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Argenitinen IV

Alle Fotos aus Argentinien
Argentinien IV 05.05.2005 - 13.05. 2005
(Santiago del Estero, Termas Rio del Hondo, Cafayate, Tafi de Valle, Salta , Jujuy, Maimara, Paso de Jama)

Von Cordoba aus haben wir uns also gen Norden aufgemacht. Unsere erste Zwischenstation war, wie schon öfter, an einer Tankstelle in Ojo de Agua. Dort haben wir den nächsten Vormittag beim Mechaniker verbracht, der mit viel Improvisationstalent unser Radlager wieder strassentauglich gemacht hat. Mittlerweile ist es ganz schön kalt. Ihr werdet lachen, wir sind zeitweilig mit Schlafsäcken über den Beinen gefahren – gar nicht so einfach, ohne Bordheizung. Sogar der Mechaniker betont immer wieder, wie kalt es denn wär und kann sich kaum vorstellen, dass es in „Alemania“ noch kälter werden kann. Wir fahren an Santiago del Estero, eine der zwei ältesten Städte des Landes, vorbei. Die Stadt ist zwar alt, aber besonders attraktiv ist sie nicht. Bei der Hundskälte kann uns am Abend nichts besseres passieren, als in Termas del Rio Hondo zu landen, einer „Thermalstadt“, in der jedes Hotel mit Thermalwasser versorgt ist. Wer hätte das gedacht, bzw. an die dazugehörige Badewanne gedacht?! Der Ort ansich ist verdammt touristisch – überall gibt es Alfajores (eine Art kleines Yes-törti) und es blinkern und leuchten Reklamen aller Art. Am nächsten Morgen beginnt die Saison und schon heute heben wir den Altersdurchschnitt deutlich an. Ein ausgiebiges Thermalbad mit Rotwein entschädigt sämtlichen Frost der letzten Tage. Der ist jetzt auch vorbei, denn am nächsten Morgen strahlt der Himmel und wir machen uns auf nach Salta, auf der empfohlenen Strecke über Cafayate. Über ein paar Umwege landen wir auf der Routa 307, die zunächst durch eine Art subtropischen Wald führt. Die Strasse schlängelt sich bis hoch auf 2000m und wir versinken zunehmends im Nebel. Die Sichtweite sinkt auf 20m und wir fragen uns langsam, ob wir die einzigen Trottel sind, die um diese Jahreszeit hier entlang fahren. Es wird wieder eisekalt und wir trauen unseren Augen kaum, als wir nach einer Stunde in eine Art Hochtal einfahren. Der Himmel öffnet sich, die Sonne strahlt und der Nebel bleibt hinter uns stehen wie eine Rauchwolke. Hier, in Tafi del Valle  halten wir unser Mittagsmahl bevor wir weitere 1000m Höhenmeter überwinden. Dies erfahren wir allerdings erst hinterher auf Nachfrage, wir hatten uns nur über den schwächelnden Motor gewundert :)  Der Weg ins Tal führt durch skurile Felslandschaften, auf denen riesige Kakteen trohnen. Soweit das Auge reicht Kakteen vor tiefblauem Himmel. Ca. 50km vor Cafayate liegen die Ruinen von Quilmes, einer ehemaligen Indiostadt, die lange den Incas getrotzt hatten und am Ende von Eroberern nach Buenos Aires (Quilmes, wo ein gleichnamiges, bekanntes Bier gebraut wird) vertrieben wurden. Sowohl die Landschaft, als auch die Menschen hier sind schon viel indigener und ursprünglicher. Cafayate ist durch sein Mikroklima genialer Standort für verschiedene Winzereien. Am Abend färben sich hier hinter dem bereits rötlichen Weinlaub auch die felsigen Berge knallrot. Cafayate ist ein gemütlicher kleiner Ort, in dem man „tortilla a la parilla“ (eine Art Fladenbrot), Tamales (gefüllte Maisblätter) u.