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Reisebericht Mexico X Baja California

 

Reisebericht Mexico  X 06.02. -27.02
(San Blas, Taecapan, Mazatlan, Baja California, La Ventana,
Cabo Pulmo, Cabo San Lucas, Todos Santos, Ciudad Constitution, Puerto Lopez Mateos, Puerto Escondido, Bahia Conception, San Ignacio, Guerrero Negro, San Quintin, Ensenada, Tecate)

Abendessen Cabo San Lucas Lands End Teacapan zwei auf grosser Fahrt Teacapan beobachten


Wir erreichen das Meer und damit San Blas am Nachmittag und finden unser Nachtlager am Ende der vielen Strandrestaurants, da, wo es nur noch einfaches Essen und vor allem freien Blick auf Sand und Meer gibt. Teacapan Johanna und ihre neue Nachbarin Zunächst müssen wir ans Wasser gehen und Licht und Farben genießen, bevor wir uns auf einen Spaziergang durch den Ort machen. Wir kaufen bei einer Empfehlung einen Berg Krabben und entscheiden uns, zur Feier des Tages in einem der Restaurants am Meer einzukehren. Leider ist es Sonntag und zum anderen haben wir die Zeitverschiebung übergangen, so dass es schwierig ist, überhaupt noch etwas zu bekommen. Andreas muss leider auf Hummer verzichten, freut sich aber umso mehr, auf die große Portion Krabben am Folgetag. Seit Tagen haben wir Witze darüber gemacht, dass Johanna von nun an im Zelt schwitzen wird… ehrlich gesagt sind wir alle sehr erstaunt über die Kälte, die sich hier bei Abwesenheit der Sonne niederlässt. Wir beschließen am nächsten Tag weiterzufahren und biegen nach ein paar lecker frischen Tacos in Esqinapa nach Teacapan ab. Teacapan unendlich idyllisch Dieser verträumte und versteckte kleine Fischerort wird nach längerer Zeit unterwegs mal wieder ein Ort an dem wir Ruhe finden, durchatmen und genießen. Der Bundesstaat Sinaola wirbt schon auf seinen Nummernschildern mit einer großen roten Tomate für seinen Reichtum an Gemüse und Obst. Kein Wunder also, dass wir uns nach einer kurzen Fahrt an diversen Reihern und Rosalöfflern an kleinen Wasserläufen vorbei rechts und links von Palmenhainen, Chili- und Tomatenfeldern umgeben finden. Hin und wieder sieht man Reihen von fleißigen Pflückern, die aus dem ganzen Land anreisen und für einen Minimallohn fern ihrer Familien hier in der Sonne schuften. Wir trauen uns kaum anzuhalten und Bilder zu machen, weil es sich anfühlt als würden wir uns, wie beim gestiefelten Kater, mit der Kutsche durch des Grafen Lande bewegen. Noch merkwürdiger ist es dann, als Teacapan zwei auf grosser Fahrt wir den Campingplatz erreichen, wo die nordamerikanischen Wohnbusse wohlgeordnet nebeneinander aufgereiht stehen und die hier eingenisteten „Snowbirds“ sich mit Meerblick und Satelitenschüssel die Zeit bis zum Frühling vertreiben. Mit einem Platz am Ende der Reihe können wir dann gut für eine Nacht leben, denn wir sind vor allem für die Waschmaschine und die warmen Duschen auf den „richtigen“ Campingplatz gefahren. Eigentlich vor allem auch für den Internetempfang, der praktischerweise nicht funktioniert. Wir ziehen am Folgetag ganz klar um und landen genau da, wo wir noch lange hätten bleiben wollen…unter Palmen am Wasser in Laufnähe zum Dorf, umgeben von lustigen sehr netten Nachbarn und all das für kaum Geld. Helmut und Agnes aus Wolfenbüttel laden Andreas gleich mal auf einen Angelausflug für den nächsten Morgen ein. Anton ist glücklich, weil er in Bobs im Sand geparkten Boot sitzen und luftrudern kann. Johanna