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Reisebericht Mexiko VII 27.07 - 11.08. 2010

(Campeche, Merida, Chichen Itza, Tulum, Xel-Ha, Calderitas)

Tulum auf grosser Fahrt Merida, traditionelle Tänze Chichen Itza, Chac Mol Tulum, Xel Ha Schnorchelpark

Vor uns liegt noch einmal ein langer Weg, der längste für die nächsten Tage. Wir erreichen Campeche erst bei Anbruch der Dunkelheit und da es am Tage nicht Campeche, Geburtstagskrebse zu heiß war, beschließen wir, die Nacht hinter dem uns bereits bekannten Hotel der anderen zu bleiben. Aber bevor überhaupt irgendetwas passiert, steuern wir die Fischrestaurants am Malecon an, die wir noch in so guter Erinnerung haben. Wir sind froh, dass wir in einem einfachen Familienbetrieb gelandet sind und werden mit gutem Fisch verwöhnt. Für den Folgetag bestellen wir Taschenkrebsscheren zum Mittagessen, ein richtiges Geburtstagsessen für unsere liebe Steffi. Das Kranzgebäck aus dem Supermarkt wird mit Kerzen und Servietten noch aufgehübscht und dann ernten die von der Klimaanlage fast gelöschten Kerzen im Frühstücksraum leuchtende Augen. So ein Geburtstag auf Reisen will auch ordentlich zelebriert werden– diese Tradition haben wir schon vor vielen Jahren begonnen. Auf ein gemütliches Geburtstagsfrühstück folgt die Besichtigung der Befestigungsanlage „San Miguel“ (Reste der großen Stadtmauer gegen Piratenangriffe) und dem darin befindlichen „Maya-Kultur-Museum“. Vor zwei Monaten hat Anton hier noch tapfer Laufen geübt. Mittlerweile will er im Innenhof Fußball spielen, was uns in Deutschland sicher schon längst untersagt worden wäre. Opa Uli rezitiert später für Anton „morgens früh um sechs…Fröschebein und Krebs und Fisch, hurtig Kinder kommt zu Tisch“, soll heißen: Das Geburtstagsessen ist gerichtet und es kann munter geknackt werden, um an das feine Krebsfleisch zu Campeche, Piraten in Sicht kommen. Andreas freut sich schon seit Stunden auf diesen Moment und auch Steffi genießt die Spezialität bis zur letzten Zange. Der Rest der Familie erfreut sich dran, hat aber irgendwann die Geduld und den Appetit verloren – gut so, denn dann bleibt mehr für die Genießer;). Campeche ist mal wieder unerträglich heiß und so suchen wir, nachdem das Auto nahe dem alten Zentrum geparkt ist, schnell schattige Straßenseiten zur Erkundung dieses kolonialen pastellfarbenen Städtchens. Relativ schnell ziehen wir uns in den gemütlichen Innenhof unweit der Plaza zurück und es gibt – wie sich das bei Geißlers gehört :) – Geburtstagskuchen, dazu leckersten Eiskaffee. Ein Genießertag! Leider stehen wir später vor verschlossenen Toren des „Maya-Architektur-Museums“. In einer kleinen Odyssee begleiten uns die anderen auf den Campingplatz, wo wir klimatisiert die Nacht genießen werden, und von dort wieder in die Stadt. Auf dem Camping kann man herrlich mit Meerblick im Pool baden – wenn nicht gerade Pferdebremsen-Attacke angesagt ist. Nur leider gibt es weit und breit nichts zum Essen. Um den Genießer-Geburtstag noch gebührend abzuschließen, landen wir in einem lebendigen mexikanischen Restaurant, das uns in einer Art Show flambierte Spieße serviert und Andreas‘ Liebe zu „Arachera“ (zartestes Bauchlappen-Steak)wird ordentlich geschürt. Wenn das kein Fest ist … Anton bleibt am Ende nichts übrig, als erschöpft am Tisch einzuschlafen. Am nächsten Morgen nehmen wir die Weiterfahrt nach Merida auf und entscheiden uns recht spontan, den Umweg über Uxmal zu fahren. Während Uli und Steffi Größe und Details der Ruinen erforschen und bewundern, nisten wir uns mit Markus in dem Hotel, d.h. am dortigen Pool, ein, in dem wir das letzte Mal übernachtet hatten. Am frühen Nachmittag setzen wir dann die Reise fort und beschließen recht schnell, dass es besser ist, sich in der heißen Hauptstadt Yucatans auch ein Zimmer zu nehmen. Bei unserem letzten Besuch durften wir ja freundlicherweise vorm Eingang des Hotelriesen nächtigen. An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an die Einladung, lieber Opa/Papa/Uli! Andreas