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Venezuela I 19.09.2005 - 01.10.2005
(Santa Elena, Parque National Canaima, Ciudad Bolivar, Cumana, Rio Caribe)
So schnell geht das und schon sind wir wieder auf der gleichen Erdhalbkugel wie ihr. Wir sind in Venezuela angekommen. Über Nacht und dann über die Grenze sind wir in Venezuela angekommen, dem Land, wo der karibische Rhythmus über allem steht, gleich danach kommt Chavez, der regelmässig mit Ansagen das aktuelle Fernsehprogramm unterbricht, danach die unübertreffliche Farbe des Meeres...Rum...wir werden sehen, was fürAbenteuer hier noch auf uns zukommen. Zunächst erreichen wir Sta. Elena de Uairen, sozusagen der südlichste Ort des Landes. Ganz dicht liegen hier Brasilien und Guyana. Nachdem wir im "Michelle" eingezogen sind, machen wir uns auf die Suche nach einem Touranbieter für einen Auflug in die Gran Sabana - der beeidruckenden Landschaft aus Tafelbergen, vielen vielen Wasserfällen, Regenwald, Steppe... Es ist voll angenehm, endlich mal wieder in so einem kleinen und übersichtlichen Örtchen zu sein, wo man in kürzester Zeit alles erlaufen kann und gerade da findet, was man so braucht. Wir brauchen etwas länger, um uns zu entscheiden, mit wem wir wohin fahren bzw. laufen wollen. Wenn Bany nicht so gemein erkältet wäre - doofe Klimaanlagen! - hätten wir wirklich gern die 6-tägige Wanderung auf den naheliegenden Tafelberg "Roraima" gemacht. So organisieren wir eine 2 Tagestour in die Gran Sabana, wo man zumindest etwas laufen kann. Wir kaufen noch schön Proviant ein und treffen uns morgends mit Roberto, unserm wohlbeleibten Guide, und drei andern, die lustigerweise fast alle deutsch sprechen. Wir steigen in den klapprigen Jeep, wobei vorne einer in der Mitte sitzen muss, wo gar kein Platz ist, dafür fahren alle billiger :). Wir fahren am Busbahnhof vorbei, um schonmal Tickets für den Folgetag zu kaufen und dann gehts aber los. Unser erster und fast eindrucksvollster Stopp ist am Wasserfall "Quebrada de Jaspe". Wir laufen vorbei an ein paar Hütten von Indigenas, durch einen feuchtgrünen, duftenden Wald und dann kommt`s : Roter Jaspis-Stein wird vom Wasser überspült und bei der richtigen Sonneneinstrahlung leuchtet er ganz verrückt. Man kann sich gar nicht satt sehen. Dann kommt sogar noch einer dieser leuchtenden blauen Morphos-Schmetterlinge vorbei. Dummerweise macht Banys Kamera nur noch einen letzten Film und dann geht gar nix mehr. Schöner Mist! Unsere Mitfahrer haben leider auch keine Digicam, sodass wir noch nicht mal ein paar Bilder kopieren könnten auf die Schnelle. Naja, es bleiben ja zum Glück noch die Dias. Von hier aus geht die Fahrt weiter, am Militärposten vorbei - wir bewegen uns gerade auf einer der neuen Drogenschmuggelstrassen Südamerikas - zu einem kleinen Dorf, wo wir frisch gegrillte Hühner serviert bekommen. Nächste Attraktion ist ein Wasserfall, unter den man sich wie zu einer Hydromassage setzen kann und der ein natürliches Schwimmbecken gebildet hat, in dem man sich genial erfrischen kann. Gerade, als alle wieder im Auto sitzen, fängt es an zu tropfen - das ist hier jeden Tag gegen 14:30h der Fall. Schade nur, dass damit alle nächsten interessanten Stellen leicht ins Wasser fallen. Roberto, der ein sehr spannender und witziger Guide ist, erklärt uns so leider im Regen, anhand kleiner Mini-Tepuis (Tafelberge), wie die grossen enstanden sind - an der Strassenseite haben sich klitzekleine Kopien gebildet, immer ein kleiner Sandberg mit einem Stein obendrauf. Auch vernieselt wird uns auch die Aussicht auf "la piel del abuelo" (Opas Haut) einer in dieser Gegend seltenen grünen Hügellandschaft. Am Aussichtspunkt über Regenwald auf die