ist glücklich, Teacapan Fischers Fritze weil sie nun endlich für einige Stunden am Tag ihren Bikini anziehen und ordentlich auftanken kann. Andreas ist glücklich, weil er den Fisch selber fangen kann. Und ich bin glücklich, weil alles entspannter ist und wir unser Dasein genießen können. Während die Angler längst unterwegs sind, dürfen wir unsere Nachbarin kennenlernen: eine ordentlich lange Boa Constrictor. Bob, der auch gerne „Snakeman“ gerufen wird, hat mit Anns Hilfe das schöne Tier gefunden und nun dürfen wir es alle bewundern. Johanna, erst skeptisch, verwandelt diese Begegnung gleich in eine Therapiesitzung und wird in kürzester Zeit Freundin mit dem Tier. Mutig hält und trägt sie sie, bis auch alle anderen Nachbarn gestaunt und Bilder gemacht haben. Jetzt weiß sie wenigstens, was nachts an der Zeltwand rascheln könnte. Im Anschluss erkunden wir zu Fuß das Dorf und werden mal wieder überall sehr freundlich aufgenommen. Anton tanzt freudig im Pavillon der kleinen Plaza, während Teacapan Krabbenkutter im Sonnenfeuer Johanna in der Telefonzelle um einen geregelten Rückflug kämpft – 1:0 für Johanna (Uff!). Das Boot ist mit glücklichen Anglern und einem Eimer voll Fische schon angekommen und nach einer kurzen Pause geht es ans fachmännische filetieren. Zum feierlichen Abschied kredenzen uns Helmut und Agnes noch ein Strandfeuer. Eine letzte gemeinsame Etappe liegt vor uns: Mazatlan. Bevor wir eine kleine Altstadtbesichtigung vornehmen, reservieren wir noch die Fähre für übermorgen, die uns auf die Baja California, die zweitlängste Halbinsel der Welt, übersetzen soll. Es scheint, als wolle sich kein Parkplatz für uns finden und schlussendlich stellen wir uns einfach vor „Oxxo“, dem mexikanische Markenkiosk. So können wir noch einen Abschiedskaffee mitnehmen, der furchtbar künstlich schmeckt, aber zu einer Art Ritual geworden ist. Mazatlans historischer Kern ist weit weniger anschaulich, als wir erwartet haben, dennoch machen wir einen netten Spaziergang draus. Leider rückt Johannas Abschied näher und wir müssen langsam zum Busbahnhof. Zum Glück haben wir entspannt geplant, Mazatlan an Bord gegangen denn wir müssen an einen anderen Abfahrtsort. Für den Abschied bleibt am Ende doch kaum Zeit, aber so ist es etwas weniger traurig. Anton fragt ab jetzt wochenlang, wo Johanna ist und behauptet mit einem breiten Grinsen in jedem Bus, den wir treffen, sitze sie drin. Vielen Dank für die schönen Tage mit Dir! Wir müssen nun bei Dunkelheit den Campingplatz finden und sind bei der Ankunft schockiert! Direkt hinter der obertouristischen Ausgehmeile inmitten einer Wohnanlage stehen nordamerikanische Dauercamper gerademal von einem Maschendrahtzaun umgeben und finden, dass Mazatlan „sooo cheap“ ist. Wir ertragen es der Wäsche und des Internets zuliebe und fragen uns und die Camper nur immer wieder, wir man hier langfristig bleiben kann. Die gesamte Umgebung ist eine Art amerikanischer Rummel und wir sind froh bei dem Gedanken, uns in Kürze in der Wüste zwischen Kakteen und Sand zu befinden und all das hinter uns zu lassen. Auf der Fähre werden wir am Rand zwischen einem mit Pferden beladenen Pickup und einem anderen Camper neben all den LKWs Mazatlan Seewind auf dem Schiff platziert. Die Fahrt geht 17h und wir dürfen freundlicherweise in unserem Bus schlafen und sogar kurz den Kapitän besuchen. Im Ankunftsort La Paz erledigen wir nur einen