translate to...

English French Portuguese Spanish
A A A

bus-travel-diaries

Reisebericht Guatemala II 01.07.-13.07.2010

(Lago Atitilan,  Panajachel, Santiago Atitlan, Solola, Chichicastenango, Huehuetenango, La Mesilla)

Panajachel, Anton mit Aturo Santiago Atitlan, Mercado Panajachel, Milchbart Panajachel, andere brauchen 4WD Hilfe...

Hola, finalmente - endlich! Jetzt gilt es Erinnerungen aus Guatemala für Euch aufzuschreiben, denn erst jetzt mit enormer Verspätung kommen wir dazu, unsere Reise weiter zu dokumentieren. Asche auf mein Haupt, mir ist der Laptop heruntergefallen und im Nu war der Rechner, d.h. der Bildschirm, kaputt und Andreas arbeitslos. Es war mehr als umständlich, hier einen neuen aufzutreiben und so haben wir noch knapp in Deutschland einen organisiert, den meine Familie 10 Tage später dann mit nach Mexiko transportiert hat. An dieser Stelle einen riesen Dank an die Lieben! Ja, so schnell sind die Wochen vergangen und jetzt ist also meine Leipziger Familie bereits seit einer Woche mit uns in Mexiko unterwegs. Zu dieser schönen gemeinsamen Zeit jedoch später… zurück zum Hochland von Guatemala.
Panajachel, festgefahren Unser großer Blauer hat ordentlich geschnauft auf dem Weg ins immer höher werdende Bergland und wir durften zudem noch einige Überreste von den Auswirkungen des Wirbelsturms „Agatha“ und seinen heftigen Regenfällen erleben. Immer wieder sieht man wie ganze Hänge abgerutscht sind und zum Teil eine Fahrtrichtung komplett blockieren. Obwohl das Unwetter schon wieder vier Wochen her ist, gibt es noch so viele Spuren und so viel zu tun. Laut unserem Camping-Reiseführer gibt es eine Straße ins Tal zum Atitlan-See die etwas weniger steil und damit bremsenfreundlicher ist. Wir fahren von der mittlerweile im Nachmittagsnebel versinkenden Hauptstraße ab und erreichen im Handumdrehen eine Sichtweite von unter fünf Metern bei abfallender Straße, vielen Kurven und immer wieder aus dem Nichts auftauchenden Fußgängern. Als wir nach viel Mühe fast am Ziel sind erreichen wir eine Kurve in der alle Fahrzeuge geparkt scheinen. Relativ schnell erfassen wir unsere missliche Lage – die letzten 10km in den Ort sind unpassierbar, weil die große Kurve total verschüttet ist.