richtigen grossen Tepuis ist leider auch nur bedingt etwas zu sehen. Roberto meint, er hätte ja auch vor den Regenwolken wegfahren und die Strecke andersherum abfahren können, aber weil wir zwei am heutigen Endziel, dem Kama Meru, übernachten, kann er uns ja nicht schon Nachmittags da aussetzen und mit den anderen in Ruhe weiter alles ansehen. So kommt die Sonne erst wieder richtig zum Vorschein, als die andern schon wieder weg sind und wir auf eine Art doch ein bisschen hier ausgesetzt sind. Zunächstmal tauschen wir unser Zimmer mit Bad in eine einfache Rundhütte um, mehr brauchen wir ja nicht. Den Rest des Tages (-lichts) verbringen wir auf einem gemütlichen Platz am Fluss, so dicht am Waserfall, dass es total schön rauscht im Hintergrund. Wir organisieren uns ein paar frische Bierse und halten unser lecker Picknick am Fluss. Als es dunkel wird, trinken wir unsere letzten Pilse an einem einigermassen trockenen Platz, denn mittlerweile hat es wieder anständig angefangen zu regnen. Dafür stehen wir frühzeitig wieder auf, picknicken wieder gemütlich am Fluss und lassen uns dann den Weg zeigen, der unter den Wasserfall führt. Nach dem ganzen Regen letzte Nacht, haben alle Flüsse mehr Wasser und das stürzt nur so über die Kante. Als wir von unserm morgendlichen Ausflug zurückkommen, warten schon Roberto und Jonas (der bereits gestern dabei gewesene Österreicher) auf uns. Weiter geht´s mit dem Jeep, der lustigerweise eine fremde Armatur mit tausend Knöpfen hat, allerdings funktioniert lediglich die Tankanzeige (das wichtigste). Als erstes besuchen wir wieder einen Wasserfall, der über verschiedene Stufen fällt und interessanterweise mal wieder Schwarzwasser hat. Danach kommt der peinlichste Teil des Ausflugs. Roberto hatte uns schon angekündigt, dass wir eine indigene Comunidad besuchen werden. Dafür sollten wir Bonbons kaufen, wogegen wir uns geweigert und lieber etwas mehr in einen Fussball investiert hatten. Kurz vor dem Besuch deckt er sich dan selbst mit Bonbons ein und wir fahren hupend im Dorf ein. Weil die Kinder schon wissen, wie´s geht, kommen alle aus den Häusern geflitzt und nehmen schüchtern die Süssigkeiten an – auch die grossen Kinder. Doof und extrem peinlich ist nur, dass jedes Kind immer seinen Namen sagen muss, bevor es was bekommt – fühlt sich an, als wär man der Nikolaus persönlich! Vor allem doof ist, dass Roberto seine Bobons nicht einfach selbst verteilt, sondern jeder mal die Tüte bekommt und den grosszügigen „Westonkel“ spielen muss. Unsern Ball werden wir im Haus der Lehrerin los, weil gerade noch Ferien sind. Roberto verspricht , uns Bilder vom Fussballspielen zu schicken, mal sehen, ob das stimmt. Auf dem Rückweg – denn das war der weiteste Punkt, essen wir wieder im gleichen Dorf wie gestern und machen noch einen Abstecher zum „Brüllaffen“-Wasserfall. Diese Namen stammen alle von den indianischen Völkern, die alles nach ihrem Geräusch benennen – auch Vogelnamen z.B.. Dieser Wasserfall ist so kraftvoll und laut, dass man leicht versteht, woher er seinen Namen hat. Ich mache noch ein paar letzte und einzige Bilder der grossen Tepuis, die heute etwas besser zu sehen sind. Auf dem Rückweg quert eine echte Klapperschlange unsern Weg, so richtig mit Klapperschwanz! Und schon sind wir wieder auf dem Weg zurück gen Sta. Elena. Wir hatten gehofft, wir könnten etwas mehr wandern bzw. laufen, aber wenn man Roberto sieht, weiss man, dass er keine wilden Aktionen macht. Auf der Rückfahrt, wie auch schon am Vortag, verwickelt Bany Roberto in heisse Debatten über Präsident Chavez und seine Politik. Offensichtlich ist er ein grosser Verfechter und führt uns auf, was alles positiv seit dessen Regierung