Einkauf und dann fahren wir schon allein durch ein Meer aus Cordon-Kakteen und trockenem Bergland. Auf der Halbinsel finden sich 4000 von weltweit 6000 Kakteenarten, wobei der Säulenkaktus (Cordon) der größte mit bis zu 20m Höhe ist. Wir sind sehr beeindruckt bei dem Gedanken, dass so ein Kaktus in 10Jahren nur 10cm wächst und erst im Alter von 100Jahren seine so typischen Seitenarme bildet. Wie alt muss diese uns nun ständig begleitende Kulisse also sein?! Immer wieder tauchen vereinzelte Häuser auf, meist von Schrottautos und herumfliegendem Müll umgeben und wir fragen uns, wie man auf die Idee kommt in einer so menschenunfreundlichen Umgebung zu leben. Die erste Nacht verbringen wir in La Ventana – einem absoluten Kite-Surfer-Mekka und gesellen uns zu den freistehenden Leuten in einem trockenen Flusslauf. Wir beobachten das wuselige Treiben und die vielen bunten Kites am Pistenkulisse Himmel und frösteln bei der ordentlichen Brise, die hier herrscht. Wir suchen mehr Einsamkeit und finden diese nach gefühlten hundert Jahren Waschbrettpiste und einer folgenreichen Kollision mit einem Armeepickup in Cabo Pulmo. Unerwartet überholt uns ein Fahrzeug, als wir die Spur wechseln wollen und mit einem ordentlichen Rumms! Sind die Seitenspielgel nach vorne weggebogen, beide zersprungen, und der Kotflügel sieht aus wie nach einem Streifschuss. Der Armeewagen tuckert einfach weiter und wir müssen erst einmal wieder Fassung gewinnen. Zum Glück ist es nur Blech- und Spiegelschaden! Die Bucht und der Strandschlafplatz entschädigen uns dann für alle Strapazen, wir bleiben gleich zwei Nächte und ergattern bei den Fischern nebenan fangfrisches Abendessen. Hier treffen wir auch auf John und Kathy aus Montana, die ähnliche Orte wie wir bevorzugen und deshalb häufiger jetzt unsere Zeltnachbarn sein werden. Von der schönen Einsamkeit katapultieren wir uns ins absolut „veramerikanisierte“ Cabo San Lucas – Anfahrtsort für Kreuzfahrtschiffe und millionenschwere Cabo San Lucas Yachten und Condominios soweit das Auge reicht Yachten, von Hotels und Condominios bewuchert, Partymeile, Geldwaschanlage im großen Stil und deutlich überteuert. Was also machen WIR hier? Genau gesagt befinden wir uns hier nahe dem südlichsten Punkt der Halbinsel, auch „Lands End“ genannt. Auf einem Bootsausflug dürfen wir die bizarre Felsenlandschaft und ein paar Fischlein (durch Glasboden) bewundern, wo sich Golf und Pazifik, sowie eine große Truppe Seelöwen treffen. Ein Felsentor (El Arco) ist nur etwa alle vier Jahre bei Ebbe zu durchwandern wir halten den nötigen Abstand bei dem vorherrschenden Wellengang. Wo sich die beiden Meere vereinen oder auch trennen, gibt es über einen Felsspalt verbunden die „Playa del Amor“ und die „Playa del Divorcio“. Während wir dies erkunden, repariert der Lackierer derweil das Auto. Schade nur, dass im Frühling Pollen fliegen und man daher nicht unter einem Baum Farbe auftragen sollte…kleiner Schönheitsfehler. Nach zwei Nächten verabschieden wir uns vom cabo-untypischen Campingplatz und unseren netten Nachbarn und suchen das Weite. Das finden wir dann nahe Todos Santos am Strand von San Pedrito. Hier hat sich eine lustige Surfer- und Campinggemeinde angesammelt, die die Freiheit, den Sand und die Wellen genießen. Wir bleiben natürlich länger, Andreas lässt Cabo Pulmo Haus am Meer mal wieder seinen Faible für Kites aufflammen, Anton sitzt freudig mit seinem