. Auch an der Wasserpumpe verlieren wir Flüssigkeit. Alles wird mühevoll untersucht und gereinigt, aber wir werden nicht umhin kommen, einen Profi drauf schauen zu lassen. Unser Anlasser (Ihr erinnert Euch, neu eingebaut im Mai, kurz vor San Cristobal/ Mexico?!) ist in letzter Zeit auch ab und zu in den Streik getreten, hat sich dann aber nach einigen Versuchen immer erbarmen lassen. Bei der Begutachtung mit Zeit und Ruhe tut er, als sei nichts gewesen. Wir verlassen Panajachel zeitig genug, um es bis an Mexicos Grenze in einer Tour zu schaffen. Wieder erklimmen wir tapfer den Pass von 3005m Höhe und winden uns an den Hängen entlang zum Tal von La Mesilla. Wir kennen den Anblick schon, sind aber dennoch wieder beeindruckt von der Enge der Marktstrasse, die zum Grenzposten führt. Fast ist man gezwungen, einen Sonnenschirm oder die aushängende Damenunterwäsche am Seitenspiegel mitzuschleifen. Die Formalitäten sind schnell erledigt und wir wollen auch beizeiten weiter, um die Berge Chiapas noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Nichts! Der Motor startet nicht! Auch beim fünfzehnten Mal will er nicht anspringen und auch auf Hammerschläge und andere Mechanikertricks reagiert er Panajachel Vulkane im Sonnenuntergang nicht. Der Schweiß perlt auf der Stirn und es bleibt uns nur ein Anrollversuch. Sollte er misslingen, stehen wir nicht nur inmitten der schon sehr engen Straßen, sondern auch direkt unter dem Grenzschlagbaum. Luftanhalten, als endlich die Straße frei genug erscheint… dann ein Rucken, ein Aufheulen,… dann Aufatmen, Glück gehabt! Bienvenidos en Mexico! Wir sind wieder da! Und es fühlt sich gut an, dass wir den Weg bereits kennen und so rollen wir entspannt der Abendsonne entgegen.

© www.bus-travel-diaries.de

  Panajachel Markt und Fleisch Panajachel zweiter Weihnachtsfeiertag Panajachel unkonventionelles Geschenkpapier Panajachel Weihnachtspyramide

Photogalerie


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

FVAVANTGRD0708 1.5
Home -> Reiseberichte -> Guatemala -> Guatemala IV
© 2012 bus-travel-diaries
Dies ist ein kostenloses Joomla Template von funky-visions.de

gefahrene Km

Newsletter

ich möchte über updates informiert werden...










Rastlos

Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...

Impressionen

Suche

Wer ist online

Wir haben 6 Gäste online

unsere Ortszeit

Berlin

Seitenaufrufe

125205
Heute48
Gestern67
diese Woche391
diesen Monat1740
Gesamt125205

Partner