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Peru III

Alle Fotos aus Peru
Peru III 01.06.2005 - 14.06.2004
(Cusco, Valle Sagrado, Macchu Pichu)

nser Hotel ist mal wieder total schön, wir werden mit Coca-Tee empfangen und haben den besten Blick über die Stadt. Dafür müssen wir aber zu unseren Zimmern ca. 127 Stufen hochklettern, was jeden Tag wieder einen Mount Everest Besteigung für die arme Mum bedeutet. Wir haben sogar über Umzug nachgedacht, aber sie hats tapfer durchgestanden – „zu Hause glaubt mir das doch keiner!“ Cusco emfängt uns zunächst etwas grau, verwöhnt uns aber tagtäglich mit Sonnenschein und Bilderbuchwölkchen. Die nächtliche Kälte verschnupft mit der Zeit alle, aber dafür kann man sich am Tag im T-Shirt wieder aufwärmen. Die erste Zeit gehen wir ruhig an. Spazieren, Essen, Schlendern, „chillen“ – nur Mathias hat ein grosses Problem: es gibt keinen einzigen Fernseher im Hotel! Einen Abend unterhalten wir ihn noch mit „ja/nein-Geschichten“, aber danach, geht er lieber nochmal ins Internet oder so, weil die „alten“ immer so früh ins Bett gehen. Am 2ten Tag schlendern wir nach einem Sonnenfrühstück in Richtung Markt, der jetzt viel kleiner ist, als vor ein paar Jahren. Wir erstehen ein paar knallbunte Zopfhalter, damit die armen kleinen Mädchen nicht immer Autos geschenkt bekommen müssen und Mathias bekommt ein kleines Radio, damit er sich wenigstens auf diese Art anständig beschallen lassen kann :). Vom Markt aus kommen wir am Kloster Qorikancha vorbei, einem auf alten Inkatempelmauern gebautes Kloster. In der ursprünglichen Anlage gab es einen Sonnen- einen Mond- und einen Sternentempel. Das verrückte ist, dass nach schweren Erdbeben 1650 und 1950 die kolonialen Mauern komplett eingestürzt sind, die Inka-Mauern aber noch standen. Die Spanier haben allerdings auch Steine aus der umgebenden Mauer und auch von der Festung „Saqsay Waman“ zum Bau des Klosters verwendet. Nach dem Abendessen gehen wir gemeinsam ins Hotel zurück, und planen morgen zum Saqsay Waman hochzu gehen.

Nach dem Frühstück gehen wir den ansteigenden Weg hinauf und treffen auf einen Mann, der uns die ganze Ruinentour zu Pferd anbietet. Da die Mum noch nie auf einem Pferd sass, zögert sie kurz und stimmt dann aber dem Abenteuer zu. Zunächst muss man aber doch noch ein ganzes Stück zu Fuss bis nach „Sexy Woman“, wo dann im Hof nebenan die Pferde stehen. Jeder bekommt ein Pferd, die Mum das ruhigste und Mathias wirkt auf seinem etwas überdimensioniert. Los gehts. „Wie, alleine?!“ Nach einem kurzen Schreck sitzt die Mum mutig im Sattel und kann die immer schöner werdende Landschaft geniessen. Wir halten an verschiedenen Ruinen wie Q’enqo, einem zeremoniellen Ort/ Fels, dem Mondtempel, Tambomachay, heiligen Quellen und der Festung Puka Pukara. Wir sind froh, nicht die doofe Strasse mit dem Bus gefahren zu sein und durchschreiten schönste Landschaften. Saqsay Waman ist am Ende des Ausflugs so überlaufen, dass wir lieber am nächsten Tag hingehen. Nach dem langen Ritt und mit gerademal Frühstück gehen wir erstmal etwas essen und zwar in einem sehr untouristischen, einfachen und typischen Restaurant, wo es verschiedenste Inenreien und andere Spezialitäten gibt. Nach dem ersten Unwohlsein bekommt Mum leckserste Forelle und der Tag ist wieder gerettet. Erst das Pferd und nun das Lokal, dann die Hoteltreppen und das gibt ne ordentliche Mütze Schlaf.