Frustriert drehen wir um und fürchten uns schon vor der steilen Auffahrt und dem Nebel. Zum Glück geht es doch verhältnismäßig schnell und der Nebel wurde von Regen abgelöst. Damit haben wir wenigstens eine bessere Sicht. Dann kommt die Abzweigung nach Solola und wir fürchten uns schon vor den Straßenverhältnissen bei diesem Wetter. Alles klappt aber erstaunlich gut und selbst die engen Gassen durch das Ortszentrum passieren wir problemlos. Gut das die Bremsen neu eingestellt sind, so sind die 500m Abstieg nach Panajachel in nur 8km am Ende sicher überstanden. Es ist schon spät und /Panajachel, Lago Atitlan & Vulkane ohne viel Suchen bleiben wir vorerst im nassen Gras des Hotels „Tzanjuju“ stehen. Leider regnet es auch noch am nächsten Morgen, was uns nicht davon abhält, früh aufzustehen und in der Kneipe „Panarock“ die ersten Gäste zu sein, bevor Deutschland gegen England antritt. Im Verlauf des Spiels füllt sich das Lokal und wir müssen feststellen, dass alle anderen irgendwie mehr für England sind. Anton hat seinen Stoffball dabei und spielt auch und ruft immer wieder freudig „Tooor!“, so wie wir es tun, als die Tore fallen. Mit einigen nicht  nachvollziehbaren Entscheidungen des Schiedsrichters werden alle anderen zunehmend sauer und selbst in der „Raucherpause“ werden Andreas‘ Gesprächsversuche abgewehrt. Schon verrückt, wie man mitten im Hochland fern von allem in Gedanken nach Südafrika fliegt und „elf Freunden“ die Daumen drückt. Vielleicht bekommt man ja im Ausland doch mehr patriotische Anwandlungen. Mal abgesehen davon, dass Fußball in diesen Ländern gleich nach Religion kommt :). Bevor wir zum schöneren Hotel „Vision Azul“ umziehen, besuchen wir den sonntäglichen Markt im Ort und decken uns mit frischen Zutaten für die nächsten Tage ein. Eigentlich hatten wir vor, nur einige Tage hier in „Pana“, wie der Ort liebevoll genannt wird, zu bleiben. Am Ende sind es fast zwei Wochen und wir bereuen keinen der Tage hier. Sagen wir so, vielleicht hätte der Regen ausbleiben und uns mehr Ausflüge erlauben Panajache,l Anton und Fabiola können. Anton ist glücklich! Mehrmals täglich besuchen wir Arturo, den Papagei, Fabiola, die Babykatze, die Hunde Darling und Rusty, wenn es nicht gerade regnet funktioniert genau die eine richtige Schaukel und unter dem Dach am Pool kann man herrlich Fußball spielen. Leider waren wir etwas zu spontan mit unserer Idee, den Bus auf der großen Wiese zu parken. Der viele Regen der letzten Wochen hat einige schwer passierbare Stellen hervorgebracht und so stecken wir erstmal für einige Tage fest.  Wir genießen dafür einen herrlichen Ausblick auf den See und die dahinter liegenden Vulkane – sofern das Wetter mitspielt. Mittlerweile hat uns Tropensturm „Alex“ mit seinen Regenfällen erreicht und wir kommen nicht umhin, auch für Andreas ein paar Gummistiefel zu organisieren. Antons sind noch ein bisschen groß, aber  für den nassen Spaß bestens geeignet. Ab dann wird das Wetter zunehmend besser und wir sind froh, wieder mehr Zeit draußen verbringen zu können. Zugegebenermaßen haben wir uns aber bestens auf das Leben im Bus eingestellt, die Sitzecke im Fahrerraum Solola, bunter Mann aufgebaut und allnachmittägliches Kaffeekränzchen eingeführt. Mit viel Zeit kann man auch mal feines Gulasch und ähnliche Köstlichkeiten aufsetzen ;).  Mit fünf Mann Unterstützung, etwas Graben und Steinen und Schutt als Unterlage haben wir es noch rechtzeitig auf das „Festland“ geschafft. 2,5 Tage Sonne haben den Untergrund einigermaßen trocknen lassen und als es am Nachmittag wieder tropft, sind wir froh, auf sicherem Gelände zu stehen. Wir lernen wieder sehr nette Menschen kennen: da ist Duncan mit seinem Hund Turk im ausgebauten Sprinter, die in Pana lebende Familie Christian, Steffi (beide halb deutsch) und klein Liam, der gerade so flott läuft wie Anton auch und den schüchternen Blondling immer temperamentvoll umarmen will, die beiden Italiener Giacomo und Francesca mit Coco im Wohnmobil, der argentinische „Amerikaner“ David, der außer uns alle anderen mit seinem Rangerover aus dem Schlamm zieht, der Hotelbesitzer Eduardo und nicht zu vergessen die bezaubernde Mitarbeiterin Petra, die einen Narren an Anton gefressen hat und in Geheimsprache sein Herz im Nu erobert hat. Ein fröhliches Wiedersehen gibt es mit den schweitzer Rucksackreisenden Ann-Christin, Didier, Pauline und Till. Wir begegnen uns im bunten Marktgetümmel von Solola und verbringen am nächsten Morgen eine aufregende erste Halbzeit im „Panarock“ bevor die Familie leider schon ihre Rückreise antreten muss.
