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Reisebericht Brasilien V

Alle Fotos aus Brasilien

BrasilienV 11.03. - 18.03. 2005

Angra dos Reis, Parati, Trinidad, Sao Sebstiao, Ilha Bela

Bairro Catete, Rio de Janeiro Bondinho, Santa Teresa Rio de Janeiro Cathedrale und Corcovado, Rio de Janeiro Bany & Freake, Pao de Azucar, Rio de Janeiro

Also an unserem Motor haben die nicht wirklich viel gemacht, ausser einem Ölwechsel. Fragt sich, warum 5 Stunden lang. Am Ende kehren wir an unseren Schlafplatz in Itaipuacu zurück und können wieder in Ruhe und mit Meeresrauschen einschlafen. Weil aus der einzig installierten Dusche nur Salzwasser kommt bekommen wir einen Kanister mit Süsswasser und nehmen eine rustikale „Schöpfdusche“. Eigentlich wollten wir bevor die Fahrt weitergeht nach all dem Sand und Staub mal wieder die Achsen schmieren, landen aber am Ende mal wieder in der Werkstatt, weil am Stabilisator was defekt ist. Nur ein kleiner Schaden, wie beruhigend. Die Mechaniker erklären uns wie immer für verrückt mit unseren Reisenplänen, loben aber auch den guten Zustand des Busses (das hört man doch gern!). Jetzt aber auf na die Küste zwischen Rio und São Paulo. Wir fahren uns mutig und problemlos aus dem Verkehrschaos von Rio heraus – km-weit und landen auf der Strasse, die als die schönste Brasiliens beschrieben wird. Rechts fährt man an der serra atlantica entlang – zum Teil ziemlich hohe Berge mit Regenwald bewachsen – und links blickt man auf das Meer, das oft grün schimmert und esmeralda genannt wird. Unser erstes Etappenziel sollte Angra dos Reis und die dem gegenüberliegende Ilha Grande sein. Dort angekommen, erfahren wir aber, dass es nur teure Hotels und kein Schiff vor morgen gibt. Die Insel ohne Autos ist zwar sehr verlockend, aber wir entscheiden uns lieber ein Stück weiter zu fahren in Richtung Parati, auf den nächsten Camping. Dort kommen wir mal wieder im Dunkeln an, fahren dann aber am nächsten Morgen auch schon weiter, die restlichen 50km nach Parati. Diese Stadt ist eine ehemals portugiesiche Kolonie mit mindestens 6 Kirchen (und der Ort ist klein!) und wird als die schönste Kolonialstadt südlich von Rio bezeichnet. Hier dürfen im Zentrum keine Autos fahren und so spazieren wir durch die leeren schönen Gassen. Irgendwann taucht dann auch der angekündigte Touristenstrom auf, den wir anfangs vermissten. Am lustigsten ist, dass am Nachmittag das Wasser in der gesamten Umgebung steigt. D.h. auch die Strassen des ufernahen Zentrum stehen Stück für Stück unter Wasser. Für Fussgänger gibts extra schon Holzbrücken in Bordsteinhöhe, um die Strassenseite wechseln zu können. Von Parati aus trägt uns der Kombi tapfer über ein paar hohe Berge an die Strände von Trinidad – einem ehemals Hippieort der Paulistas. Ziemlich schnell finden wir einen Platz mit Strandblick und sind uns einig, hier blieben wir länger. Es ist fast kein Mensch da, die Wellen machen Spass und beim Fischer nebenan kann man einen frisch geangelten Fisch kaufen. Oder man geht im Restaurant Fisch essen – auch lecker. Um nicht nur faul zu sein, machen wir uns auf den Fussweg zur „piscina natural“, einem natürlichen Schwimmbecken. Dazu klettern wir durch den Dschungel, beobachten riesige Ameisenstrassen und andere Tiere, flüchten vor Moskitos und am Ende können wir im Becken Fische beobachten. Es fällt uns fast schwer hier wegzufahren. Aber wir wollen ja noch einiges sehen, bevor wir Dani in São Paulo abholen. Nächstes Ziel ist Ilha Bela, die Insel von São Sebastião. Auf dem Weg dorthin verabschiedet sich unser vorderes Nummernschild in einer Tankstellenauffahrt, so dass wir ein neues bestellen müssen, was wir zum Glück auch in São Sebastião abholen können. Aus einem merkwürdigen Quietschen wird mal wieder ein Werkstattbesuch, der mit einer nur am nächsten Tag möglichen 4stündigen Operation endet. Die Reparatur geht aber relativ schnell und vor allem günstig aus. So lernen wir Stück für Stück jedes Einzelteil an unserem geliebten Wagen kennen und können uns sicher sein, dass eben dieses nicht als nächstes kaputt geht :). Die Fahrt kann nun aber weitergehen, auf die Insel. Als wir vorher schnell das neue Schild abholen wollen, heisst es: heute hat die Stadt 693Jahrfeier, da bewegt sich nix. Auch gut, müssen wir halt später wiederkommen. Also nix wie rauf auf die Insel, die nur auf der Westseite eine ca. 21km lange gepflasterte Strasse hat (in unterschiedlichster Qualität!), na der entlang sich das hauptsächliche Leben  abspielt. Der grosse  Rest der Insel ist pure, meist unbegehbare Natur und an der Ostküste leben ein paar Fischer. Eine einzige Sandstrasse, die man nur mit Jeep befahren kann (teuerste Touri-Attraktion, die wir uns sparen) führt nach Osten, ansonsten bracht man ein Schiff – die Insel ist ein Seglerparadies. Wir suchen uns den schönsten Camping der Insel, auf dem wir fast die einzigen sind und fahren aber noch ein kleines Stück auf Erkundungsfahrt. Mal wieder eine Sandstrasse mit enorm vielen Löchern, Steigungen und Huppeln. Wir überlegen schon, ob man den Bus nicht bei der Ralley Paris-Dakar anmelden sollte, was der alles mitmacht!!! Wir wollen zum nördlichsten Strand der Insel, der relativ unbesucht ist. Ausversehen landen wir auf dem Parkplatz einer dort befindlichen Bar und sollen den Tagessatz bezahlen, obwohl es in 45 min dunkel wird und wir dann sicher nach Hause wollen. Also, den halben Berg wieder rauf, durch den Bach und auf den Parklatz einer Familie, die ein faireres Angebot macht. Am nächsten Tag fahren wir die Insel einmal komplett ab und landen auf einem Weg, der noch viel verschärfter ist, als der vom Vortag. Am Ende sitzen wir alleine an einem Strand, bevor der grosse Regen kommt. Morgen müssen wir um 19Uhr Dani am Flughafen von São Paulo abholen. Das sind zwar „nur“ 250km, man fährt aber einmal quer über die Berge und braucht deshalb locker 4h. Vorher müssen wir bei der Meldestelle vorbei unser Nummernschild abholen. Bei Meldestelle wird uns já schon flau im Magen, aber diese Aktion ist in 2min problemlos überstanden – fast nicht zu glauben. Unterwegs überrascht uns ein sintflutartiger Regen, der die Strassen teilweise mit Sturzbächen unter Wasser setzt. Ein Glück, dass Dani Gummistiefel in seinen Rucksack gepackt hat. :) Unter Verwunderung des Parkplatzwächters am Flughafen, schrauben wir unser neues Schild na und doktern so noch ein bisschen am Auto herum, bevor wir den gesamten Flughafen abspazieren, damit die Zeit rumgeht. Dann stehen wir mit unserm mühevoll gebastelten Empfangsschild am Ausgang und der D(ani)-Day ist gekommen...

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