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Peru I

Alle Fotos aus Peru
Peru I 17.05.2005 - 22.05.2004
(Lima, Pisco, Islas Ballestas, Paracas, Ica, Nasca)

Endlich ist es soweit und es gibt neuste Abenteuer aus dem straffen Peru-Programm. Straff deshalb, weil wir gemeinsam mit Banys Mama und Bruder 3 Wochen die wichtigsten Orte und Stätten bereisen. Ein bisschen komisch ist es, weil Bany ja das meiste schon kennt, d.h., manchmal führt er uns durch Winkel und Gassen auf der Suche nach irgendeinem altbekannten Restaurant, was dann nicht auffindbar ist :).

Zunächst haben wir uns in Lima getroffen. Die Vorgeschichte ist jedoch, dass wir noch auf dem Weg nach Peru beschlossen hatten, die ganze Strecke mit unserm VW-Bus zu fahren, eh man uns am Ende aber wegen der Papiere nicht ins Land lassen wollte. Man darf Peru nur bereisen, wenn man Eigentümer (schwarz auf weiss – Interneteintragung, die wir ja vorweisen können, zählt nicht) des Wagens ist. Keine Chance! Mal wieder die nettesten Beamten, Schmiergeld, um am gleichen Tag wieder in Bolivien einreisen zu dürfen und Antragstellen beim Zoll, damit das Auto noch länger im Land bleiben kann (bis wir zurück sind und länger). Nach all dem Stress und mittlerweile Einbruch der Dunkelheit war wenigstens der Zoll richtig gutmütig und hat uns ganze 5 (!) Monate gegeben. In La Paz gibt es ein Hotel, auf dessen Gelände man im Auto übernachten kann und wo wir den Bus für die nächsten 4 Wochen unterstellen dürfen. Wenigstens das ist erstmal sicher. Doof nur, dass die Peruaner sich ausgerechnet jetzt die Streiklaune abgekuckt haben und wir fassungslos mit Rucksack am Schalter stehen und es heisst: „also nee, heute fährt kein Bus mehr! Erst morgen früh...“. Den nehmen wir auch, unter mehrmaliger Versicherung, es gäbe keine Schwierigkeiten und wir müssten auch nicht umsteigen. Denkste! Im bereits durch nette Grenzer liebgewonnenen Grenzort Desaguadero sollen wir umsteigen. Aber nicht, dass da etwa ein Bus bereit stünde...wir werden zum anderen Unternehmen gebracht und dort heisst es in ca. 6h komme der Bus und es koste soundsoviel für jeden mehr. Richtig gehört! Da lasse ich erstmal in meinem besten spanisch eine ordentliche Wutsalve ab, ich könne ja die Demonstranten und alles verstehen, aber dass man mir mehrmals irgendwelchen Mist erzählt und ich dafür dann 6h im langweiligsten Ort der Welt verbringen und auch noch draufzahlen soll...bei aller Nächstenliebe! Zahlen brauchen wir nicht, aber für die Warterei gibt es keine Alternative. Wenn wir nicht unseren Besuch am Flughafen empfangen müssten, wär der Stress ja gar nicht so gross, aber ausgerechnet jetzt... ! Zum Glück haben wir zufällig Hotel und Taxi-Service organisiert, sodass wir ca. 30 Minuten nach den anderen in Ruhe im Hotel in Lima ankommen. Geschafft! Und dann auch noch ins ***Hotel! :) In Lima verbringen wir einen Tag – was ausreichend ist für diese grosse, vernebelte, moderne Stadt. Ausserdem haben wir ja noch viel vor. Wir erkunden also die Altstadt, zeigen unserm Besuch den ersten, recht aufgeräumten (zur Einstimmung ;) ) Markt und bestaunen die Ausstellung im Goldmuseum. Mit einem frühen Bus (ausgeschlafen wird in diesem Urlaub selten!) gehts direkt nach Pisco. Die Stadt wurde nach dem Grappa-ähnlichen Getränk benannt, nicht aber, weil es hier Weinanbau gäbe, sondern weil hier die spanischen Trauben eingeschifft und der fertige Pisco später ausgeschifft wurde. Der Wein wächst eigentlich in Ica – doch da kommen wir später erst hin. Von Piso aus besuchen wir mit unserm Privat-taxifahrer Luis die Halbinsel Paracas - wie die Gegend ringsherum, eine einzige Wüstenlandschaft. Die Halbinsel ist ein Naturreservat und Ursprung der Paracas-Kultur (400-800 n.Chr.). In den kleinen Buchten gibt es leckersten Fisch in kleinen einfachen Restaurants mit Meerblick. Wie lange haben wir schon kein Meer mehr gesehen! Die Natur hat einige der Strände rot gefärbt und in die