Wir erkunden die Umgebung: Mit dem mittlerweile deutlich besseren Wetter verlassen wir unser „Nest“ dann endlich und schwärmen aus, die Gegend kennenzulernen. Wir beginnen mit dem freitäglichen Markt von Solola, der fast an einen Bienenschwarm erinnert. Wir fahren zunächst, ganz im einheimischen Panajachel, ...da kann ich mit meinen Gummistiefeln durch die Pfützen gehen Stil, halb stehend auf der Ladefläche eines Pickups die 8km in den Ort hinauf. Mirnichtsdirnichts befinden wir uns im Getümmel und werden mehr vorwärts geschoben, als, dass wir eine Richtung bestimmen könnten. Wir sind besäuselt vom Farbenmeer, der Gerüche und Töne und lassen uns ziellos dahintreiben. Anton entdeckt Hühner, Katzen, Eier und allerlei bekanntes Obst und Gemüse. Ein kleiner Kanarienvogel zieht mit seinem Schnabel aus einem bunten Kästchen für uns Glückformeln. Die hiesigen Trachten mit ihren wunderschönen Stickereien haben es uns angetan und nur die hohen Preise halten uns davon ab, neuwertige Webereien zu kaufen. Da wird uns noch einmal bewusst, wie selten es für viele Menschen hier möglich ist, neue Hosen, Huipiles (Blusen) und Tücher zu kaufen. Dabei sind die Stickereien meistens selbst aufgebracht und haben dementsprechend persönliche Bedeutungen und Aussagen über die Person, die sie trägt. Natürlich besuchen wir auch hier wieder die Kirche und glauben erst, wir müssten uns anstellen, bis sich herausstellt, dass das die Warteschlange für den Beichtstuhl ist. So etwas hatten wir zuvor noch nie gesehen! Für die Rückfahrt steigen wir in einen der „Hühnerbusse“ und müssen am Ortseingang so schnell durch den 1m hohen Hinterausgang heraus, dass ich mit dem seelenruhig weiterschlafenden Anton einen riesigen Sprung machen muss – bei anfahrendem Bus! Santiago Atitlan, Tütenzwerg So ist jeder Tag gefüllt von unvergesslichen Details… Der nächste Ausflug geht per Schiff über den See nach Santiago Atitlan. Der Ein- und Ausstieg ist zur Zeit etwas abenteuerlich, da der See nach dem vielen Regen um einige Meter höher ist und die Bootsstege darauf offensichtlich nicht ausgelegt sind. Gut, dass es hilfsbereite Einheimische gibt, die beim Tragen helfen, ansonsten hätten wir sicher ein Bad im eiskalten See genommen, bei dem Balanceakt über die eine eintauchende Bole. Bei diesem Besuch hält uns der Regen ein bisschen in Schach und am Ende bekommen wir eine große Mülltüte, um Anton in einen regengeschützten Zwerg zu verwandeln. In den trockenen Phasen spazieren wir durch Santiagos Straßen, zur Kirche und über den Platz. Wir schauen kurz in der Schule vorbei, vor der alle Kinder Ball spielen und Anton kaum zu bändigen ist. Die Menschen hier sind mal wieder unheimlich freundlich und so kommen wir immer wieder ins Gespräch. Unsere Suche nach Huipiles endet mit dem Kauf von zwei gebrauchten Kindergrößen und so  sind wir zufrieden und der Geldbeutel nicht vollkommen geschrumpft. Anton bekommt zum Andenken eine kleine Holzgitarre, auf der er mittlerweile schon gut klimpern kann. Weil wir nun eben doch noch länger geblieben sind – zu Petras großer Freude, denn sie hatte Anton bereits beim Verabschieden schon vermisst – kommt noch der abenteuerliche Ausflug zum sonntäglichen Markt in Chichicastenango zu unseren Erkundungen hinzu. Dazu nehmen wir pro Fahrt drei verschiedene Hühnerbusse, die sich im abenteuerlichen Fahrstil immer weiter überbieten. Wir sind mit Francesca, Giacomo und dem kleinen Hund Coco unterwegs, der bei den vielen Topes und Chichicastenango, auf den Treppen  der Kirche Nadelspitzenkurven schnell anfängt, sich zu übergeben. Wenn einem so die laute Musik in den Ohren dröhnt, fragt man sich, ob das vielleicht so eine Art Ablenkungsmanöver des Fahrers sein könnte. Bewundernswert ist auch der fliegende Händler, der pflanzliche Medikamente versucht, an Mann und Frau zu bringen und sich dabei tapfer im engen Gang aufrecht hält. Bei der Ankunft sind wir ersteinmal erschlagen vom touristischen Ersteindruck. Ein Verkaufsstand am anderen ziehen sich die Souvenire wie aufgereihte Perlen durch die Gassen des Ortes. Vor Jahren kamen die Leute hierher, um günstig landestypisches Handwerk zu kaufen. Mittlerweile sind die Preise höher, als