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Reisebericht Brasilien VI

Alle Fotos aus Brasilien


Brasilien VI 19.03. - 29.03. 2005

Sao Paulo, Sao Sebastiao, Ilha Bela, Campo Grande, Pantanal, Corumba, Bonito

Bairro Catete, Rio de Janeiro Bondinho, Santa Teresa Rio de Janeiro Cathedrale und Corcovado, Rio de Janeiro Bany & Freake, Pao de Azucar, Rio de Janeiro

 

Wir fahren Dani mit den Worten “nur 250km” zur Insel zurück, weil wir dies für den geeigneten Ort halten, um entspannt seinen Urlaub zu beginnen. Die genaue Fahrtzeit haben wir vorerst nicht erwähnt, da der arme Mann ja schon ca. 24h mit dem Flieger unterwegs ist – ne Notlüge sozusagen :). Den ersten halben Tag verbringt Dani mit uns beim Mechaniker, der Unmengen für einen Zündkerzenwechsel verlangt – bekommt er aber nicht, wir kennen die Preise ja mittlerweile bestens. Dann aber zeigen wir Dani unsern liebsten, einsamen Strand an der Sandstrasse und zur Begrüssung zaubert Bany über Stunden ein Churrasco, ein grosses. Man muss dazu wissen, dass Dani fast weniger isst, als ich :). Schliesslich soll er doch aber gleich in die landesüblichen Gewohnheiten eingeführt werden. Gemeinsam hegen wir jetzt eine Plan aus für die restliche Zeit: wohin, wie lange und wie lange brauchen wir dahin. Letzters ist der wichtigste Punkt. Nach 2 entspannten Inseltagen machen wir uns auf in den Norden ins Pantanal. Zurück nach São Paulo, durch die Berge, an enormen Wasserfällen und Regenwäldern vorbei, auf die riesige hässliche Umgehungsstrasse von SP ab nach Nordwesten in Richtung des Staates Mato Grosso. Der Staat São Paulo ist ungefähr so gross wie Deutschland. D.h., wir fahren ca. 1,5 Tage, um an der Grenze zu Matto Grosso do Sul anzukommen. Die grosse Strasse endet auf einer enormen Staumauer und ab hier beginnt das Land zunehmend flacher zu werden. Hier sieht man mehr Rinder als Menschen und die Orte sind teilweise hundert km voneinander entfernt. Mit unserm immer wieder gelobten Portugiesisch organisieren wir für Dani gute Zimmer (z.B. zum halben Preis im Plaza, wo man ihm die Tasche tragen will und so) und finden immer einen guten Platz für uns in unserm Bus. Am dritten Tag ereichen wir Campo Grande, wo wir auf Beratung eines Touri-Info-Mitarbeiter nur kurz verbleiben und weiterfahren, um das Pantanal mit unserm Bus auf eigene Faust zu entdecken. Wir fahren raus aus der Stadt, wo sich die Regenzeit mit einem letzten Sturzregen verabschiedet, kaufen noch die nötige Ausrüstung um Piranhas zu angeln und bewegen uns gen Corumba. Eine Zwischenstation machen wir noch in Aquidauna, dem ersten Tor zum Pantanal.Angekommen! Jetzt sind es noch ca. 200km bis zum Eingang der „Estrada Parque“, einer Sandstrasse, die, von über 80 Holzbrücken unterbrochen, ca. 117km durch das Feuchtland „Pantanal“führt. Eigentlich ist das ganze Pantanal 100mal so gross, aber nur wenig ist befahr- bzw. begehbar. Enorm viele Flüsse und Nebenflüsse schlängeln sich hier durchs Land und gehen in der Regenzeit ineinander über. Hier wohnen verschiedenste .Vögel, wie Reiher, Papageien, Kolibris..., Kaimane (Krokodile), Schlangen, Gürteltiere, Ameisenbären, Capibaras, Echsen, Piranhas,(haben wir alles gesehen), Jaguare (die so mancher Guide noch nicht gesehen hat, )... und unendlich viele Moskitos, die wild nach ausländischem Blut geiern. Meins scheint als besondere Delikatesse bekannt zu sein. Schon auf dem Weg zur Estrada Parque machen wir immer wieder Photopausen wegen irgendwelchen Tieren, oder einfach nur der Landschaft. Nachdem wir dann keine 5min auf der Sandstrasse sind liegen unter Brücke Nr.3 mindestens 20 Kaimane, einfachso, als sollten sie unser Befrüssungskomitee mimen. Was für ein Empfang! Am ersten und vorerst letzten Posten, wo man Tanken und essen kann, tanken wir teuer, kaufen Eis für die Kiste und für das Feuer Abends Fleisch. Doof nur, dass man hier nur riesige Stücken tiefgefroren bekommt. Wir fahren mit wachsamem Tier-such-auge bis zur Fazenda, wo wir Danis Zelt aufschlagen und die nächsten Tage bleiben dürfen. Die hier befindlichen Backpacker aus