Wir 3 wollen heute abend mal das Nachtleben unsicher machen. Eigentlich sind wir mit alten „Parkkollegen“ auf der Plaza verabredet, was sich aber innerhalb von 5 Minuten wieder zerstreut. So stiefeln wir allein ins „Ukukus“ einem eher einheimischen Lokal, wo es zunächst ein Freigetränk und Happy-hour, später Live-Musik gibt. Am Anfang sind wir die ersten Gäste, aber so langsam füllt sich der Saal mit dem unterschiedlichsten Publikum, das hemmungslos anfängt zu tanzen. Die Band, die typischerweise mit Panflöten, Charango etc. Auftritt, macht richtig gute, rockige und vielfach politische Musik. Wenn da im Text mal ein „Gringo“ vorkommt, möchte man gleich rufen, „wir sind ganz anders!!!“. Als dann die Tanzmusik anfängt, tanzt alles...ausser uns. Mir hat die Musik vor dem Konzert besser gefallen und meine beiden Begleiter sind die absoluten „Tanzbären“! Also beobachten wir ein bisschen die Leute, ich ärger mich, mit 2 Tanzmuffeln in einer Disco zu sein und dann kommt Mor, unsere Affenparkkollegin mit Freunden und wir ziehen um ins „Mama Afrika“, einem absoluten „Gringo-Abschlepp-Schuppen“. Auf dem Tresen schaffen sich gerade vier deutlich unattraktive, aber bauchfrei tragende Amerikanerinnen und meine Jungs fangen jetzt doch auch mal an zu zappeln – wahrscheinlich genug Bier. Als ich mich dann aufraffe und alleine in der Menge tanze, werde ich innerhalb kürzester Zeit mehrfach angequatscht. Wenn man hier alleine ist, bleibt man das nicht lange. Nee, DANKE! Gegen 2h treten wir den Heimweg an und ausser mir weiss keiner mehr genau, wie er die 127 Stufen bis ins Zimmer geschafft hat. Umso spassiger wird es, als die Mum – wir treffen uns immer als erste beim Frühstück – zum verabredeten Zeitpunkt in der Tür steht und die Herren noch in den Kissen wühlen. Also machen wir eine Frauenrunde und treffen uns später an der Plaza und lassen uns mit dem Taxi nach oben fahren. Als wir am Eingang angekommen sind, fehlt ein Eintrittsticket – man kauft hier clevererweise ein Touristenticket für verschiedenste Dinge – und ich erkläre mich bereit nochmal ins Hotel zu sprinten – den Herren wäre das sicher gar nicht möglich gewesen ;). Was für eine Sporteinlage...! Die Ruinen vom Saqsay Waman sind die grösste erhaltene Anlage und sehr eindrucksvoll. In der ursprünglichen Bauform, ist Cusco in der Form eines Pumas aufgebaut, wobei diese Festung der Kopf ist. Die 3 umgebenden Mauern sind dabei noch erkennbar die Zähne. In der Inca-Religion ist die Schlange das Symbol für alles Unterirdische und die Weisheit, der Puma Zeichen alles Irdischen und des Kampfes und der Kondor das Universum und der Frieden. Diese Symbolik taucht auch in den Ruinen immer wieder auf. Von 3 lustigen kleinen Jungs lassen wir uns durchs Gelände führen und sie kümmern sich rührend bei jedem Abstieg, halten die Ma an der Hand und führen mich am Pulloverzipfel durch eine Höhle. Als wir wieder in der Stadt unten sind, ist schon Nachmittag und wir entscheiden uns den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Die teuren Zugtickets für den Machu Picchu sind bestellt und jetzt organisieren wir ein Auto für den Besuch des heiligen Tals (Urubamba-Tal). 