ä. auf der Strasse kaufen kann. Ausserdem treffen wir hier gleich auf mehrere sehr sympatische autofahrende Touri-Europäer – und das, wo wir gerade festgestellt hatten, so gut, wie nie jemanden zu treffen. So bleiben wir länger als geplant. Unsere Weiterfahrt nach Salta beginnt mit einer Weinprobe auf dem gerademal vier Jahre alten Weingut „Finca de las Nubes“. Der  Weg dorthin ist schon super schön. Die Strasse nach Salta führt durch die atemberaubende „Quebrada de Cafayate“. Hier leuchten Felsen in allen Farben und bilden Figuren jeglicher Art. Neben uns sieht man, wo sich sonst ein Fluss durch das Tal schlängelt. Unser Geniessertag setzt sich fort, als wir unsere Pause bei einer Platte mit hausgemachtem Ziegenkäse, Oliven, Bohnen etc. machen. Gegen Nachmittag erreichen wir Salta („die Schöne“) und stürzen uns in deren chaotischen Verkehr.  Auf dem Campingplatz, den man lange suchen muss, werden wir von einer deutschsprachigen „Enklave“ empfangen (mehrere Truck- und Wohnmobilfahrer, Alterdurchschnitt über 50). Hier wird unser Geniessertag mit Sektempfang fortgesetzt. In Salta lassen wir dann doch endlich unseren Motort auf die Höhe umstellen, nicht zuletzt auch wegen der geplanten Pass-Überquerung. Salta ist zwar die grösste Stadt hier im Norden, wirkt aber trotzdem überschaubar und beschaulich – bis auf den Verkehr :) Nach mehreren Vorwarnungen lassen wir uns dann vom ACA (dem hiesigen ADAC), vam Pass am „Tren de las Nubes“ (Zug in die Wolken) abraten. Mit grossem Bedauern lassen wir uns auf den Paso de Jama ein. Letzte Einkäufe, Abschiedsgrillen (auf hoffenliches Wiedertreffen) mit Dorrit, Coen, Tasha, Jimmy, Armin, Birte und dem kleinen Finn ... doch noch Ausschlafen...und dann auf die grosse Reise zum Pass. Der erste Teil schlängelt sich am Berg entlang bis nach San Salvador de Jujuy. Nach der vorerst letzten Tanke (wir haben auch schon einen Kanister dabei) gehts ins Weltkulturerbe die „Quebrada de Humahuaca“. Riesige rote Felsmassen, Kakteen, kleine Bergdörfer, ein malerischer Bergfriedhof in Maimara...und dabei ständig zunehmende Höhe. Langsam geht die Sonne unter und wir bewegen uns auf Pumamarca zu. Von hier aus bewegt sich die Strasse wie eine grosse Schlange die Berge hinauf bis auf 4000m. Weil es dunkel wird suchen wir eigentlich nur noch einen geeigneten Platz zum Übernachten. Es ist so tierisch windig, dass wir auf kleinstem Raum, bei geschlossenen Türen unsere Küche aufbauen und warmen Tee und ein Festmahl zaubern. Die Nacht schlafen wir schlecht und wachen mit Kopfschmerz auf. Wenn wir gewusst hätten, dass wir schon auf 3000m waren, hätte uns das nicht verwundert :) Jetzt also die nächsten 1000m. Der kleine Gelbe hält sich tapfer und ist bei dem Wind eher zu kalt, als zu heiss. Kurze Zeit später geht es schon wieder abwärts, direkt auf die Salinas Grande zu. Die Strasse führt mitten duch den Salzsee durch, bevor wir wieder bergauf nach Susque fahren, dem letzten Ort vor der Grenze. Zwischendurch machen wir unsere Bratkartoffelpause – haben noch einiges an Obst und Gemüse, was wir vor San Pedro de Atacama (bzw. dem Zoll) essen müssen. Eine kleine ältere Frau mit Hut und Tuch auf dem Rücken zieht mit ihrer Ziegenherde an uns vorbei. Bis zum Grenzposten Jama (4200m) liegen noch einige km vor uns. Zu unserem Glück gibt es noch eine letzte Tanke. Ca. 12km sind bis zur Grenze Schotterpiste, alles andere ist bestens asphaltiert. Am Grenzposten müssen wir eine ganze Reisegruppe vorlassen, sind dann aber innerhalb küzester Zeit in Argentiniens Registern abgemeldet. Chile heisst uns 3km und 200Höhenmeter weiter auf einem grossen Schild willkommen, die offizielle Einreise findet erst später in San Pedro statt. Hasta luego, Argentina!!


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