kann den folgenden Morgen kaum Merida bei Nacht erwarten, denn wer sich erinnert, hier gibt es dieses riesige tolle Frühstücksbuffet von dem er schon seit Anbeginn schwärmt:). Wir beschließen den Abend mit einem leckeren Essen, Live-Musik und zum Schluss einem genießerischen Kaffee bzw. Rieseneis auf dem lebendigen hell erleuchteten Zocalo. Der nächste Tag wird der letzte Stadttag sein und wir haben dann auch ordentlich genug davon. Zuerst erobern wir den Markt, denn Oma „Chili“ Steffi benötigt noch allerlei Gewürze und Dekoration. Dann besuchen unseren tollen Hängemattenverkäufer, der Anton sofort wieder beschenkt, und decken auch die Geißleins mit „Urlaubsgefühl für zu Hause“ ein. Wir suchen noch nach dem einen oder anderen Mitbringsel, finden Kühle in verschiedenen Kirchengebäuden und genießen bei einem Kaffeepicknick auf dem Kirchenvorplatz das bunte Leben in der Innenstadt. Inmitten großer Hektik serviert man uns am Abend yucatekische Spezialitäten und einzig die Tortillabäckerin lässt sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen. Nachdem wir auch ein zweites Mal das Buffet genießen konnten, verlassen wir die Stadt in Richtung Chichen Itza. Einzig am Supermarkt unterbrechen wir die Fahrt, um uns für ein Bus-Ruinen-Frühstück und diverse Terassenabende in Tulum einzudecken. Es ist gerademal früher Nachmittag, als wir es uns das erste Mal im Hotel gemütlich machen. Kaum haben wir die Badesachen angezogen, verdunkelt sich der Himmel und es donnert. Dann regnet es Bindfäden und hastunichgesehn steht alles unter Wasser. Wir sitzen auf der Terrasse und bestaunen den Chichen Itza, alles schwimmt abgetauchten Garten, nichtsahnend, was aus dem hoteleigenen Parkplatz geworden ist. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben! Um einen Schirm zu holen, wate ich im wadentiefen Wasser auf unseren Bus zu. Um diesen sorgen wir uns Dank seiner Höhe weniger. Was aber wird aus dem Mietwagen, der nur noch bis zum Folgetag halten muss und bereits zu einem Drittel der Räder im Wasser steht? Während die anderen den freien Nachmittag genießen, wird Ulis Tatendrang vom überraschenden Abenteuer schnell gebremst. Der Regen hört zum Glück im richtigen Moment wieder auf. Keiner hat sich vorstellen können, dass das Wasser im Laufe des Abends wirklich wieder abläuft, wenn man so zum Beispiel leere Wassertanks (Durchmesser 2m!) wie einen dicken Kahn über den Parkplatz schippern sieht. Als wir von der Lichtershow in den Ruinen zurück sind, sieht man kaum mehr etwas. Damit wir unter den ersten Besuchern sind, treffen wir uns vor acht am Bus und genießen unser erstes und einziges Busfrühstück im Stehen auf dem Parkplatz. Und wirklich, die Besucheranzahl ist noch recht übersichtlich und es entstehen noch menschenlose Aufnahmen der Kukulkan-Pyramide (auch „das Schloss“ genannt), die im Hintergrund noch vom Mond angeblinzelt wird. Wieder sind wir überwältigt von der Größe der Anlage, entdecken noch einige neue Details und verbringen fast vier Stunden mit Staunen, Spazieren, Eispause, Klettern, Tulum, endlich ankommen Fotografieren etc.. Wahnsinn, welche Massen sich über die Anlage bewegen, als wir gen Ausgang laufen. Und es rollen noch weitere Busse an! Nach einem kurzen Bad, kleinem Snack und Verschnaufpause rollen wir nun in Richtung Tulum, dem Ort des „Ankommens“. Ja, nach den bewegten letzten 14 Tagen erreichen wir diesen paradiesischen Ort der Ruhe und des Auftankens, die uns bekannten Cabanas „la via laktea“ von Roberto, Bambu und mittlerweile Maria-Bambu. Nach einem kurzen „Anbaden“ muss aber erst einmal der Mietwagen wieder abgegeben werden. Der freundliche Europcar-Mitarbeiter kontrolliert und dokumentiert akribisch. Wir sind ja deutsche Gründlichkeit gewöhnt, aber das übersteigt bei Weitem alles! Der nächste Tag ist voll und ganz dem „Einfach-nur-Sein“ gewidmet. Anton buddelt glücklich im Sand und baut mit seinen Großeltern die tollsten Türme, bevor er den Rest der Zeit in seinem kleinen Schwimmbecken