9Uhr holen wir dies am nächsten Tag ab und staunen nach unserem letzten Flitzer über das etwas wacklige Model. So richtig entspannt sitze ich da nicht drin, aber immerhin schaffen wir problemlos unsere 200km-Runde. Die erste Etappe ist bis zu den Ruinen von Pisaq. Eine riesige Anlage, die sich über einen ganzen Berg ertstreckt inkl. riesiger Terassenanlagen. Mum kämpft sich tapfer den Berg hinauf und von oben hat man einen wunderschönen Blick ins Tal und Umgebung. Im Ort Pisaq selbst essen wir Empanadas und schlendern über den Artesania-Markt. Von hier gehts stramm weiter nach Ollanta, zu den Ruinen von Ollantaytambo. Wieder eine beeindruckend riesige Anlage, die lange den Angriffen der Spanier standgehalten hat. Am Berg gegenüber blickt ein bärtiger Mann zu uns herab, den wohl die Natur in den Fels gehauen hat. Von Ollanta aus fahren wir morgen mit dem Zug gen Machu Picchu. Aber erstmal steuern wir noch die Salinen von Maras und die runde Ackeranlage von Moray an. In Maras haben wir schon nur noch wenig Sonne und unsere schwach aufgepumpten Reifen, schlenkern etwas in den Serpentinen. Aber dennoch sind die Salzterassen, die schon zu Inca-Zeiten genutzt wurden, ein beeindruckender Anblick. Wir spazieren kurz zwischen ihnen herum, um ein ungefähres Gefühl für die Dimensionen zu bekommen.. Bis wir in Moray angekommen sind – wir folgen anderen Touris – ist es dunkel und man will uns nicht mehr aufs Gelände lassen. Am Ende sollen wir bezahlen, obwohl man eh nix mehr sieht. Also ist Heimfahrt angesagt und zwar mit nur einem funktionierenden (Fern-) Licht. Heile angekommen, suchen wir uns was zum Essen und kommen gegen 22h im Hotel an, wo unsere Zugtickets für morgen früh (wir müssen 5h los!) noch nicht da sind. Auf telefonische Anfrage werden sie 10Minuten später vorbei gebracht mit der Ansage, dass uns ein Taxi abholt. Fragt sich nur, was der Taxifahrer morgen früh sagt, den wir gerade mühevoll des Preises wegen bearbeitet haben?! Sauer war er, aber wir können ja schliesslich nix dafür. Etwas zeitknapp (mal wieder 127Treppenflitz, wegen unauffindbarer Tickets, die dann doch in der Tasche waren) rast unser Taxifahrer nach Ollanta, wo wir noch locker in den Zug steigen können, der 5Min. später einfährt. Zu aller Überraschung gibts im Panorama-Zug auch noch Frühstück. Wir durchfahren das heilige Tal ca. 1,5h lang bis nach Aguas Calientes, was von den Einheimischen mittlerweile „pequeño nueva york“ genannt wird, weil die Hotels spriessen und man hier alles in Dollar bezahlt. So wie auch den teuren 20minütigen Bus der sich die Serpentinen zum Haupteingang des Machu Picchu hochschlängelt. Hier hält man direkt vor der Machu Picchu Lodge, in der man für schlappe 500US$ übernachten kann. Wir hatten der Mum schon in Ollanta einen Wanderstock gekauft, den sie auch jetzt ausnahmsweise mitreinnehmen darf. Wir haben ca. 3h Zeit, um die überwältigende Anlage zu erkunden und zu erklettern. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass die Spanier diese, wohl nie fertig gestellte, Stadt nicht entdeckt haben und erst Anfang des 20.Jh. ein völlig überwuchertes Gelände gefunden wurde. Hinter den Anlagen liegen der Wayna Picchu und 2 andere kleine Berge, die zusammen das Gesicht eines liegenden Indianerkopfes ergeben. Von oben wacht der Machu Picchu über der Stadt. Wir erkunden soviel wir können und Mathias wagt sogar einen Teil des steilen Aufstiegs auf den Wayna Picchu. Es war eine gute Idee, sich den Machu Picchu als Höhepunkt nach all den Ausflügen aufzuheben. Allein die Umgebung, diese grünüberzogenen reisigen Berge und der Nebelwald sind so schön, dass Mathias aus dem schwärmen über die „abgefahrene Location“ gar nicht mehr herauskommt. Der Bus fährt uns zurück nach Aguas Calientes, wo wir ewig nach dem Gleiszugang – ein neuer Bahnhof wird gebaut – suchen. Eh der Zug losfahren kann, wird ewig diskutiert, ob ein aufgebahrter Epilepsie-Kranker und seine Frau mitfahren dürfen – bei den Preisen echt die Höhe, dass da überhaupt diskutiert wird, wenn ein Einheimischer Probleme hat. Auch gibt es gar keinen anderen Weg. In Ollanta wartet schon unser Taxifahrer auf uns – dauert etwas, bis sich alle wieder erkennen. Er zeigt uns in Urubamba ein Retaurant, in dem es Megaportionen gibt und er nachdem man ihm seine Reste offiziell mitgibt auch noch unsere im Hintergrund in sein Auto lädt :). Als wir in Cusco wieder ankommen ist es schon wieder dunkel und nach dem langen Tag gehen wir gerade noch etwas essen und dann direkt ins Bett. Unser letzter gemeinsamer Tag war etwas ruhiger angedacht. Wir besichtigen zur Freude unserer „Kulturbanausen“, allerdings im Schnelltempo die riesige Kathedrale. Nebenbei versuchen wir unter grössten Schwierigkeiten, die beiden Flüge zu bestätigen, was nicht gelingen will. Wir schlendern durch die Strassen in Richtung Artesania-Markt, um die letzten Souvenire zu kaufen. An Banys Lieblingsplaza sitzen wir ain bisschen in der Sonne und besuchen noch ein letztes Museum, bevor Mathias lieber die Flucht ergreift. Wir treffen uns vor dem Hotel wieder, wo es schon heisst: Sachen packen und auf Abreise einstimmen. Wir hätten angeblich gar keine Flüge reserviert, holen dies nach und rufen vergblich für den andern Flug an. Unser Abschiedsessen fällt, wie es sich gehört etwas teurer aus und das bei mittelprächtigem Service :(. Am nächsten Morgen letztes gemeinsames Frühstück, letzte Photo-CDs brennen, Taxi rufen und ab zum Flughafen. Dort erfahren wir erstmal, dass der Flug gecancelt ist und sind froh, dass der Heimflug erst morgen ist. Am Ende geht der Flug nach Lima nur eine halbe Stunde später und der Zeitpunkt der grossen Verabschiedung ist gekommen. 3 Wochen sind im Flug vergangen und für uns heisst es jetzt „nur noch 3 Monate!“. Den Rest des Tages verbringen wir ganz in Ruhe mit Souvenirs shoppen, Café trinken und früh nach Hause gehen... Drei Tage lang wird jetzt hier in Cusco Unabhängigkeitstag gefeiert und wir konnten dem Umzug aller pädagogischen Einrichtungen der Stadt zusehen. Um die Plaza herum marschieren nacheinander – marschieren im Sinne von verdammt militärisch – in verschiedenen Uniformen die Lehrer und Schüler der verschiedenen Einrichtungen. Wir waren sehr amüsiert beim Gedanken, unsere Lehrer im Gleichschritt mit stolz geschwellter Brust vorbeimarschieren zu sehen... . Heute nacht fahren wir zurück an den Titicacasee, diesmal nach Copacabana und haben mittlerweile viereckige Augen von 6h Internet-marraton. Wenigstens wisst ihr jetzt wieder bestens Bescheid. Reisen sehnsüchtig unserm kleinen Gelben entgegen...


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