felsige Küste kühnste Architektur gezaubert, wie z.B. die Kathedrale. Im Naturreservat gibt es eigentlich auch Flamingos zu sehen, aber die haben den Rückzug vor den Touristen angetreten und es ist auch nicht ganz ihre Jahreszeit. Dafür sehen wir am Folgetag bei der Umschiffung der Islas Ballestas enorm viele Komorane, Pinguine, Möwen und Seelöwen. Die Vögel, die sich hier auch aus dem kalten Patagonien zurückziehen, bilden skurilste Formen am Himmel, während die Seelöwen im Wasser turnen und die Pinguine über die Felsen wackeln. Auf den felsigen Inseln wird auch typischerweise Guano (Vogelsch...) als Dünger abgebaut. Wir spazieren noch ein bisschen durch den Ort, bewundern die hier typischen Mototaxis (Dreiräder motoriesiert, für alle Ossis: sieht aus wie ne alte Duo), trinken einen frisch gepressten O-Saft (entgegen allen Vorsätzen :) ) und verlassen nach einem leckeren Pisco Sour (Pisco, Eischnee, Zucker, Limone, Angostura und eine Prise Zimt) wir die Stadt mit dem Ziel Ica. D.h., eigentlich wollen wir gleich weiter ins 6km entfernte Huacachina, einer Oase mitten in der anhaltenden Wüstenlandschaft. Während wir Mädels bei einem Tee in der untergehenden Sonne frösteln, üben sich die Jungs fleissig im Sandboarden in den umliegenden riesigen Dünen. Den Sand haben sie später bis über die Ohren und ordentlich Muskelkater vom Düne raufstapfen. Am nächsten Morgen gehts direkt weiter, über Ica, nach Nasca, wo vor nicht allzuviel Jahren die dt. Maria Reiche die riesigen Linien und Figuren in der Wüste entdeckt und studiert hat. Wir werden gleich am Bus abgeholt und zum nahliegenden Flughafen gebracht, von dem regelmässig kleine Flieger über die Linien fliegen. Es gibt verschiedenen Theorien über Entstehung und Hintergründe der Figuren und Linien. Von Däniken hat endlich einen Ort gefunden, an dem Ufos und Ausserirdische gelandet sein sollen – man sieht die Landebahnen. Andere berufen sich eher auf die Nasca-Kultur, die diese Figuren als Kalender, Kultfiguren und Zeremonienwege dienten. Mit vorherigem Zureden an die Mama und leeren Mägen steigen wir in einen der Flieger und können so die beeindruckenden Werke von oben betrachten. Meine Lieblingsfigur ist ganz klar der Affe :) , aber auch Kondor, Kolibri etc. sind total schön. Und die Mama bereut nix! Unser Taxi-Reiseführer fährt uns dann – fast schon ein bisschen im Zeitstress – zum Mumien-Friedhof von Chauchilla. Hier wurden erst vor 8 Jahren grosse Mumiengräber geöffnet und untersucht, nachdem sich vorher, die Bevölkerung schon ordentlich an den beigesetzten Gütern bedient hatten. Aktuell gibt es ca. 10 offene, überdachte Gräber, in denen in typischer Fötusstellung verschieden grosse Mumien hocken. Ihre z.T. sehr wertvollen und aufwendig gewebten Gewänder wurden gegen einfache getauscht und als Beigaben sieht man Töpferwaren und unendlich langes rastaähnliches Haar (jahrhunderte alt!). Wertvolle Gegenstände wurden an Museen verkauft und einige der Schädel an die Uni. Es muss hunderte von diesen Gräbern hier gegeben haben, die durch das trockene Wüstenklima so gut erhalten sind und es ist sehr beeindruckend, diesen uralten vertrockenten Herr- und Frauschaften da so gegenüberzustehen. Im Abendlicht werden wir zu einer Keramikwerkstatt gefahren, in der die alten Traditionen vorgestellt werden – vom Tongemisch bis zum Brennvorgang. Witzigerweise wurden die bemalten trockenen Gefässe vor dem Brennen mit Gesichtsfett (mithilfe eines Steines, den man vorher im Gesicht reibt) „glasiert“. Nächste und letzte Besichtigung ist die Goldgewinnung nach äusserst altertümlicher Methode – im Lehm mit Füssen stampfen etc.. Eh wir nun in den Nachtbus steigen, haben wir noch viel Zeit, um typische Innereien im Restaurant zu testen, Souvenirs zu shoppen und wärmende Getränke zu bestellen. Schon verlassen wir die Küste und begeben uns in die Berge in Richtung Arequipa – die weisse Stadt.


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