planscht. Währenddessen haben sich – nach langer Vorbereitung – Markus, Andreas und Roberto in das kleine 8Ps Motorboot gesetzt und sind mit drei Angeln – und einigen Bierdosen - ausgestattet auf das große Meer hinausgeschippert. Am frühen Nachmittag steigt dann ein blasser Andreas, dem der Boden noch am Abend unter den Füßen schaukelt, an Land und hat einen mindestens einen Meter langen Fang dabei. Während Roberto behauptet, es sei ein Fisch mit besonders leckerem Fleisch, bestätigt ein Fischer Andreas‘ Verdacht: es ist ein sog. Schiffshalter (Saugfisch), einer der wenigen ungenießbaren Fische. Der einzige Trost Tulum, mit Opa Quatsch machen bleibt, dass es äußerst ungewöhnlich ist, einen solchen Fang zu machen, da er, wie der Name ja schon sagt, meist als blinder Passagier irgendwo mit schwimmt. Noch ein netter Trost sind die spendierten Margaritas und der Maisauflauf, den wir am Strand mit Gruß von Roberto serviert bekommen. So lässt sich ein Leben unter Palmen aushalten :). Schön, dass wir nun abends auf der Terrasse beisammen sein können. Anton schläft selig im Hintergrund, vor uns rauscht das Meer und der Wind in den Palmen und wenn wir nicht Meister im „Stadt, Land, Fluss“ werden, erzählen wir bei einem Glas Wein und Bier. Nach anfänglichen organisatorischen Schwierigkeiten von Seiten Roberto verschieben wir unseren Xel-Ha (Schnorchelpark)-Besuch um einen Tag und erobern zunächst die Ruinen von Tulum. Die attraktive Meereslage begeistert auch den Rest der Familienbande. Da die Sonne aber mal wieder unermüdlich brennt – und das zu früher Stunde – und die Gebäude an sich weitaus weniger faszinierend sind, als das, was wir schon kennen, bewegen wir uns recht schnell durch die parkähnliche Anlage, treffen noch einen dicken Leguan und dann flüchten wir auch schon in den Schatten zum Bus. D.h., wir düsen recht schnell zum „deutschen Frühstück“ und genießen mal wieder richtigen Käse, Wurst und gutes Brot. Den Nachmittag verbringen wir auf Empfehlung an einem öffentlichen Strand unter Palmen, wo wir alle mit großer Tulum, der große Fang Begeisterung schnorcheln und dabei Fischlein und unverhofft so manche gemütliche Meeresschildkröte treffen. Diese grasen unweit vom Strand, schnappen ab und an lustig nach Luft und werden meist von einem Trupp Putzerfische begleitet. Schon toll, wenn man nur ins Meer zu gehen braucht, um diese kleinen Wunder der Natur zu entdecken. Nichtsdestotrotz folgt der Besuch im Schnorchelpark, der dieses Mal noch überfüllter an Touristen ist. Wir entdecken trotzdem schöne bunte Fische abseits des Hauptstroms, auch Andreas wird nochmal 18 und springt mit Markus mutig per Köpper vom Felsen, wir beobachten Delfine, Papageien und Co und verbringen quasi den ganzen Tag im Wasser, wenn wir uns nicht gerade auf das große all-you-can-eat-Buffet stürzen – schlemm! So vergeht der vorletzte Tag im Nu und keine Frage, am letzten Tag müssen wir nochmal an unserem Strand bleiben und das „Sein“ genießen. Buddeln, Baden, Dösen, Schwimmen, auf einem kurzen Ausflug im düsteren, von kalten Strömungen (aus der Unterwelt?) durchzogenen Cenote Schnorcheln, Spielen … und einen letzten Sonnenbrand an Land ziehen, damit in Deutschland auch alle glauben können, das es Urlaub in der Karibik war:). Keiner kann sich nun vorstellen, dass die drei gemeinsamen Urlaubswochen schon vorbei sein sollen. Wir parken den großen Blauen an der Plaza in Tulum und steigen alle in den Bus zum Calderitas, Bauch wieder besser Flughafen. Nicht, dass der Direktbus auch direkt fahren würde – nach einer Stunde Fahrt etwa, heißt es Umsteigen aufgrund eines Defektes. Nach „zwei mexikanischen Minuten“ – das bleibt für alle jetzt der geflügelte Spruch des Urlaubs – geht es aber bereits weiter und wir erreichen Cancun am frühen Mittag. Die von uns aufgefüllten Koffer (Danke, Ihr lieben!) sind schnell abgegeben und keiner von uns findet es auch nur einen Deut realistisch, dass es hier um Abschied gehen soll. Mit dem teuersten Essen der letzten Wochen zögern wir es noch etwas hinaus, doch der Moment kommt und es bleibt uns nichts übrig, als, solange es geht, zu winken. Anton spielt seitdem täglich verreisen, verabschiedet sich mit den Worten „Tüß, Mama!