neuen Secondhand-Laster im Sand und ich kann Wochen im Tagebuch aufholen und die Ruhe genießen. Das nenne ich Wildnis, wenn man sich mit dem Spaten bewaffnet bei eventuellen Bedürfnissen ein ruhiges Plätzchen suchen muss und mit Glück keine gefährlichen Tiere trifft! :) Mit einer Einkaufsunterbrechung wird der Folgetag ein langer Fahrtag, an dem wir es bis Ciudad Constitution schaffen. Jetzt sind wir in dem Abschnitt der Halbinsel angekommen, der für den alljährlichen Besuch der Grauwale bekannt ist. In der Bahia Magdalena, der Laguna San Ignacio und der Laguna Ojo de Liebre finden sich besonders zwischen Januar und März Hunderte von Walen. Nach 8000km Wanderung erblicken viele Kälbchen(500kg) hier das Licht der Welt und lernen in den tropischen Gewässern ihre ersten Schwimmzüge. Die grauen Riesen können bis zu 15m lang, 20-30 Tonnen schwer und 50Jahre alt werden und existieren in dieser Art seit nunmehr etwa zehn Millionen Jahren. Wir wählen den kleinen Fischerort Puerto Puerto Lopez Mateos Anton auf Walexpedition Mateos Lopez als Ausgangsort für eine Wal-Tour, gelangen durch Zufall günstig an eine private Gruppe und sehen alsbald die ersten Mutter-Kind-Pärchen anmutig vor uns auftauchen. Das Boot bewegt sich eine Weile in den sanften Gewässern der Bucht und immer wieder sehen wir Fontänen und große Rücken auftauchen. Bei einem Ausritt auf große Wellen steigert sicher der durch das Schaukeln ausgelöste Adrenalinkick ins unendliche, als ein großes Tier zu spielen beginnt und dicht vor uns gleich drei Mal auftaucht, springt und sich rücklings fallen lässt. Was für ein beeindruckendes Schauspiel! Anton erinnert noch die Kälbchen und darf den Rest nur auf Bildern bewundern – bei den Wellen muss er phantastisch geschlafen haben! Für die Nacht landen wir irgendwo einsam am Strand von Puerto Escondido und wieder einmal amüsieren wir uns mit Puerto Lopez Mateos verspielt Panoramaaufnahmen (Danke Helmut für diese neue Spielidee!). Auf der Weiterfahrt erkunden wir Loreto mit seiner alten Missionskirche, bevor wir uns in der schönen Bahia de Concepcion niederlassen. Uns sind die Münder offen stehen geblieben beim Anblick des riesigen Golf-Resorts, das man hier kurz vor dem Ort künstlich in die Wüste gepflanzt hat. Was hier für Gelder allein in die Bewässerung des Geländes fließen…?! Wir finden einige Kilometer weiter ein schönes Plätzchen, wo das Wasser ruhig und zum Teil türkisblau ist. Dabei schaut man auf vorgelagerte Inseln und Bergruppen… schade, dass die Stürme im letzten Jahr ganz schön gewütet haben und einige Spuren hinterlassen haben. Wir sammeln riesige Muscheln und genießen die Ruhe in der zurückgezogenen Bucht von Playa Escondida. Am nächsten Tag passieren wir Mulege und erklimmen, vorbei an unzähligen Dattelpalmen, den Hügel vor dem Ort mit der alten Missionskirche. Auch hier sieht man Spuren der Unwetter, die Palmen und ganze Straßen mit sich gerissen haben. Andreas hatte schon beim Heranfahren gesehen, dass auf dem Meer die Krabbenkutter stehen. Trotz staubiger Fahrt und vielen netten Begegnungen die Wueste lebt auf der Suche nach Krabben, müssen wir mit leeren Händen weiterfahren. Dann erreichen wir Santa Rosalia, eine Minen- und Bergbaustadt. Im 19.Jh. sind hier Franzosen auf der Suche nach Kupfer und anderen Mineralien eingezogen und haben deutliche Spuren hinterlassen. Das Gros der Häuser ist aus Holz und viele sind im