ist. Damit geht sie los, die grosse Umfrage und Suche nach dem, was die Venezolaner wirklich von ihrer Regierung halten und ob sie so genial ist, wie ¿viele/einige? denken.Wir kommen in Sta. Elena an, kaufen noch was zu essen und lassen uns zum Busbahnhof bringen, wo Jonas schon wartet. Wir warten schon eine ganze Weile, als uns nebenbei mitgeteilt wird, dass unser Bus gar nicht fährt und wir mit Geld-zurück neue, teurere Tickets kaufen müssen. Naja, endlich sitzen wir im Bus, der ganz schön leer ist und fahren mal wieder in Kühlschranktemperaturen in Richtung Ciudad Bolivar. Wir erreichen die empfohlene, wirklich schöne Possada eines Deutschen – die sich hier fast zu viel ausgebreitet haben... Erstmal versuchen wir uns unterm Ventilator abzukühlen und machen es uns gemütlich. Als ich nur eben was aus meinem Rucksack holen will, trifft mich der Schlag, weil meine Kameratasche ausgeräumt wurde. Es kann nur über Nacht im Nachtbus passiert sein, der wie gesagt halb leer war. Das ist echt soooo gemein! Eigentlich wollen wir wenigstens aus Prinzip zur Polizei gehen, aber der Possadamensch meint gleich, das bringe nix. Schöne Scheisse! Nicht das es einfach nur total doof ist, jetzt haben wir vor allem keine funktionierende Kamera mehr! Erstmal laufen wir ein bisschen in der Stadt herum, die in ihrem Kern richtigen Charme hat. Alte Kolonialhäuser, aus denen abends laute karibische Musik tönt, viele Türen stehen offen und allein die bunten Häuser sind wunderschön. Wie gern hätte man da eine Kamera... Die Stadt liegt direkt am grossen Orinokofluss, der ca. 400km von hier in den Ozean mündet. Natürlich sehen wir uns als erstes nach Photogeschäften um, wo es nur Kameratypen von vor 2 Jahren, aber dafür zum 4fachen Preis gibt. Nee Danke! Wir hoffen immernoch auf Caracas, wo wir Banys Kamera eventuell repariert bekommen. Ansonsten müssen wir uns einfach gedulden, dass Danny recht bald kommt und eine Kamera mitbringt. Den nächsten Tag verbringen wir mit viel Internet, wo man fast erfriert unter der Klimaanlage. In der Posada kann man kochen, was wir auch gleich tun und so zaubern wir uns kleine Köstlichkeiten, mit dem, was man so organisiert bekommt. Dann fahren wir auch schon weiter. Mit dem ersten Bus, der – wie ich mittlerweile gelernt und mich auch drauf eingestellt habe – mindestens eine Stunde zu spät abfährt. Eigentlich wollten wir ja noch weiterfahren, aber es wird schon dunkel und wenn man nix kennt... so steigen wir in Cumana aus und suchen uns ein schönes Zimmer. Wir mischen uns unters einfache Volk schon am Abend, wo man vor lauter Musik fast nicht reden kann und auch zum Frühstück gehen wir in ein einfaches Lokal, wo man uns herzlich empfängt und Kuddelsuppe (sehr lecker!) serviert. Wo wir schon mal da sind, besuchen wir auch die von den Spaniern errichtete sternförmige Burg/ Festung, auf der wir von einem äusserst sympathischen alten Mann herumgeführt werden. Der wäre echt ein schönes Motiv gewesen. Wir reservieren schonmal ein Zimmer in Rio Caribe, wo wir schon gestern ankommen wollten. Beim Warten am Busbahnhof – wie gesagt, das ist hier immer so - läuft von einem CD-Stand laute Musik und eine Reinigungsfrau tanzt mit ihrem Besen durch die Gegend. Dieses Bild hat mich echt beeindruckt. So glücklich kann das Leben dieser Frau nicht sein, aber in ihrem Tanz sieht es ganz und gar so aus. Mit dem Bus kommt man bis Carupano, von wo aus am Sonntag nix fährt, ausser Taxi. Das nimmt uns nach langer Verhandlung dann mit und wir erwischen gerade noch jemanden im Haus, bevor es zu spät geworden wär. Die „Pension Papagayo“ gehört Cristina, einer 40jährigen sehr lebenslustigen und lieben Frau, die gebürtig von hier stammt, aber