“ und auf die Frage, wo es hingehe antwortet er wie selbstverständlich „Deusland“ – was auch immer das geheimnisvolles für ihn bedeutet. Wir haben einen Tag voller Reisen hinter uns – zwei lange Busfahrten bis Tulum und dann von dort aus zum uns bekannten Platz bei Chetumal – und sind froh, als wir spät abends ankommen. Wiedermal haben wir Calderitas zum Ort der Ruhe, des Sortierens, Vor- und Nachbereitens und Pausieren auserkoren. Das Personal erkennt uns beim dritten Besuch natürlich wieder und wie selbst verständlich werden wir in kürzester Zeit Teil des Inventars. Mittlerweile sind es schon über zwei Wochen, die wir hier verweilen – weitaus länger, als geplant. Jedoch nicht ohne Grund: Antons Tierliebe ging etwas zu weit und er hat sich, ohne uns zu fragen, eine Kolonie Bakterien angelacht und ca. eine Woche lang Calderitas, Grillsaison sich verschlimmernden Durchfall bekommen. Beim ersten Arztbesuch sollen es Amöben sein und er möchte bitte normal weiter essen. Daraufhin wird es erst richtig heftig und der nächste Arzt gibt mit anderer Diagnose das scheinbar wirkungsvollere Medikament und verschreibt Diät. Für Anton beschränkt sich die Diät aber eher auf die Auswahl der Nahrungsmittel, denn er schaufelt nun, wie sonst nie in seinem bisherigen Leben. Jetzt isst er einmal richtig gut und die armen Eltern sind gleich wieder irritiert, weil sie ihren Sohnemann so nicht kennen. Wir beruhigen uns damit, dass er ja einiges aufzuholen hat und servieren wie gewünscht Reis, Zucchini, Möhren und Co. schon zum Frühstück. So hat doch alles mal wieder sein Gutes und er entdeckt auch noch seine Liebe zu (Mini)Bananen. Wir warten noch ab, ob alles so stabil bleibt und dass die letzte Ration Antibiotikum geschluckt ist, bevor wir die Reise fortsetzen und ins bekannte Belize und Guatemala zurückkehren. Anton hat brav still gehalten und sich um ein paar Löckchen bringen lassen. Jetzt sieht er noch frecher aus und das passt zu ihm, wie er hier so munter quasselt und singt. Andreas nutzt die viele Zeit und das recht gute Netz, um die Hompage noch und noch zu optimieren. Wir skypen mit Familie und Freunden und Calderitas, zu Besuch bei Craig und Carla nehmen uns die Ruhe und die Zeit, die alles gerade braucht. Täglich besuchen wir die Restaurantküche, wo Anton mit den lustigen schwulen Köchen schäkert, oder wir laufen ans Meeresufer, Spielen, beobachten die Kinder am Schwimmbad und fahren zur Abwechslung vielleicht mal wieder etwas einkaufen:). Ab und an überrascht uns mal ein heftiger Regenguss, ansonsten sind wir froh über jeden Wind, denn es ist meist ordentlich warm. Mittlerweile schmückt sich schon das ganze Land in grün-weiß-rot, denn am 15.September ist großer Feiertag „bicentenario“, 200 Jahre Beginn der Unabhängigkeit und 100 Jahre Revolution. Da kann man sich vom Ohrring bis zur Unterhose komplett eindecken… Wir haben uns lieber mit Grillzubehör eingedeckt und treffen uns zum dritten Abendessen mit unseren netten kanadischen Nachbarn Craig und Carla, die uns auch schon in ihrer Wahlheimat Costa Rica einen Schlafplatz angeboten haben. Anton hat den Platz im riesigen Motorhome schon ordentlich genossen, da kann man sogar Fußball spielen und Faxen vor dem Spiegel machen. IGemeinsam mit den beiden haben wir einen neuen treuen Begleiter, einen schlaksigen Straßenhund, den wir kurzerhand „Amigo“ getauft haben, weil er uns wie ein Freund eben, ständig und überall hin begleiten will. In wenigen Tagen also geht die Reise weiter und Ihr hört wieder von uns, wenn wir einen Zwischenstopp in unserer geliebten Finca in Guatemala machen. Hasta luego, amigos!

© www.bus-travel-diaries.de

Calderitas es kommt nicht auf die Größe an Tulum paradiesisch Campeche Friedhof Chichen Itza, Schleckmaul

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