französischen Kolonialstil gebaut. Nahe am Hafen ist eine Fabrik mit diversen Maschinen und Transportbändern als Freiluftmuseum öffentlich zugänglich. Wir betrachten das rostige Monster lieber von außen und steigen den Hügel hinauf, um die alten Lokomotiven und Waggons zu bestaunen. Ein bisschen ist es, als hätte jemand die Zeit angehalten oder als spazierten wir durch eine Filmkulisse. Ein vielleicht nicht besonders schönes, aber besonderes Bauwerk ist die kleine Kirche des Örtchens. Monsieur Eiffel höchstpersönlich hat mit diesem, einem der ersten Fertigteilgebäude, zusammen mit dem Eiffelturm um 1800 einen Preis in der Weltausstellung gewonnen. Ursprünglich für Afrika bestimmt, ist sie dann per Schiff hierher transportiert und als Hort für den Schutzpatron der Minenarbeiter aufgebaut worden. Im Abendlicht schaukelt uns der große Blaue durch die Vizcaino-Wüste vorbei an Vulkanen, Steinmeeren und Trockenheit bis zur Oase von San Ignacio. Auf dem froehlich unterwegs Campingplatz müssen wir uns neben einer Karawane von Wohnmobilen behaupten, die aufgrund ausgeprägten Gemeinschaftssinns und auch Sicherheitsgründen, diesen trockenen Landstreifen lieber im Konvoi bereisen. Immer häufiger werden wir jetzt mit der Angst der Amerikaner vor Mexiko konfrontiert und die erste Frage ist immer, ob uns denn nie etwas passiert wäre?! Wir staunen einfach nur, finden die Baja eigentlich schon fast untypisch für Mexiko und haben uns hier nie unsicher gefühlt. Einen Vorteil hat die Angstmacherei: es ist angenehm wenig los :). In der Dattelpalmenoase gibt es noch die älteste Jesuitenkirche aus der Kolonialzeit zu bewundern, die aus 50cm dicken Lavastein gebaut wurde. Einer sehr windigen Fahrt fällt unser Dachfenster zum Opfer, das, bereits angeknackst, einfach in die Wüste geschickt wird. Im Zielort Guerrero Negro (nach einem der letzten Walfängerschiffe benannt) suchen wir also als erstes einen Glaser, der uns eine Plexiglasscheibe zurechtschneidet. Eine ordentliche Buckelpiste führt über viele Kilometer, vorbei an Salinen, zur Laguna Ojo de Saeulenkakteen typisch Baja Liebre, Kinderstube vieler Grauwale. Unter eisigem Wind widmen wir uns einer Dachfenster-Not-OP und dürfen uns später am Feuer unserer Lieblingsnachbarn aus Montana die Hände wieder aufwärmen. Man sieht sogar vom Ufer ab und an die Wale prusten und wenn es nicht so frostig wäre, könnte man es hier noch einen Tag länger aushalten. Wir aber fahren weiter und erreichen die Grenze zum nördlichen Teil der Insel. Wieder einmal passieren wir einige militärische Kontrollen und scheinen zu den wenigen Touristen zu gehören, die hier die Landessprache sprechen und verstehen. Ein Kontrollgesetz mündet hier meist in Neugier und freundliche Unterhaltungen. Unser neues Ziel heißt San Quintin, eine Gegend, die mit Salinen auf der einen und Vulkanen auf der anderen Seite besonders fruchtbar ist. Überall säumen die Straßen Gewächshäuser bzw. überdachte Felder und es heißt auch hier, dass Arbeiter aus dem ganzen Land hier ans Werk gehen. Anton findet hier sein Glück auf dem Campingplatz-eigenen Trampolin und einem Spielplatz. Der Abschied von Mexiko rückt nun langsam immer näher und wir sehen der Grenze mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. In Ensenada füllen wir unsere Vorräte noch einmal richtig auf und haben nach sehr langer Zeit das erste Mal wieder einen Strandpirat richtigen Regentag. Gehört