mittlerweile den grössten Teil des Jahres in Freiburg bei ihrem Partner verbringt und dort arbeitet. So ist man mit ihr schnellstens im Ort integriert und gleichzeitig kann man sich im Notfall wunderbar über sie verständigen. So verbringen wir schon den nächsten Abend bei viel Rum bis tief in die Nacht mit politischen Diskussionen und einer Menge Spass. Spannenderweise ist sie gar kein Freund des Präsidenten und hofft, dass die Amis hier bald einreiten – wovon wir ihr dringend abgeraten haben! Sozialismus, Kapitalismus, was kennen wir unter diesem Namen, wollen wir das und gibt es das Ideal überhaupt? So sitzen wir bis spät, unterhalten uns ausschliesslich auf spanisch und wachen noch halb betrunken auf, als die Fahrt zum schönsten Strand der Umgebung los geht – Playa Medina. Etwas schüttelig die Fahrt, aber der frische Wind und später das kühle Nass, lassen uns so langsam wieder in den Normalzustand übergehen. Die Stasse wird auch „routa del cacao“ genannt, weil hier früher der grösste Kakaoanbau des Landes stattgefunden hat. Rechts und links t5auchen immer wieder Kakaobäume auf, an denen zum Teil sogar Früchte hängen. Wenn kein Feiertag wäre hätte wir sicher eine Verkostung in der Fabrik gemacht. Playa Medina - am Anfang kann ichs gar nicht glauben und Bany ist sicher schon genervt von meinem ständigen „wie im Fernsehen!“ Aber so ist es : weisser Sand, Palmen, türkises Meer und sogar ab und zu ein paar lustige bunte Fische zu beschnorcheln. „Uns geht´s gut!“, hätte Mama Ute gesagt. Die Zeit vergeht viel zu schnell und wir müssen schon gehen. Wir kochen mal wieder lecker, denn wenn es schon mal eine Küche gibt, dann wird die auch genutzt! Heute gehen wir früh ins Bett, und die Rum-Angebote fruchten nicht wirklich. Als am nächsten Tag alle anderen 6 (2 Spanier, 2 Franzosen und Grit und Angela aus Leipzig) abfahren, ist es auf einmal ganz leer und fast ein bisschen langweilig. Angeblich soll heute schon der Auftakt zum jährlichen Fest des „San Miguel“ (dem Ortspatron) stattfinden und zwar direkt vor unserer Tür. Cristina will mit uns aufs Dach ziehen, damit wir eine gute Sicht und mehr Platz haben, denn es wird wohl sehr voll werden. Wir kaufen schonmal die nötigen Getränke und machen extra viel lecker schwäbischen Kartoffelsalat. Am Ende stellt sich heraus, dass das Konzert erst morgen hier ist. Heute ist die Eröffnungsveranstaltung der seit 2 Jahren restaurierten Kirche und Cristina schleppt uns gleich noch auf eine Ausstellungseröffnung. Ein Caracenser stellt Bilder über seine Stadt unter dem Namen „Bilder der Gleichgültigkeit“ aus und trifft den den tristen alltäglichen Charakter dieser Stadt ziemlich genau. Nach ein zwei Häppchen stapfen wir schon hinüber gen Plaza, wo sich das Jugend-Sinfonie-Orchester schon vor der Kirche aufgebaut und eine Menschenmenge angesammelt hat. Wir holen aus der Pension noch schnell ein paar kühle Pilse und als wir wiederkommen geht´s auch schon fast los. Das mit dem Bier vorm Gotteshaus trauen wir uns auch nur, weil Cristina den Vorreiter macht. Die Leute haben ja so schon immer genug Grund zum starren. Auch haben sich alle so chic gemacht und wir sind mit unserer Urlaubermontur hier aufgetaucht. Es geht los, die Jugend hebt die Instrumente und spielt richtig gute Feuerwerksmusik. Auf einmal geht laut dröhnend die überdimensionale Box nebenan mit irgendwelchen karibischen Rhythmen los und es dauert frustrierend lange, bis das Problem endlich beseitigt ist. Die Jugend spielt tapfer weiter. Dan teilt sich die Menge hinter uns und der Pfarrer, angeführt von weihrauchwedelnden Messdienern und gefolgt von der Menge, tritt auf das Portal zu. Er fängt komischerweise schon an zu