verschiedenen Ländern finden erstmal gleich das Vorurteil bestätigt, dass die Deutschen so viel Fleisch essen würden, als sie unseren riesigen Fleischklops auf dem Feuer liegen sehen, der, weil ja gefroren, noch Stunden braucht. Während die anderen hier irgendwelche Touren machen, gehen wir das ganze ruhiger an. Wir sehen zwar schon den Sonnenaufgang, frühstücken aber in Ruhe und gehen später auf Piranhafang. Da gerade keine Saison ist, ist das nicht gerade einfach und noch dazu, wo wir in der Knallehitze stehen. Nach einer kleinen Wasserwanderung kehrt Dani lieber um, wir waten noch ein bisschen weiter, drehen aber aus Grusel vor irgendwelchen Tieren doch lieber um (alleine durch den Sumpf, ohne Guide)und hängen lieber nochmal die Angel ins Wasser. Auch ich habe an meinem ersten Angeltag gleich einen Piranha erwischt :). Weil heute Karfreitag ist, lädt uns der Besitzer der Fazenda mit zu den andern Leuten an den Mittagstisch ein, wo es auch Piranhas gibt. Am Nachmittag machen wir eine 3stündige Wanderung durch Wasser, Schlamm, Wald und Sumpf mit, wo wir Gürteltiere und eine Horde Brüllaffen treffen , die ihr Bestes geben. Weil unser Kocher ausfällt, gibts Nudeln auf dem Feuer gekocht. Am nächsten Morgen machen Bany und ich noch eine Reittour durch Wald und Wasser, auf der wir teilweise bis zum Hintern im Wasser stehen. Den Rest des Tages verbringen wir auf den restlichen 70km Sandstrasse und Schotterpiste die uns nach Corumba führen. Wir treffen einige Capibaras und Vögel auf unserer abwechselnden Dachsafari. Bis es dann zu heiss ist, um oben zu sitzen und die Strasse nur noch laut unter uns rattert. Am Ende fühlen wir uns fast verirrt und sind froh, als wir auf der Teerstrasse landen. Bevor es wieder südlicher geht, übernachten wir hier in Corumba, was nur 15min von Bolivien entfernt liegt. Hier sprechen die Leute teilweise eine lustige Mischung aus Spanisch und Portugiesisch. Unser nächstes Ziel ist Bonito („schön“). Hier in der Umgebung gibt es viele Flüsse, Grotten und Höhlen, die durch den enormen Kalk- und Magnesiumgehalt so klar sind, dass man meterweit (bis zu 30 m) klare Sicht hat und mit all den Fischen hier schwimmen kann. Da die meisten dieser Orte auf Privatgelände liegen (Fazendas), braucht man immer einen Guide, um irgendwohin zu kommen. Zunächst besichtigen wir die „Gruta do Lago Azul“, eine riesige Grotte mit ewig vielen Stalaktiten und Stalakmiten, auf deren Grund ein tiefblauer See liegt. Der einzige Ort, den man selbständig besuchen kann, ist eine Art Freibad, an einem klaren Fluss, wo grosse Fischschwärme auf einen warten. Wenn man was essbares über das Wasser hält, springen sie fast einen halben Meter hoch. Dieses Spiel betreiben wir eine ganze Weile :). Mama sagt immer, wenn grosse Kinder spielen, sind se gesund. Heute waren wir auf einer fast 4stündigen Tour, auf der wir, bereits bekleidet mit Neoprenanzug und –schuhen, erst durch den Wald gewandert und dann durch enorm klares Wasser mit vielen vielen Fischen geschnorchelt sind. An manchen Stellen war die Strömung wie Achterbahn und woanders, war das Schwimmen richtig anstrengend. Die Fische kommen zum Teil so nah und sind ziemlich gross. Echt beeindruckend dieser Unterwasserweltbesuch. In den nächsten Tagen müssen wir wieder einige km schrubben, weil wir nach Iguazu wollen, um die riesigen Wasserfälle und die umliegenden Nationlparks zu sehen.Mittlerweile könnte man für die Zulassungsgeschichte einen extra link einrichten, aber nur kurz: im Süden Brasiliens ist es aufgrund neuer Gesetze unmöglich das Auto auf uns Touristen zuzulassen. Das wissen wir nun, nachdem endlich alles mal komplett war. Mit tatkräftiger Unterstützung von Elisete in Porto Alegre und einer Anwältin in Manaus, soll die Ummeldung nun in Kombis Heimatstadt Manaus stattfinden. Heute mussten wir den hiesigen TÜV wiederholen, wo man nicht weiss, ob ein anderer Staat den akzeptiert (?grmphf!), aber ansonsten sollte jetzt endlich alles glatt gehen. Auf alles eingestellt warten wir weiter...


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