wohl zu den Abschiedsgefühlen…. Schlussendlich finden wir, dass die Baja California eine gute und sanfte Überleitung in die Staaten bietet und wir müssen keinen großen Kulturschock mehr befürchten. Es gibt Dinge, wie Spielplätze, gute Straßen, tolle Naturschauspiele… auf die wir uns nun schon sehr freuen und anderes, wie Spanisch, Märkte, geordnetes Chaos…, was wir ordentlich vermissen werden. Wir suchen uns mit Tecate den wohl ruhigsten Grenzübergang der Umgebung aus und wollen vor allem Tijuana umgehen, der als größter Grenzübergang der Welt als sehr chaotisch gilt. Nach einiger Wartezeit und allerhand mexikanischen Imbiss- und Straßenhandelsangeboten befinden wir uns schon auf amerikanischem Gelände. Natürlich werden wir zur gründlicheren Kontrolle verwiesen, aber der zuständige Beamte nimmt außer ein paar bunten Samen von Anton, Avocados und Kartoffeln nichts mit und wir sind problemlos und ohne Interview zu Baja California ein Kakteengarten 6Monaten Aufenthalt eingeladen. Fast wäre es geschafft, wenn nicht heute Sonntag wäre und die mexikanischen Behörden unsere Ausreise und die des Fahrzeugs an diesem Ort und unter diesen Umständen ablehnen würden. Unser Fahrzeug wurde bei der Einreise damals mit einem 10Jahre gültigen Hologramm versehen, das aber bei endgültiger Ausreise unbedingt abgegeben werden muss. Für unsere Touristenkarten müssen wir noch eine Gebühr entrichten. Tecate ist also ein ruhiger, sonntags sogar schlafender Ort. Wir entscheiden uns für den Weg auf amerikanischer Seite und fahren also so schnell es geht nach Tijuana. In edlen Vororten und auf vielspurigen amerikanischen Straßen sind wir doch etwas kulturgeschockt. Zwischendrin klemmt nach einer kleinen Flussdurchfahrt ein großer Stein zwischen den Zwillingsreifen – nicht, dass wir schon genug Sorgen hätten…! Nach etwas Anstehen sind wir doch recht schnell auf mexikanischer Seite und erledigen mit etwas Hin und Her und Verfahren allen nötigen Papierkram erfolgreich. Jetzt wird es erst richtig anstrengend, denn nun Tijuana der groesste Grenzuebergang der Welt stehen wir mindestens 2,5h an, um an einem der 12 (!) Grenzübergangsschalter nach San Diego einzureisen. Überall flitzen Händler herum, verkaufen Decken, T-shirts, fast lebensgroße gekreuzigte Jesusfiguren, Churros, Chips, Churros, und wieder Churros, Kinder jonglieren, alte Frauen betteln…ein sehr heftiger Abschied, den uns Mexiko da zelebriert. Es ist bereits dunkel, als der Bus erneut kontrolliert werden muss, aber auch dieses Mal ist die Angelegenheit schnell erledigt. Jetzt heißt es wirklich ADIOS MEXIKO, cuidate!!! Jetzt aber schnell zum nächsten Walmart-Schlafplatz... :)

© www.bus-travel-diaries.de

Guerrero Negro Schaumwolken in den Salinen Puerto Lopez Mateos Riesen und Fontaenen kleine Milchmahlzeit San Pedrito die perfekte Welle

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Kommentare 

 
0 #1 Alles Sonnenklar 2011-04-02 18:37
Hey,

war vor 3 Jahre auch für längere Zeit in Mexiko backpacken, nur leider war meine "Gringa Route" schon in Mexiko City zu Ende und ich habe leider nicht bis Baja California geschafft. ;( Wenn man sich aber eure Bilder so anschaut, dann muss da definitiv noch ein Extratrip bei mir in naher Zukunft folgen!

Viele Grüsse und weiter so,

Sunny Sandra

P.S.: Die Wellen in Puerto Escondido fand ich schon echt krass ;-)
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