sprechen, als das Orchster noch spielt, aber vielleicht hat das ja auch seine Richtigkeit. Dann werden Predigten gehalten, Lieder gesungen und gebetet, eh sich das grosse beleuchtete Tor öffnet und die Menge hineinstürzt, als gäbs drinnen Weihnachtsgeschenke. Im gleichen Moment spielt die Jugend wieder auf, diesmal noch besser, als am Anfang. Nur die Musikanlage mischt sich gemeinerweise wieder lautdröhnend ein, so dass sie irgendwann einfach aufhören. Schade, sie waren wirklich gut. Natürlich schauen auch wir uns das Wunderwerk von innen an und man muss zugeben, dass der Künstler ein goldenes Händchen hatte. So sitzen wir noch ein Weilchen mit Cristina, einem Teil ihrer Familie und Freunden auf der Kirchentreppe, trinken Bier und lauschen den Calypsoklängen, die live von der Plaza tönen. Morgen wollen wir fahren, damit wir die Kamera noch reparieren können, bevor Danny am Sonntag kommt. Am nächsten Tag kochen, packen und beobachten wir noch ein bisschen den Aufbau für das nun heute stattfindende Konzert. Da kommen auf einmal Jonas (den wir in Sta. Elena kennengelernt hatten) und ein Schweizer in die Pension und die Stimmung steigt sofort. Cristina kommt und redet solange auf uns ein, bis wir ihr unser Busticket geben, was sie umtauscht und mit ihr noch den heutigen Abend auf dem Dach verbringen. Je später der Abend, um so voller wird es vorm Haus. Die Leute tanzen schon, als die Musik nur aus der Maschine kommt. Als es dann richtig voll wird, legen wir die Leiter an und dann klettern alle aufs Dach, von wo aus man wirklich bestens sehen kann. Angefangen wird das Spektakel allerdings mit dem alljährlichen gesungenen Wettstreit verschiedenster Männer, die sich im improvisieren zu schlagen versuchen und den grössten Applaus erhoffen. In solchen Momenten ist es immer so verdammt schade, wenn man eine Sprache nicht so gut kann, dass man sogar Wortspiele versteht. Danach tritt dan die Band auf, zwei Boybandmässig tanzende Typen und eine Frau. Bany amüsiert sich die ganze Zeit köstlich, dass auf ihrem Tourbus „la virgen del valle“ steht – eine hier sehr bekannte Heilige – die Übersetzung (Jungfrau(en) aus dem Tal) fand Bany aber auch als Bandnamen nicht unpassend :). Es ist immer ein bisschen abenteuerlich diejenigen zu beobachten, die offensichtlich schon Schwierigkeiten beim Leiter-wieder-absteigen haben :). Wenn ich schon mal hier bin und der Bany schon keinen Tanzkurs machen will, tanze ich wenigstens voll Spass mit Cristina auf dem Dach herum. Sehr schön, da braucht man nichtmal Rum für solchen Spass! Cristina hatte uns sogar eingeladen und so übernachten wir auf Kosten des Hauses noch eine Nacht im (einzigen) klimatisierten Zimmer des Hauses. Am nächsten Tag haben wir noch Zeit diese angepriesenen Chorizos zu kaufen und zu braten, bevor wir uns diesmal wirklich auf den Weg machen. Auch wenn man uns mehrfach nochmal gefragt hat :). Abfahrt nach Caracas, der Stadt, von der man nicht viel Gutes hört. Cristinas Nichte gibt uns noch Tips, wie wir uns am besten zu bewegen haben und ich gebe zu, ich habe mich selten so vor einem Ort gegruselt. Es heisst, hier sterben wöchentlich 60 Menschen, wenn nicht mehr, und Überfälle und Kidnapping sind keine Seltenheit. Aber, auch das haben wir überlebt. Am krassesten sind hier wirklich die Gegensätze. Wenn man die Häuserhügel sieht und dann in dieses riesige, bombastische Shoppingcenter kommt, was sogar einen kleinen Rummel und Aussichtsplattform auf dem Dach hat, da kann´s einen schon ganz schön gruseln. Morgen kommt Danny und dann fahren wir an Banys unübertroffene Lieblingsstrände, ins Llanos etc.. Hasta luego, volvemos siempre...
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