beispielsweise am Atitlan-See – aber das scheinen viele Touristen nicht zu wissen. Wir werfen uns nichts desto trotz ins Getümmel und staunen einfach nur ein bisschen. Interessanter wird es für uns dann beim Besuch der weiß getünchten Calvario Kapelle und der gegenüberliegenden Kirche von Santo Tomas. Die Kirche wurde 1540 von Dominikanern auf den Stufen eines Mayatempels in einer Art Kompromiss erbaut. Mit Erfolg brachten sie die in ihrem heidnischen Glauben verhafteten Maya in die katholische Kirche. Auf der holprigen Treppe wird wie zu vorkolumbischer Zeit Kopalharz verbrannt und den Göttern geopfert, Kerzen werden angezündet und Gebete gesprochen. Es qualmt und raucht auf den kleinen Altaren, „brujos“ (Hexer) murmeln geheimnisvolle Litaneien und Indigenafrauen sitzen auf den untersten Stufen in einem Meer von Blumen, die als Opfergaben verbrannt oder in der Kirche verstreut werden. In der Kirche selbst sieht es aus, als hätte vor kurzem ein Brand stattgefunden. Alle Gemälde und Altare sind geschwärzt vom Panajache,l Piratenschaukel. Weihrauch und Ruß der Kerzen. In unsere Nasen steigen der Duft der auf dem Boden verstreuten Kiefernnadeln und Rosenblätter. Es ist wirklich eindrucksvoll, wie sich hier die „costumbres“ mit dem katholischen Volksglauben vermischen. Man darf allerdings erst im Nachhinein den Reiseführer studieren und erfahren, dass einige der Einheimischen von der Tourismusbehörde bezahlt werden, damit diese magischen Eindrücke in der Fülle überhaupt bei uns ankommen. Wenn dies den Menschen hilft, ihre Traditionen fortzusetzen…?! Viel schlimmer ist, dass wir mal wieder vom Regen überrascht werden. Zuvor finden wir noch einen gemütlichen Platz mitten im Marktgetümmel, wo man uns frisch zubereitete Suppen und eine Art Gulasch serviert. Selbst in einem Ort wie diesem ist Anton noch ein kleiner Blickfang. In gemütlicher Runde sitzen wir dann mit den Italienern und dem hinzugekommenen David und warten das große Nass ab, denn so kann man sich hier im Ort kaum noch bewegen. Der halbe Markt steht ein wenig unter Wasser. Als es sich beruhigt suchen wir uns langsam einen Bus zur Rückfahrt und stellen amüsiert fest, dass wir genau im selben Bus mit dem selben Henker, ähhh Fahrer, sitzen, die Musik schön laut aufgedreht ist und die Schaukelei schnell wieder im vollen Gange ist. Zurück in Pana besuchen wir noch einmal Christian, Steffi und Liam, um uns nun endgültig zu verabschieden. Wir lassen uns ein letztes Mal von einem Tuktuk zum Hotel fahren, genießen ein letztes Vesper-Ritual und Anton besucht noch einmal ausgiebig alle Tiere. Dann heißt es so langsam Ordnung schaffen und nach fast zwei Wochen Atitlan-See traurig Abschied nehmen, bevor wir die Weiterreise zur mexikanischen Grenze antreten. Den steilen Aufstieg nach Solola schafft der große Blaue erstaunlich gut und so sind wir schnell auf der gut ausgebauten Strecke in Richtung Quetzaltenango. W Santiago Atitlan, Tomaten Domino ir erreichen unsere Rekordhöhe von 3100m, bevor wir den Abzweig gen Huehuetenango nehmen. Schon am Nachmittag erreichen wir das eher leerstehende Bungalow-Hotel „Pino Montano“ und dürfen uns etwas von der Hauptstraße versteckt unterstellen. Den Rest des Tages stehen Schaukeln und Fußballspielen auf dem Programm. Mit einem kleinen Frühaufsteher an Bord kommen wir schon zeitig in die Spur und sind am nächsten Tag schon gegen Mittag an der Grenze in La Mesilla. Die Straße dorthin führt durch ein schönes Tal fast ausschließlich abwärts, so dass wir gut durchkommen und die Landschaft richtig genießen können. In nur wenigen Minuten sind die Ausreiseformalitäten erledigt. Bienvenidos a Mexico!!!

© www.bus-travel-diaries.de

Panajache,l Petra und Anton Panajachel, Tortilla gucken Solola, bunt bepackt Santiago Atitlan, schwer bepackt

Alle Fotos aus dem Reisebericht


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

FVAVANTGRD0708 1.5
Home -> Reiseberichte -> Guatemala -> Guatemala II
© 2012 bus-travel-diaries
Dies ist ein kostenloses Joomla Template von funky-visions.de

gefahrene Km

Newsletter

ich möchte über updates informiert werden...










Rastlos

Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...

Impressionen

Suche

Wer ist online

Wir haben 5 Gäste online

unsere Ortszeit

Berlin

Seitenaufrufe

134273
Heute121
Gestern181
diese Woche121
diesen Monat2988
Gesamt134273

Partner